Borussia Dortmund zeigte sich von Beginn an um Spielkontrolle bemüht, hatte aber von Beginn an mit diszipliniert verteidigenden Berlinern und holprigen Untergrund zu kämpfen. Ein bewährtes Mittel dabei sind Distanzschüsse. Dodi Lukébakio probierte es auf diesen Weg und vergab die erste Chance im Spiel (8.). Nachdem die Borussen nach einer Ecke zu ihrer bis dahin besten Chance kamen – Mats Hummels und Axel Witsel verpassten im Zentrum knapp den Ball – erzielte die Hertha die 1:0-Führung. Matheus Cunha fackelte aus der Distanz nicht lange und ließ Bürki keine Chance (33.).

Die Dortmunder agierten vor der Pause mit Wut im Bauch, doch ein Missverständnis zwischen Raphael Guerreiro und Erling Haaland – der Norweger hätte nur noch den Fuß hinhalten müssen – verhinderte den Ausgleich schon vor der Halbzeit. Nach der Pause dauerte es nicht lange, bis Erling Haaland die Partie zugunsten des BVB entschied: Die Hertha offensichtlich geistig noch in der Kabine, da war Haaland schon zweimal erfolgreich. Beim Ausgleich musste er nur noch den Fuß hinhalten (47.), nur zwei Minuten später zeigte er seine ganze Wucht und drückte nach schönem Zuspiel Julian Brandts das Leder in die rechte Ecke (49.). Die Gastgeber fingen sich kurz, konnten sich aber gar nicht so richtig erholen, da klingelte es schon wieder. Marvin Plattenhardt mit einem katastrophalen Fehlpass in die Beine von Haaland. Der bedankte sich und machte nach einem kleinen Tänzchen den lupenreinen Hattrick perfekt (62.).

Bundesliga
Rekord perfekt: BVB-Juwel Moukoko schreibt Bundesliga-Geschichte
21/11/2020 AM 21:33

Die Haaland-Show wurde nur kurz unterbrochen. Raphael Guerreiro besorgte im Sitzen die Entscheidung (70.). Der Hertha gelang durch einen fragwürdigen Foulelfmeter noch der 2:4-Anschluss durch Cunha, der einen Doppelpack schnürte (79). Doch quasi im Gegenzug der letzte Akt in der Show der Erling Haaland. Es reichte ein Doppelpass mit dem eingewechselten Jude Bellingham, um frei vor Alexander Schwolow aufzutauchen und zum 5:2-Endstand einzuschieben (79.). In der Schlussphase gab es dann noch einen Bundesligarekord, an dem Haaland auch nicht ganz unbeteiligt war: Youssufa Moukoko kam für den Norweger in die Partie und wurde so mit 16 Jahren und einem Tag zum jüngsten Spieler in der Bundesliga-Geschichte.

Die Stimmen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): „Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit gut gespielt. Das 1:0 fiel durch einen langen Ball, das kann passieren. Es war klar, dass es schwer wird. Wir haben die Ergebnisse von Berlin gekannt, es ist sehr, sehr schwer gegen diese Mannschaft. Es war nicht überraschend, dass wir kämpfen mussten. Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie weitermachen müssen wie 15 Minuten vor der ersten Halbzeit und positiv bleiben müssen."

Vladimir Darida (Hertha BSC): „Wir haben zu schnell die ersten beiden Tore gekriegt, dann war es schwierig für uns. Die zweite Halbzeit war nicht gut von uns.

Maximilian Mittelstädt (Hertha BSC): „Wir haben sehr gut ins Spiel reingefunden und haben Dortmund zu wenig Chancen kommen lassen. Wir sind schwer aus der Halbzeit rausgekommen und dann sieht man die Qualität von Dortmund, dass sie eine unglaubliche Geschwindigkeit haben – vor allem im letzten Drittel – und natürlich eiskalt vor dem Tor sind."

Erling Haaland (Borussia Dortmund): „Ich werde es lieben, mit ihm zu spielen. Er ist das größte Talent der Welt aktuell. Er hat eine großartige Karriere vor sich."

Julian Brandt (Borussia Dortmund): „Wir haben uns für das Spiel extrem viel vorgenommen. In den ersten 30 Minuten ist das etwas in Hektik umgewandelt worden. Wir wollten zu viel und haben uns in schwierige Situationen gebracht. Wir kamen nach 30 Minuten besser ins Spiel und wollten den guten Eindruck mit in die zweite Hälfte nehmen, das ist uns extrem gut gelungen."

Der Tweet zum Spiel:

Ein kleiner Seitenhieb eines BVB-Fan in Richtung des Bayernstürmers, der heute keinen guten Tag erwischte. Die Dortmunder in der Tabelle wieder nur einen Punkt hinter dem FC Bayern.

Das fiel auf: Schlechter Untergrund

Der Platz im Berliner Olympiastadion zeigte sich nicht im besten Zustand, was den Dortmundern und ihrem eigentlich starken Kombinationsspiel speziell in der ersten Hälfte nicht gerade zugutekam. Viele Spieler rutschen – vor allem in der Anfangsphase – aus und so gingen viele Bälle leicht an die Berliner, die zwar selbst generell über das spielerisch agieren möchten, aber gegen einen Gegner wie den BVB eher auf Defensive bedacht sind. Direkt nach der Pause dann die Hertha im Tiefschlaf, bis zur Pause durfte die Verteidigungsarbeit der Berliner noch lobend erwähnt werden. Bei den Toren des BVB spielte der Rasen eine eher untergeordnete Rolle, das war einfach schnell und schnörkellos gespielt.

Die Statistik: 16 Jahre und ein Tag

Der in Kamerun geborene deutsche U 20-Nationalspieler Moukoko ist der jüngste Bundesliga-Spieler der Geschichte und bricht den über 15 Jahre alten Rekord von Nuri Sahin. Sahin kam im August 2005 ebenfalls für Dortmund in Wolfsburg im Alter von 16 Jahren und 335 Tagen zu seinem ersten Bundesliga-Spiel. Für die U 17 und die U 19 des BVB hat Moukoko in 88 Spielen 141 Tore erzielt. Einen 16-jährigen Torschützen gab es in der Bundesliga noch nie. Neben dem Bundesligarekord ist er zudem der fünftjüngste Profi, der jemals in Europa gespielt hat.

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