Im Kampf um die Champions-League-Plätze empfing Borussia Dortmund RB Leipzig – fünf Tage vor dem Pokalfinale in Berlin, in dem sich beide Mannschaften erneut gegenüber stehen werden.
In der Generalprobe erspielten sich die Gäste die erste Möglichkeit. Nach feinem Zuspiel von Marcel Sabitzer war Hee-chan Hwang unterwegs in Richtung Dortmunder Tor. Im letzten Moment bekam Mats Hummels noch die Fußspitze an den Ball, sodass Marvin Hitz den Abschluss des Südkoreaners aus vier Metern abwehren konnte (3.).
Aber auch der BVB kam gut ins Spiel und erzielte nach einem sehr ansehnlichen Angriff nach gerade einmal sieben Minuten den Führungstreffer. Lukasz Piszczek spielte von rechts ins Zentrum, wo Marco Reus überlegt für Thorgan Hazard durchließ. Der Belgier wiederum bediente den rechts durchgestarteten Reus, der in den Strafraum eindrang und den Ball aus zehn Metern halbrechter Position über Peter Gulacsis Kopf hinweg unter den Querbalken knallte.
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In der Folge war der BVB die spielbestimmende Mannschaft und kombinierte sich immer wieder sehenswert bis in den Leipziger Strafraum. Nach einer guten halben Stunde prüfte Hazard, von Mahmoud Dahoud auf die Reise geschickt, aus spitzem Winkel rechts im Strafraum Gulacsi, Leipzigs Schlussmann parierte mit dem Fuß (32.).
Wenig später bediente Reus den auf der rechten Seite durchgestarteten Jadon Sancho. Von Dayot Upamecano im Sechzehner gerade noch eingeholt traf der Engländer aus zehn Metern halbrechter Position das Außennetz (36.).
Leipzig hingegen tat sich schwer, mal ins letzte Drittel der Dortmunder vorzudringen. Ein Schussversuch von Sabitzer aus 16 Metern sorgte auch nicht unbedingt für Torgefahr (38.), sodass es mit einer verdienten Pausenführung für den BVB in die Kabinen ging.
Der zweite Durchgang begann ähnlich wie der erste – mit einem frühen Treffer für die Hausherren. Guerreiro bediente den am linken Strafraumrand lauernden Sancho, der von Leipzigs Hintermannschaft sträflich allein gelassen wurde. So konnte Sancho ungestört in den Sechzehner einziehen, Lukas Klostermann umkurven und aus sieben Metern halblinker Position flach ins lange Eck einschieben (51.).
Im Gegensatz zur ersten Halbzeit reagierten die Gäste dieses Mal allerdings und wurden von Minute zu Minute gefährlicher. Zunächst verpasste Upamecano bei einem Eckball zwar noch per Kopf den Anschlusstreffer (62.), wenig später machte es sein Mannschaftskollege Klostermann dann aber besser. Einmal mehr schlug Emil Forsberg einen Eckball von der rechten Seite ins Zentrum, wo der Abwehrspieler sich im Luftduell mit Hummels durchsetzte und aus sieben Metern ins linke Eck einnickte (63.).
Die Gäste bestimmten nun das Geschehen und hatten wenig später die Chance zum Ausgleich. Der eingewechselte Justin Kluivert bediente am Fünfmetereck Dani Olmo, dessen Schuss aus der Drehung nur ans Außennetz ging (69.).
Aber auch in der Folge drückte RB Leipzig auf den Ausgleich – und durfte schließlich jubeln. Joker Amadou Haidara bediente links im Strafraum Hwang, dessen Hereingabe maßgenau bei Olmo landete. Der Spanier musste sechs Meter vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten (77.).
In der Schlussphase spielten beide Mannschaften auf Sieg – mit dem glücklicheren Ende für den BVB. Der eingewechselte Julian Brandt leitete einen Angriff mit einem schönen Zuspiel zu Sancho ein, der Engländer wiederum bediente im Strafraum per Hacke den mitgelaufenen Guerrero. Vom Portugiesen erneut bedient stand Sancho fünf Meter vor dem Tor goldrichtig und schob den Ball zum 3:2-Siegtreffer für die Borussia ein (87.).
Nicht nur der BVB freute sich über die so wichtigen drei Punkte im Kampf um die Teilnahme an der Champions League, gleichzeitig bedeutete der Sieg der Dortmunder und die damit verbundene Niederlage für RB die neunte Meisterschaft in Folge für den FC Bayern.

Die Stimmen:

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Es war wie erwartet schwer. Es ist einfach eine gute Mannschaft, muss man sagen. In der ersten Halbzeit haben wir sehr sehr gut gespielt, machen dann in der zweiten das 2:0. Danach haben wir nicht mehr so gut gespielt, aber am Ende haben wir gezeigt, dass wir da sind. Heute hatte nichts mit Berlin zu tun. Jetzt bereiten wir uns ganz normal auf Donnerstag vor, da wollen wir natürlich auch gewinnen."
Emre Can (Borussia Dortmund): "Wir haben es eigentlich gut gemacht, aber in der zweiten Halbzeit sind wir zu passiv gewesen. Das wird gegen so eine gute Mannschaft wie Leipzig dann eben bestraft."
Lukas Klostermann (RB Leipzig): "In der zweiten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir waren sehr griffig und haben gut nach vorne gespielt. Am Ende hat uns dann vielleicht ein bisschen der 'lucky punch' gefehlt. Aber wir müssen jetzt schnell die Köpfe wieder hochkriegen, denn das nächste Spiel ist ein ganz, ganz wichtiges."

Der Tweet zum Spiel:

Erling Haaland fiel verletzt aus, hatte an dem Spiel aber dennoch sichtlich Freude.

Das fiel auf: Julian Nagelsmann kann gegen Dortmund nicht gewinnen

Nur eines seiner elf Bundesligaspiele gegen Borussia Dortmund konnte Julian Nagelsmann bislang gewinnen. Stattdessen gab es bislang sechs Niederlagen und vier Unentschieden. Dabei war RB im Signal-Iduna-Park vor allem in der zweiten Halbzeit nah dran am Sieg – musste letztlich aber ohne Punkte die Heimreise antreten. Das lag vor allem an der ersten Halbzeit, in der Nagelsmanns Mannschaft eine merkwürdige Passivität an den Tag legte. So eroberte RB Leipzig kaum einmal einen zweiten Ball, stand zumeist viel zu weit vom Gegenspieler weg und ließ auch die sonst so drückende Überlegenheit im Mittelfeld missen. Erst nach dem zweiten Gegentreffer schien sich die Mannschaft ihrer Tugenden zu besinnen und kam so noch zum Ausgleich, am Ende fehlte dann vielleicht auch die Konzentration und ein wenig Glück, das Spiel erfolgreich gestalten zu können.

Die Statistik: 5

Erstmals in dieser Saison gelingen dem BVB fünf Siege hintereinander. Dortmund hat die Champions-League-Plätze wieder fest im Blick und zeigt der Konkurrenz, dass mit der Borussia weiterhin zu rechnen ist.
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