Im Abstiegskampf benötigten die Kölner dringend Punkte, visierten gegen Borussia Dortmund – wie schon beim 2:1-Hinspielsieg – einen Überraschungserfolg an. Personell stellte FC-Trainer Markus Gisdol auf vier Positionen um, Ismail Jakobs, Dominick Drexler, Kingsley Ehizibue und Rafael Czichos rutschten in die erste Elf, die ohne klare Neun auskommen musste. Ondrej Duda übernahm die Position in der Offensive.
Borussia-Coach Edin Terzic veränderte seine Elf ebenfalls auf mehreren Positionen – Thomas Meunier und Giovanni Reyna starteten gegen die Kölner, Dan-Axel Zagadou und Marco Reus fehlten im Auswärtsspiel. Der BVB spielte auf Sieg, um im Kampf um die Champions-League-Plätze näher an Eintracht Frankfurt heranzurücken.
Bereits in der 3. Minute legten die Dortmunder den Grundstein und gingen in Führung. Emre Can spielte einen starken hohen Ball aus der eigenen Hälfte in den Strafraum auf Sturm-Star Erling Haaland, der Jorge Meré in der rechten Strafraumhälfte viel zu einfach abschüttelte und anschließend aus spitzem Winkel und acht Metern ins kurze Eck verwandelte. Es war das 20. Saisontor des Norwegers.
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VOR 12 STUNDEN
Köln strauchelte, hatte große Probleme – und Dortmund die große Chance, das Spiel vorzeitig in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch dann gab es einen Bruch im Spiel des BVB. Mit und gegen den Ball passierte zu wenig, die Zweikampfintensität sank – Köln wurde in der Folge förmlich eingeladen zum Ausgleich zu kommen.
Ins Bild passte ein folgenschweres Handspiel von Jude Bellingham nach einer Flanke von Noah Katterbach aus dem rechten Halbfeld. Der Youngster fuhr den Arm aus, bekam die Kugel an den Oberarm. Schiedsrichter Daniel Siebert schaute sich die Szene nach Hinweis des VAR nochmal an und entschied auf Handelfmeter für die Kölner. Duda trat an und verwandelte sicher ins rechte Eck (35.).
Köln blieb nach dem Ausgleichstreffer das aktivere Team, Dortmund machte viele Fehler im Aufbau- und Kombinationsspiel, lud den Gegner weiter ein. Den Kölnern fehlte es allerdings an Effizienz und offensiver Gefahr, um das Spiel noch im ersten Durchgang zu drehen. In der 65. Minute setzten die Hausherren ihren Plan schließlich mit Verspätung um. Drexler spielte einen Steilpass in die linke Strafraumhälfte in den Lauf von Jakobs, der Meunier überlief und die Kugel aus 13 Metern halblinker Position unter die Latte knallte.
Dortmund versuchte in der Folge zum Ausgleich zu kommen, hatte allerdings Probleme gegen sehr zweikampfstarke und gut gestaffelte Kölner. Haaland hatte das 2:2 jedoch in der 80. Minute auf dem Kopf. Nach einer Flanke von Meunier von der rechten Seite scheiterte der Norweger aus elf Metern am linken Torpfosten.
Zehn Minuten später machte es der Goalgetter besser und besorgte so den späten Ausgleich für den BVB. Der eingewechselte Ansgar Knauff setzt sich sehr stark auf der rechten Offensivseite durch, brachte den Ball flach in die Mitte. Haaland war im Zentrum zur Stelle und schob die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie (90.).

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Die Stimmen:

Marwin Hitz (Borussia Dortmund): "Wir haben gut angefangen, waren gut im Spiel, haben Zweikämpfe gewonnen und ein schönes, erstes Tor geschossen. Dann haben wir uns komplett verabschiedet aus der Partie, haben viele Ballverluste gehabt, keinen Zugriff mehr gehabt, sind zu tief hinten reingerutscht. In der zweiten Halbzeit waren wir auch nicht so da, wie wir es wollten."
Marius Wolf (1. FC Köln): "Wenn du 2:1 führst bis kurz vor Schluss, dann musst du so ein Spiel nach Hause bringen – ganz klar – vor allem im Abstiegskampf. Wenn du das Spiel siehst, ärgerst du dich schon, dass du nicht gewonnen hast."

Der Tweet zum Spiel:

Ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf.

Das fiel auf: Zurück zur abgelegten Naivität

Der BVB ist eine der potenzialreichsten Mannschaften in Europa. Der Kader ist gespickt mit aufstrebenden Talenten, die bereits jetzt ein Leistungsvermögen aufbieten, um in diversen Titelkämpfen vorne mitzuspielen. Doch was der Mannschaft fehlt, ist Kontinuität – über eine längere Distanz als nur sieben Spiele. Denn genau so lange hielt die gute Formkurve der Dortmunder an – 16 aus 21 Punkten waren die Endbilanz. Gegen den 1. FC Köln war nach einer starken Anfangsphase und frühen Führung plötzlich und völlig unbegründet Schluss mit dem guten, intensiven Spiel, das den BVB in den letzten Wochen auszeichnete. Der BVB kommt aufgrund hoher Naivität zurück in die bittere Realität.

Die Statistik: 16

Der Pfosten-Kopfball von Haaland in der Schlussphase der Partie war der bereits 16. Aluminium-Treffer des BVB in dieser Saison. Kein Team traf öfter.
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