So lief das Spiel:

BVB-Trainer Lucien Favre veränderte seine Startelf im Vergleich zum schwachen Auftritt gegen Lazio Rom auf gleich fünf Positionen: Roman Bürki kehrte nach überstandener Verletzung ins Tor zurück, Manuel Akanji gab nach Corona-Quarantäne sein Comeback in der Abwehr. Mahmoud Dahoud und Juian Brandt bildeten das Mittelfeldzentrum anstelle von Axel Witsel und Jude Bellingham. Zudem musste Kapitän Marco Reus für Youngster Giovanni Reyna weichen.

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Borussia Dortmund nahm im 157. Revierderby gegen Schalke die Favoritenrolle von Anpfiff weg an und nagelte die Fünferkette der Gäste tief an deren Strafraum fest. Nach ersten Annäherungsversuchen von Jadon Sancho (11.) und Erling Haaland (12.) verzeichnete Thomas Meunier nach 16 Minuten die erste große Chance des Spiels. Auf Vorlage von Haaland scheiterte der Belgier aus kurzer Distanz per Außenrist am gut reagierenden Schalke-Torwart Frederik Rönnow (16.).

Die Gäste aus Gelsenkirchen konnten sich nur selten aus der Dortmunder Umklammerung befreien und hatten im ersten Durchgang vier Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Einer davon ging auf das Konto von Gonçalo Paciência, dessen Schuss von Mats Hummels zur Ecke abgefälscht wurde (25.).

Kurz darauf baute der BVB wieder seinen Dauerdruck auf und kam der Führung gefühlt immer näher. Ein Distanzschuss des agilen Dahoud touchierte noch die Oberkante der Latte (31.). Weil aber auch Reyna nach guter Flanke von Meunier aus kurzer Entfernung per Kopf vergab (37.), retteten sich die Schalker mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Schalkes Defensive hielt dem Dortmunder Dauerdruck nach der Pause noch ein paar Minuten stand, ehe Manuel Akanji den Bann für den BVB brach.

Nach einer kurz ausgeführten Ecke spielten Raphaël Guerreiro und Brandt Doppelpass im Strafraum. Den harten Flachschuss des Portugiesen parierte Rönnow zunächst stark, gegen den Nachschuss von Akanji war der Däne aber machtlos - 1:0 für den BVB (55.).

Dortmund blieb konsequent am Drücker und legte wenig später direkt das 2:0 nach. Haaland spielte 30 Meter vor dem Tor auf Sancho und startete sofort durch Richtung Box. Der Schnittstellenpass des Engländers kam im perfekten Moment und Haaland lupfte das Spielgerät aus wenigen Metern elegant über Rönnow hinweg in die Maschen (61.).

Spätestens jetzt hätte sich Schalke mehr aus der Deckung wagen müssen, doch die königsblaue Reaktion blieb aus. Stattdessen spielte Dortmund mit kontrollierter Offensive weiter nach vorne und machte nach 78 Minuten den Deckel drauf. Bei einer Ecke von Guerreiro stieg Mats Hummels im Rücken von Matija Nastasic hoch und köpfte aus sechs Metern wuchtig zum hochverdienten 3:0-Endstand ein (78.).

Die Stimmen:

Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Wir wollten nach Lazio ein anderes Gesicht zeigen, auch für unsere Fans. Wir wussten, wir müssen heute alles geben, um Schalke zu schlagen."

Manuel Akanji (Borussia Dortmund): "Wir haben heute nichts anbrennen anlassen und vor allem hinten nichts zugelassen. Auch nach Ballverlust standen wir sehr gut. Es war eine sehr gute Leistung von uns. Ich hatte keine Zweifel, dass wir heute die drei Punkte holen würden."

Manuel Baum (Trainer Schalke 04): "Gegen den Ball hat man gesehen, dass wir sie früh unter Druck gesetzt haben. Aber ich muss ehrlich sein: Mit Ball war das heute viel zu wenig. Wir konnten gar nicht so schnell schauen, wie die Bälle wieder weg waren. Wir haben momentan kein Selbstvertrauen im Spiel mit Ball."

Bastian Oczipka (Schalke 04): "Wir haben zu viele Bälle weggeben, das war der entscheidende Punkt. Was ganz schlecht war, war das Spiel mit Ball. Das war viel zu wenig heute."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Schalke findet offensiv nicht statt

Sollte Schalke an diesem Abend einen offensiven Plan gehabt haben, war er über 90 Minuten kaum zu erkennen. In Hälfte eins verzeichneten die Königsblauen vier Ballaktionen im BVB-Strafraum, in der zweiten Hälfte keinen einzigen mehr. Gewannen die Schalker dann doch einmal den Ball, wurde zumeist Angreifer Paciência gesucht, der aber fast immer allein auf weiter Flur gegen mehrere Dortmunder stand und von seinen Mitspielern offensiv oftmals im Stich gelassen wurde. Der engagierteste Schalker an diesem Abend war Trainer Manuel Baum, der sein Team auch in der 90. Minute noch lautstark mit ruppigen Anweisungen zurechtwies.

Die Statistik: 21

Die Sieglos-Uhr in Gelsenkirchen tickt und tickt. Schalke 04 ist in der Bundesliga seit 21 Spielen ohne Sieg. Den letzten Erfolg gab es am 17. Januar 2020 beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach.

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