Vor allem für Borussia Dortmund war es ein wegweisendes Duell mit der großen Überschrift: Europa oder Champions League. Vier Punkte trennten die Borussia vor der Partie von den Frankfurtern. Im Topspiel musste BVB-Coach Edin Terzic auf Jadon Sancho verzichten, dafür kehrten Marco Reus und Raphaël Guerreiro zurück und starteten von Beginn an hinter Top-Stürmer Erling Haaland.
Die Frankfurter waren gewillt, den Abstand auf den BVB mindestens zu halten und setzten dazu auf eine zweikampfstarke und kompakte Defensive – mussten dabei allerdings unter anderem auf Martin Hinteregger verzichten (Reha). Gegen den Ball verteidigte die Eintracht in einem 5-3-2-System, nach vorne entwickelten die Gäste viel Tempo in Person von Amin Younes, André Silva, Filip Kostic und Luka Jovic.
Die Dortmunder starteten zwar engagiert und setzten sich zu Beginn in der gegnerischen Hälfte fest, erlaubten sich allerdings auch früh den ersten Blackout in der Defensive. Kostic bekam auf der linken Offensivseite keinen Gegnerdruck, flankte ohne Bedrängnis auf den zweiten Pfosten. Nico Schulz und Silva gingen ins Kopfballduell, der Dortmunder verlängerte die Kugel dabei unglücklich über Marwin Hitz hinweg ins lange Eck zur Frankfurter Führung (11.).
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VOR 16 STUNDEN
In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, mit leichten Ballvorteilen auf Dortmunder Seite. Beide Mannschaften versuchten, mit flachem Kombinationsspiel nach vorne zu kommen, erlaubten sich jedoch viele kleine Fehler im Passspiel. So war es zumeist ein zerfahrenes Spiel im Mittelfeld.
Kurz vor der Halbzeit waren die Hausherren nach einem Standard zur Stelle. Reus brachte einen Eckball von der rechten Seite in die Mitte, Emre Can legte per Brust vor für Mats Hummels, der die Kugel aus fünf Metern zentraler Position volley nahm, Kevin Trapp tunnelte und zum Ausgleich traf (45.).
Auch in der zweiten Halbzeit blieb es eine ausgeglichene Partie mit einigen leichten Fehlern im Kombinationsspiel. In der 65. Minute zitterten die Dortmunder, da Frankfurt vermeintlich erneut in Führung ging. Kostic brachte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in die Mitte, Hummels untersprang den Ball, Stefan Ilsanker war aus sieben Metern zur Stelle und verwandelte per Kopf ins rechte Eck. Er stand allerdings zuvor knapp im Abseits – der Treffer zählte nicht.
In der Schlussphase schockten die Frankfurter den BVB dann doch noch mit der erneuten Führung. Jovic zog in die linke Strafraumhälfte ein, wurde von Hummels vom Ball getrennt. Die Kugel landete bei Kostic, der punktgenau auf den zweiten Pfosten flankte und dort Silva fand, der aus vier Metern ins rechte Eck einköpfte und damit den Frankfurter Sieg perfekt machte (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Ob es jetzt verdient war, würde ich nicht unbedingt sagen. Dortmund hatte auch gute Phasen gehabt, gute Chancen. Wir haben es in der zweiten Halbzeit teilweise sogar verpasst, es besser auszuspielen und dann ist es natürlich umso schöner, wenn man fünf Minuten vor Schluss den Siegtreffer erzielt."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Wir hatten so viele Torchancen und vor allem Situationen, die Hundertprozentige werden müssen - ein Dutzend - die wir unsauber zu Ende spielen. Ich glaube, dass wir in der zweiten Halbzeit mit dem Ball zu unsauber waren, zu unkonzentriert - technisch einfach nicht gut genug, da sind uns andere Mannschaften vielleicht auch voraus."

Der Tweet zum Spiel:

Es ist nicht die Saison des Nico Schulz.

Das fiel auf: Zu wenig Haaland für die Königsklasse

Haaland wirkte nicht nur unglücklich, sondern gleichermaßen unzufrieden in der Dortmunder Offensive. Der Norweger setzte nur selten Akzente – dabei hatte er gleich zweimal die große Chance, für seinen Klub zu treffen. Vor dem Tor fehlte ihm allerdings das, was ihn sonst auszeichnet. Kaltschnäuzigkeit und Effizienz. In der 21. Minute scheiterte er aus neun Metern halbrechter Position, fünf Minuten später freistehend aus sechs Metern gegen den starken Kevin Trapp. Haaland haderte mit sich selbst, mit seinen Kollegen, mit dem Spiel – er schüttelte oft den Kopf, winkte ab, schlich ohne Körperspannung über den Platz und stand stellvertretend dafür, was dem BVB fehlte: Überzeugung, Positivität und Kampfeswillen.

Die Statistik: 150

Im Transfersommer 2016 wechselte Guerreiro aus Frankreich vom FC Lorient für rund zwölf Millionen Euro ins Ruhrgebiet und entwickelte sich seither zu einem Leistungsträger der Borussia. Gegen Eintracht Frankfurt absolvierte der Portugiese sein 150. Spiel für den BVB. In dieser Zeit erzielte er 27 Treffer und gab 30 Torvorlagen. Sein Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2023.
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