Der VfB Stuttgart wollte den BVB wie bereits im Hinspiel schlagen und das ausgesprochene Ziel Klassenerhalt frühzeitig feiern. Der Blick auf die Tabelle verriet allerdings, dass bei den Süddeutschen Understatement an der Tagesordnung stand – der VfB war bereits vor der Partie nah dran an Europa. Gegen die Borussia fehlte Gonzalo Castro verletzt, Atakan Karazor ersetzte ihn im Mittelfeld.
Für Borussia Dortmund ging es zwischen den wichtigen Spielen in der Champions League im Ligaalltag um extrem wichtige Punkte und Wiedergutmachung nach der – laut BVB-Coach Edin Terzic – "schlechtesten Leistung der Saison" beim 1:5 im Hinspiel. Der Trainer wechselte im Vergleich zum letzten Pflichtspiel zweimal. Thomas Delaney ersetzte den angeschlagenen Emre Can, Giovanni Reyna startete für Ansgar Knauff.
Die Borussia übernahm von Beginn an die Spielkontrolle in einer sehr intensiven Partie zweier guter Mannschaften. Stuttgart verteidigte und verschob sehr geschickt, versuchte immer wieder über Konter gefährlich in die Offensive zu kommen. Dortmund verbuchte mehr Torschüsse, Ballbesitz und Eckbälle, allerdings fehlten im letzten Drittel Killerinstinkt und Variabilität – oftmals verrannten sich die BVB-Akteure in ihren Aktionen.
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In der 17. Minute gelang schließlich dem VfB Stuttgart mit der besten Torchance direkt die Führung. Borna Sosa bekam den Ball auf der linken Seite und flankte punktgenau auf den zweiten Pfosten auf den zwei Meter großen Sasa Kalajdzic, der sich im Luftduell durchsetzte und per Bogenlampe perfekt ins lange Eck traf – Marwin Hitz hatte keine Chance.
Mit der Führung im Rücken setzten die Hausherren vermehrt auf Konterchancen, ließen Borussia Dortmund kommen. Der BVB versuchte offensive Gefahr auszustrahlen – es blieb jedoch zumeist bei Schüssen aus der zweiten Reihe.
Terzic fand in der Halbzeitpause offenbar die richtigen Worte, um sein Team für die zweiten 45 Minuten einzuschwören. Bereits in der 47. Minute gelang der Borussia der 1:1-Ausgleichstreffer. Mahmoud Dahoud passte den Ball aus dem linken Halbfeld in die rechte Strafraumhälfte auf Reyna, der direkt ablegte für Jude Bellingham, dessen Schuss aus 16 Metern im rechten Eck landete.
Nur fünf Minute später gelang es den Dortmunder, das Spiel zu drehen. Reyna passte den Ball von der rechten Seite in die Mitte auf Mateu Morey, der die Übersicht behielt und Marco Reus in der linken Strafraumhälfte fand. Der Offensivmann zog mit dem ersten Kontakt ab und verwandelte aus 13 Metern ins rechte Eck (52.).
Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der sich der BVB in der 78. Minute einen folgenschweren Fehler erlaubte. Morey spielte in der Offensive einen üblen Fehlpass in die Füße von Kalajdzic, der den Konter einleitete und den eingewechselten Daniel Didavi auf der linken Seite schickte. Der Offensivmann zog in den Strafraum ein und verwandelte flach aus 14 Metern halblinker Position ins rechte Eck.
Zwei Minuten später antworte der BVB jedoch durch den eingewechselten Youngster Knauff. Erling Haaland passte von der Strafraumgrenze auf Knauff, der zwei Schritte ging, unter Bedrängnis aus 16 Metern abzog und flach ins rechte Eck traf (80.). Der VfB setzte anschließend alles auf eine Karte, doch schaffte es nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen.

Die Stimmen:

Sven Mislintat (Sportdirektor VfB Stuttgart): "Die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit haben uns gekillt. Ich finde, dass wir zumindest eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt haben, nicht unverdient 1:0 führen. In der zweiten Halbzeit muss ich sagen, dass wir Dortmund nach dem 1:2 dominiert haben. Wir hatten eigentlich ein 3:3 verdient gehabt."
Ansgar Knauff (Borussia Dortmund): "Ich bin reingekommen, habe einfach mein Bestes gegeben und wollte unbedingt das Spiel gewinnen. Ich freue mich einfach, dass es geklappt hat. Es ist eine unglaubliche Woche für mich gewesen mit meinem Startelf-Debüt und auch meinem ersten Bundesliga-Tor. Ich hoffe einfach, dass es genau so weitergeht."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Das Minimal-Minimal-Ziel in Gefahr

Zuerst das Meisterrennen, danach die angepasste Erwartungshaltung und die Champions League als Minimal-Ziel. Doch nach der bitteren Pleite im direkten Duell mit Eintracht Frankfurt, stolperte der BVB tiefer als er dachte. Es geht mittlerweile nicht mehr um die Königsklasse, sondern um das europäische Geschäft, denn den BVB trennen nur sechs Punkte vom achten Platz und dieser berechtigt dazu, nächstes Jahr Bundesliga und DFB-Pokal zu spielen – und eben nicht, sich auf internationaler Ebene zu messen. Den Dortmundern muss klar werden, dass in dieser Saison nicht die kleinste Zielsetzung ein Selbstläufer ist und für jeden Punkt hart gearbeitet werden muss – im Kollektiv. So wie im zweiten Durchgang gegen den VfB Stuttgart. Schaffen es die Dortmunder, dieses Gesicht auch in den restlichen Spielen zu halten, darf gesprochen werden. Taten sind die erste Voraussetzung.

Die Statistik: 2

So viel Trubel um seine Person – seit Wochen – gehen am 20-jährigen Stürmerstar nicht spurlos vorbei. Haaland ist merklich angeschlagen, wirkt nicht mehr so frisch und frei wie gewohnt und das zeigt sich auch in seiner Torquote. In den vergangenen fünf Spielen traf der Norweger wettbewerbsübergreifend zweimal.
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