Gerade erst hatte sich Dan-Axel Zagadou wieder an die erste Elf herangespielt. Nachdem eine Außenbandsverletzung und damit verbundene Komplikationen den Franzosen seit dem Sommer lange außer Gefecht gesetzt hatten, war er gerade wieder in Richtung Topform unterwegs.
Der Muskelfaserriss, den sich der 21-Jährige nun gegen Mainz zuzog, darf also durchaus als bitterer Rückschlag gewertet werden. Das sahen unmittelbar nach Bekanntwerden der Diagnose auch die BVB-Bosse so.
"Das ist sehr schade für ihn“, meinte Sportdirektor Michael Zorc gegenüber den "Ruhr Nachrichten". Lizenzspielerchef Sebastian Kehl befürchtete eine harte Zeit für Zagadou.
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"Sich jetzt wieder zurück zu kämpfen, wird eine Herausforderung. Wir begleiten und helfen ihm dabei", sagte der ehemalige BVB-Kapitän. "Das tut mir für den Jungen sehr leid."

Wichtige Spiele vor der Brust - Verteidiger fehlen

Doch nicht nur der Spieler selbst steht vor einer komplizierten Phase. Auch die Borussia könnte der nächste Ausfall eines fest eingeplanten Akteurs aus dem Dunstkreis der Stammbesetzung hart treffen.
Obwohl die Fehlzeit für Zagadou mit "zwei bis drei Wochen" (Terzic) überschaubar ist, bringt sie einige potenzielle Gefahrenherde mit sich. "Die Situation sah letzte Woche deutlich besser aus", gab der Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei den punktgleichen Leverkusenern unumwunden zu.
In den kommenden Wochen erwarten den BVB besonders in der Liga richtungweisende Partien - unter anderem gegen die direkten Konkurrenten Leverkusen (Dienstag, 20:30 Uhr im Liveticker) und Mönchengladbach (Freitag, 20:30 Uhr im Liveticker).
Ein etwas breiter aufgestelltes Innenverteidiger-Portfolio wäre da schon wünschenswert. Denn mit Mats Hummels und Manuel Akanji - der Zagadou gegen Mainz nach dessen Auswechslung ersetzte - stehen nur zwei gelernte Zentraldefensive im Aufgebot der Schwarz-Gelben.

Leon Goretzka vom FC Bayern (l.) im Zweikampf mit Thomas Delaney von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Zagadou-Ausfall: Terzic muss zaubern

Trainer Edin Terzic wird also in erster Linie auf diese beiden setzen. Passieren darf allerdings nichts. Denn die Alternativen sind nicht unbedingt endlos.
Namentlich kommen Emre Can, Thomas Delaney und Lukasz Piszczek in Frage, um in der Innenverteidigung auszuhelfen.
Alle drei haben diese Position in der Vergangenheit - und auch in der laufenden Saison - bereits gespielt. In allen Fällen aber als Teil einer Dreierkette unter Ex-Coach Favre.
Piszczek befindet sich allerdings auf den letzten Metern seiner langen Karriere. Der 35-Jährige wird seine Laufbahn im Sommer beenden und gehört schon seit Monaten nur noch zum erweiterten Kreis in der Mannschaft des BVB.
Nur 317 Spielminuten stehen für den zweifachen deutschen Meister zu Buche, eine Partie bestritt der Pole über die volle Distanz. Zuletzt kam er kaum noch zum Zug. Terzic dürfte also nur in einer absoluten Notsituation auf Piszczek zurückgreifen.

Can und Delaney vor jeder Menge Minuten

Auf Can und Delaney - die beiden "Mädchen für alles" im Kader - dürfte in den kommenden Wochen dagegen deutlich mehr Spielzeit zukommen. Allerdings erst, wenn der deutsche Nationalspieler ab Freitag von seiner Gelbsperre zurückkehrt.
Beide haben ihre Heimat im zentralen defensiven Mittelfeld und standen bereits vor genau einer Woche im Mittelpunkt vieler Debatten, als es darum ging, den monatelangen Ausfall von Axel Witsel zu kompensieren.
Terzic schenkte gegen Mainz schließlich dem deutschen Nationalspieler Can und Jude Bellingham das Vertrauen, Delaney saß erst mal draußen. In den ersten beiden Spielen des Kalenderjahres hatte der Däne noch in der Startelf gestanden.
Gegen Bayer dürfte er nun von Beginn an spielen, nach Cans Rückkehr dann die erste Alternative für die Sechs und in der Innenverteidigung sein.
"Wir haben genug Qualität im Kader, um die Ausfälle zu kompensieren", ist Trainer Terzic sicher.

BVB auf dem Transfermarkt: Keine Notkäufe geplant

Wie auch immer sich die personelle Lage in den kommenden Wochen aber zuspitzt, Transfers haben die Borussen-Bosse eher nicht auf dem Zettel. Auch oder erstrecht keine Abgänge, wie noch vor einigen Wochen spekuliert wurde.
Bei Notstand soll mit Talenten wie Nnamdi Collins, der bereits die Sommervorbereitung mit dem Profi-Team absolviert hatte, aufgefüllt werden.
Jetzt heißt es, die Zähne zusammenzubeißen und die Daumen zu drücken, damit die heikle Phase im frühsten Frühjahr 2021 überstanden werden kann.
"Nach dem Spiel gegen Augsburg am 30. Januar können wir die Situation neu bewerten. Wir werden bis dahin Möglichkeiten finden, um die kommenden Spiele zu gewinnen", ist Coach Terzic sicher.
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