Bayer-Trainer Peter Bosz warf nach der 0:1-Niederlage bei Union Berlin die Rotationsmaschine an und nahm fünf personelle Wechsel vor: Charles Aránguiz feierte sein Startelf-Comeback (letztmals im Oktober gegen Mainz) und ersetzte Julian Baumgartlinger (muskuläre Probleme) im zentralen Mittelfeld.

Zudem kamen Lars Bender, Wendell, Johannes Wirtz und Lucas Alario für Aleksandar Dragovic, Daley Sinkgraven, Kerem Demirbay und Patrick Schick (alle Bank) zum Zug. Neuzugang Timothy Fosu-Mensah saß das erste Mal auf der Bank.

Bundesliga
Drei Dinge, die auffielen: Ein Brandt-Löscher reicht nicht
19/01/2021 AM 23:37

Beim BVB gab es nach dem ernüchternden 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 zwei Änderungen in der Startelf: Edin Terzic brachte Manuel Akanji und Thomas Delaney für Emre Can (5. Gelbe Karte) und Dan-Axel Zagadou (Muskelverletzung).

Die Gäste gaben – wie schon gegen Mainz – von der ersten Minute an mächtig Gas und drückten Bayer in die eigene Hälfte. So entwickelte sich ein äußerst intensives Topspiel, das Leverkusen mit zunehmender Spieldauer besser in den Griff bekam. Der Matchplan von Peter Bosz, die Innenverteidiger zuzustellen und Roman Bürki zu langen Bällen zu zwingen, trug schnell Früchte. Leon Bailey schnappte sich einen dieser Bälle und schickte Moussa Diaby mit einem perfekten Pass auf die Reise. Der Franzose entwischte Mats Hummels und Raphael Guerreiro und schob dem BVB-Keeper den Ball zwischen die Beine zum 1:0 (14.).

Dortmund hatte mit der Leverkusener Spielweise erhebliche Probleme, schaffte es auf der Gegenseite zudem nicht, die Abwehrkette der Werkself zu überspielen. Ganz anders die Gastgeber, die sich nun Chance um Chance erspielten. Allen voran Diaby bekamen die Dortmunder überhaupt nicht in den Griff. So scheiterte der Rechtsaußen gleich mehrfach an Bürki (27./35.), auch Alario hatte das 2:0 auf dem Fuß respektive Kopf (27./45.).

Nach dem Wiederanpfiff zeigte der BVB das bekannte Gesicht aus der zweiten Halbzeit. Die Borussen drückten Leverkusen in die eigene Hälfte, ließen aber die nötige Präzision und Tiefe vermissen. Es entwickelte sich ein offenes Spiel, Leverkusen blieb stets durch Konter gefährlich. Doch Dortmund kämpfte sich in das Topspiel und konnte durch den Ex-Leverkusener Julian Brandt zum 1:1 ausgleichen (67.). Für den Nationalspieler war es das erste Bundesliga-Tor nach 366 Tagen. Keine Minute später hätte Brandt nachlegen müssen, als er aus kürzester Distanz an Tapsoba scheiterte (68.). Die Werkself konnte sich von dieser Druckphase erholen und ging durch einen erneuten Konter mit 2:1 durch Wirtz in Führung (80.). Wieder zeigte sich Dortmund zu anfällig. Von diesem erneuten Rückstand konnte sich die Borussia nicht mehr erholen und kassierte die sechste Niederlage in dieser Saison.

Stimmen zum Spiel

Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Wir sind ganz gut reingekommen und sind auch relativ nahe ans Tor gekommen. Der Rest der ersten Halbzeit war nicht gut, wir haben Leverkusen zu viel Zeit und Raum gelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir mit einer höheren Intensität gespielt und hätten auch in Führung gehen können. Mit der Punkteausbeute sind wir nicht zufrieden, dennoch ist die Saison noch lang. Wir müssen schauen, dass wir ab Freitag eine Serie starten und uns anders präsentieren."

Marco Reus, (Borussia Dortmund): "Wir haben Leverkusen sehr viel offene Räume und Kontermöglichkeiten gegeben. Nach dem 1:1 waren wir am Drücker, dann musst du das Spiel dann auch entscheiden. Und dann sichern wir wieder nicht gut ab bei einem Konter und bekommen das 2:1. Die Meisterschaft war weder vor dem Spiel noch nach dem Spiel ein Thema. Am Freitag müssen wir gegen einen direkten Konkurrenten dreifach punkten, sonst verlieren wir den Anschluss nach oben."

Lukas Hradecky (Bayer 04 Leverkusen): "Jeder Sieg ist wichtig, aber diesen Sieg schätzen wir mehr. Wir wollten unbedingt punkten. Wir hätten höher gewinnen können, die Möglichkeiten waren da. Nach dem 1:1 haben wir gezittert und hatten Glück. Aber am Ende haben wir verdient gewonnen."

Tweet zum Spiel

Moussa Diaby war von Dortmund einfach nicht zu stoppen. Der Franzose nahm einen weiten Diagonalball von Bailey perfekt mit und schob ihn anschließend Roman Bürki durch die Beine. Diaby war Dreh- und Angelpunkt im Leverkusener Spiel.

Das fiel auf: Steigerung bei Brandt

Julian Brandt befindet sich in aufsteigender Form: Nicht nur aufgrund seines Treffers zum zwischenzeitlichen 1:1 zeigt sich der Nationalspieler auf einem guten Weg. Edin Terzic gab ihm zum zweiten Mal das Vertrauen. Im Gegensatz zu Haaland, Sancho und Reus war Brandt immer bemüht. Anfangs war der Techniker noch glücklos, doch mit seinem ersten Bundesligator nach 366 Tagen belohnte sich Brandt. Beinahe wäre der Ex-Leverkusener zum Matchwinner avanciert, doch Brandt vergab die Riesenchance zum 1:2.

Statistik zum Spiel: 11

Roman Bürki stand gegen Leverkusen öfter im Mittelpunkt, als dem Keeper wohl lieb war. Neun Paraden zeigte der Schweizer gegen die Werkself. Das ist Rekord in dieser Saison. Kein anderer Schlussmann musste in dieser Spielzeit so oft eingreifen. Ein klares Zeichen für die anfällige Abwehr der Borussen.

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