Die Unternehmung der Leipziger, den Rückstand auf den FC Bayern nach deren Sieg gegen Köln wieder auf zwei Punkte zu verkürzen begann denkbar unglücklich. Kurz vor Spielbeginn wurde bekannt, dass Angelino aufgrund eines leichten Muskelfaserrisses ausfällt. Auch auf dem Platz lief von Beginn an alles gegen den Tabellenzweiten. Bereits nach fünf Minuten foulte Dayot Upamecano Breel Embolo unnötig an der Grundlinie. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Jonas Hofmann etwas glücklich. Péter Gulácsi ahnte die Ecke, war mit den Händen noch am Ball, konnte den frühen Rückstand aber auch nicht verhindern (6.).
RB versuchte schnell zu antworten, doch Marcel Halstenberg und Dani Olmo scheiterten mit ihrer Doppelchance an Matthias Ginter und Yann Sommer (8.). Gladbach hingegen präsentierte sich weiter gnadenlos effektiv. Embolo, der bereits am 1:0 entscheidend beteiligt war, bereitete auch den zweiten Treffer mehr oder weniger vor. Sein Kopfball, der eigentlich auf das Tor kommen sollte, traf Marcus Thuram an der Schulter, von dort landete der Ball unhaltbar für Gulácsi im Netz (19.).
Leipzig hatte auch nach dem 0:2-Rückstand mehr vom Spiel, aber Probleme, sich weiter hochkarätige Chancen herauszuspielen. Marcel Sabitzer vergab aus aussichtsreicher Position noch die beste Chance im ersten Durchgang für RB, der Ball flog aber weit über den Gladbacher Kasten (33.).
Bundesliga
Verstärkung für das Mittelfeld: Bayern buhlt um Leipzig-Star
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Kurz vor der Halbzeit hatte Leipzig dann Glück, dass die Fohlen nicht noch einen drauflegten. Hofmann verfehlte nach einem Fehler der Sachsen im Spielaufbau den linken Pfosten denkbar knapp. Es war der erste Abschluss der Gladbacher, der nicht im Tor landete (40.). In der Nachspielzeit fälschte Willi Orban einen Distanzschuss Hofmanns noch entscheidend ab (40.+3).
Nach der Pause brachte Julian Nagelsmann Alexander Sörloth für den vorbelasteten Sabitzer und dieser Wechsel hätte sich beinahe umgehend bezahlt gemacht. Doch Sörloth spielte unmittelbar vor dem Abschluss zum vermeintlichen Anschlusstreffer den Ball mit der Hand, der Treffer wurde nachträglich vom Video-Assistenten zurückgenommen (51.). Doch Leipzig lief weiter an und kam nur Minuten später zum verdienten Anschlusstreffer. Christopher Nkunku wurde im Stafraum sträflich freigelassen. Diese Chance ließ er sich nicht nehmen und erzielte aus kurzer Distanz den 1:2-Anschlusstreffer für RB (57.).
Gladbach konnte weiter kaum für Entlastung sorgen. Yussuf Poulsen zog aus der Distanz einfach mal flach ab. Der Ball titschte noch auf dem Boden auf und landete unahltbar für Sommer neben dem linken Pfosten im Netz (66.). Nur eine Minute später verpasste Poulsen die Führung, köpfte nur knapp am Tor vorbei (67.).
Doch Leipzig blieb dran und Olmo und Justin Kluivert verpassten mit einer Doppelchance die längst überfällige Führung (72.). In der Schlussphase kam nach vier Wochen Emil Forsberg zurück bei den Leipzigern. Und dieser fügte sich mit seinem ersten Ballkontakt – einem direkten Freistoß aus gut 25 Metern – glänzend ein. Doch Sommer flog in den Winkel und lenkte den Ball noch ans Aluminium (77.).
Nachdem Gladbach in der Schlussphase dreifach wechselte und etwas für Entlastung sorgen könnte, schienen sich die Borussia und Leipzig die Punkte zu teilen. Doch RB drehte mit einem diskussionswürdigen Treffer noch die Partie. Sörloth schob leicht gegen Lazaro, bevor er zum 3:2-Siegtreffer einköpfte. Die Gladbacher protestierten lautstark, doch es half nichts. Der Treffer wurde auch nach Überprüfung der Bilder anerkannt und setzte den Schlusspunkt in einer unterhaltsamen Bundesliga-Partie.
Leipzig verkürzt den Rückstand auf die Bayern wieder auf zwei Punkte. Gladbach bleibt im fünften Bundesligaspiel in Serie erfolglos.

Die Stimmen:

Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "Am wichtigsten sind die drei Punkte im Fußball. Wir haben verdient gewonnen. Wir haben ein Topspiel gemacht. Dass wir 0:2 hinten waren ist egal, wenn wir das am Ende umdrehen können.“
Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Am Schluss haben wir es nicht über die Zeit gebracht. Wir waren die schlechtere Mannschaft. Sie haben viel Druck gemacht und wir waren im Dauerstress und haben nicht mehr für Entlastung sorgen können. So verliert man dann ein Spiel am Schluss."
Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr für Entlastung sorgen können und dann ist es gegen solche spielstarken Mannschaften nur eine Frage der Zeit, bis man ein oder zwei Gegentreffer kassiert. Dennoch ist es bitter, das dritte Tor noch zu kriegen. Mit einem Punkt wären wir zufrieden gewesen.“

Der Tweet zum Spiel:

Angelino löschte den Tweet zu seinem Gesundheitsstatus später wieder.

Das fiel auf: Gnadenlos effektive Gladbacher in Halbzeit eins

Die bereits in der ersten Halbzeit passiveren Fohlen führten zum Seitenwechsel aufgrund von gnadenloser Effektivität. Die ersten beiden Schüsse zappelten direkt im Netz. Nach der Pause sorgte Gladbach kaum noch für Entlastung, und verlor letztendlich verdient bei dominanten Leipzigern.

Die Statistik: Erster Sieg nach 0:2

RB Leipzig gewinnt erstmals nach einem 0:2-Rückstand noch ein Spiel in der Bundesliga. Gladbach verliert erstmals nach sechs ungeschlagenen Gastspielen gegen die heimstärkste Mannschaft der Liga. Leipzig holte zuhause 32 von 36 möglichen Punkten.
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