Leipzig begann recht früh, das Spiel in die Hand zu nehmen. Die neu formierte Schalker Defensive mit Neuzugang Shkodran Mustafi musste sich noch etwas einspielen und hatte in den Anfangsminuten auch gleich ordentlich was zu tun. Die erste gute Möglichkeit im Spiel hatte Alexander Sørloth nach einem Schuss aus guter Position im Strafraum, den der ehemalige 04-Kapitän Omar Mascarell noch entscheidend abblocken konnte.
Schalke ließ Leipzig zunächst das Spiel machen. Das Team von Christian Gross lauerte auf Kontersituationen und suchte mit langen Bällen in die Tiefe immer wieder die einzige Spitze in ihrem Spiel, Matthew Hoppe. Das Duell zwischen dem amerikanischen Schalke-Stürmer und seinem Kontrahenten im Leipzig-Trikot, Dayot Upamecano, sah man fortan häufiger - der Sieger hieß in den meisten Fällen Upamecano.
Das Spiel flachte nach den ersten zwanzig Minuten etwas ab. Das lag auch vermehrt daran, dass die Königsblauen den Gegner aus Leipzig die Laufwege kompakt zustellten. So schaffte es Schalke, die Gäste zu beschäftigen und gleichzeitig vom eigenen Strafraum fernzuhalten – ein Teilerfolg für das abstiegsbedrohte Team aus Gelsenkirchen.
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VOR 9 STUNDEN
Kurz vor der Pause holte Angeliño einen Eckball für sein Team heraus. Schalkes Defensive schien sich gedanklich schon in der Pause zu befinden, als Nordi Mukiele, sechs Meter vor dem Tor, unbedrängt per Kopf das 1:0 erzielen konnte (45.+3). Das war bitter für die Königsblauen, hatten sie bislang gut und engagiert dagegengehalten.
Im zweiten Durchgang sah man von Schalke erstmals gar nichts mehr. Nach nur wenigen Minuten kam Sørloth auch gleich zur ersten dicken Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen, als er zuvor Mustafi aussteigen ließ und anschließend nur an Keeper Ralf Fährmann scheiterte (47.).
Auch im Anschluss schafften die Hausherren keine Entlastung – im Gegenteil. Christopher Nkunku kam zweimal gefährlich zum Abschluss und die Schalker konnten sich bei ihrem Schlussmann bedanken, der sie beide Male im Spiel behielt (51., 56.). Leipzig nahm den anfänglichen Druck dann etwas aus dem Spiel, da auch von Seiten der Gastgeber keine ernsthafte Gefahr ausgingt, hier den Ausgleich zu erzielen.
Erst in der 73. Minute zappelte der Ball dann im Tor – im Tor hinter Fährmann. Mit einem herrlichen Spielzug über Dani Olmo und Angeliño, der im Strafraum auf den mitgelaufenen Marcel Sabitzer ablegte, führte ein Schuss des Österreichers ins kurze Ecke zum 2:0 für Leipzig.
Auf eine Reaktion von Schalke wartete man vergebens. Das Tabellenschlusslicht wirkte schon nach dem 0:1 gebrochen und rappelte sich infolgedessen auch nicht mehr auf. Kurz vor dem Ende traf Willi Orban nach einem Eckball noch per Kopf zum, auch in der Höhe verdienten, 3:0-Sieg über Schalke 04 (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Shkodran Mustafi (Schalke 04): "Klar hatte ich mir etwas anderes gewünscht, aber ich wusste, dass es nicht einfach wird. Wir haben das Potenzial, es zu schaffen. Wenn wir so konzentriert und engagiert spielen wie vor der Pause, als wir bis auf die letzten zehn Sekunden fast nichts zugelassen haben, besteht auf jeden Fall Hoffnung."
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Wir haben aktuell einen Lauf und wollen auch so weitermachen. Als nächstes geht's gegen Augsburg. Da müssen wir wieder alles geben. Wir befinden uns auf einem guten Weg, das wissen wir. Wir wissen aber ebenso, dass wir auch weiterhin hart arbeiten müssen."
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Wir haben ein intensives Spiel erwartet, mit vielen Zweikämpfen und dem sind wir absolut gerecht geworden, indem wir die Zweikämpfe angenommen und 60 Prozent davon für uns entschieden haben. Wir haben von Beginn an dagegengehalten, haben aber auch spielerisch gute Lösungen gefunden, waren hochkonzentriert und haben das Spiel am Ende absolut verdient gewonnen."

Das fiel auf: Kein Spielplan bei Schalke

Die Frage, ob es angesichts der Tabellenkonstellation einer Spielidee bedarf, um aus dem Tabellenkeller rauszukommen, darf diskutiert werden. Doch Schalke verpasste es heute – wieder einmal – auch nur die Basics auf den Platz zu bekommen. Die Tatsache, dass über 90 Minuten auch keine klare Idee hinter dem Ball verfolgt wurde, scheint deshalb nebensächlich zu sein. Will man kommende Saison weiterhin erstklassig Spielen, braucht es und zumindest Ergebnisse, die Punkte bescheren.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik zum Spiel: Von 0 auf 100

Schalkes Winterzugang Shkodran Mustafi musste sich aufgrund der Corona-Verordnung seit seiner Ankunft in Gelsenkirchen in Quarantäne begeben. Mustafi durfte somit keinen Kontakt zur Mannschaft haben und nur individuell trainieren. Nach dem offiziellen Ende seiner Quarantäne am Freitag sowie einem weiteren negativen Corona-Test am Samstagmorgen ging es für den Weltmeister von 2014 von der Quarantäne direkt in die Startelf gegen Leipzig.
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