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BVB | Dortmunder Defensiv-Dilemma: Favre muss schon zaubern
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Publiziert 10/10/2020 um 11:46 GMT+2 Uhr
Der Saisonstart des BVB verlief mit zwei Siegen und einer Niederlage in der Bundesliga nicht herausragend, sondern eher solide. Nun weilt ein Großteil des Dortmunder Kaders bei den Nationalmannschaften. In der Heimat tut sich derweil ein Problem auf, dass die frühe Phase der Spielzeit negativ beeinflussen könnte: In der Defensive herrscht Personalnotstand.
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Hoffenheim, Lazio, Schalke, Zenit, Bielefeld.
Nach der Länderspielpause nimmt die noch junge Saison gleich wieder richtig Fahrt auf. Auch für den BVB. Fünf Spiele stehen ab dem 17. Oktober bis zum Ende des Monats für die Borussia auf dem Programm. Champions League, Bundesliga und Derby - Es wird knackig.
Auf dem Spiel steht viel. In der Liga soll Anschluss an die Spitze oder zumindest mit dem Rivalen aus München Schritt gehalten werden. Die Königsklassen-Gruppe wirkt auf den ersten Blick machbar, setzt aber konzentrierte Leistungen voraus.
Da kommt es äußerst ungelegen, dass (ausgerechnet) in dieser heiklen Phase erste personelle Probleme auftauchen. Wobei man das Wort ausgerechnet zwingend in Klammern setzen muss, weil in den kommenden acht Monaten jeder Zeitpunkt ein ausgerechneter wäre.
Zorc nennt Grund für Transferverzicht
Corona schob den Spielplan zusammen und setzte großes Geschick der Kaderplaner voraus. Die Dortmunder Führungsebene entschied sich gegen Ende der langen Transferphase gegen weitere Verpflichtungen in der Defensive. Eine Entscheidung, die schon wenige Tage nach Schließung des Transferfensters von Manager Michael Zorc erklärt werden muss.
"Es ging uns vor allem um wirtschaftliche Vernunft", begründete der 58-Jährige via "Bild" und führte weiter aus: "Wir haben kaderintern Alternativen, um die Ausfälle in der Abwehr zu kompensieren."
Was die Zorc'sche Erklärung überhaupt erst nötig machte, war eine Verkettung unglücklicher Umstände, die zu einem veritablen Engpass in der schwarz-gelben Defensivabteilung führt und führte.
Die gewohnte Abwehrformation wird es nicht geben
Nachdem es in der Vorbereitung intern wie extern Diskussionen um eine geeignete taktische Formation gab, beugte sich Lucien Favre dem Druck und wich von seiner favorisierten Viererkette ab.
In den ersten Saisonwochen schickte er eine defensive Dreierreihe ins Rennen, die in den meisten Fällen aus Mats Hummels, Manuel Akanji und Emre Can bestand. Mit Erfolg. Lediglich zwei Pflichtspielgegentore musste der BVB bislang hinnehmen. Eine starke Visitenkarte.
Schon jetzt steht fest, dass dieses Trio in den kommenden Spielen aufgebrochen werden muss. Aus zwei Gründen.
Manuel Akanji wurde positiv auf das Coronavirus getestet und sitzt seit Mitte der Woche in der Schweiz in Quarantäne. Glücklicherweise zeigt der 25-Jährige keine Symptome, der Schweizer Mannschaftsarzt Martin Maleck hält Akanjis Infektion aber für frisch. Das Länderspiel gegen Spanien findet deshalb in jedem Fall ohne ihn statt.
Wie lange der Innenverteidiger nicht wird spielen können, steht in den Sternen. Schnell kann es gehen, dauern aber auch. Zlatan Ibrahimovic vom AC Mailand schlägt sich beispielsweise schon seit über zwei Wochen mit positiven Corona-Tests herum.
Can muss Sperre absitzen
Für das Bundesliga-Spiel in Hoffenheim am 17. Oktober droht also akut ein freier Platz in der Dortmunder Kette. Drei Tage später in Rom könnten es schon zwei sein, weil Can dort eine Rotsperre absitzen muss. Der Nationalspieler war im Achtelfinal-Rückspiel in Paris nach einem Handgemenge vom Platz geflogen und für zwei Partien gesperrt worden.
Dan-Axel Zagadou - eigentlich auch ein Kandidat für die Startelf - fehlt seit Monaten wegen einer Knieverletzung. "Bei ihm dauert es noch ein bisschen", blieb Zorc zuletzt im "Kicker" schwammig.
Was also tun?
Favre muss zaubern
Trainer Lucien Favre muss überlegen, wie er die Probleme in der eigenen Abwehrreihe löst.
Bleibt er beim bislang erfolgreichen System, müsste er einen offensiveren Spieler in die Dreierkette zurückziehen. Thomas Meunier käme dafür in Frage. Der rechte Außenverteidiger hat das schon einige Male gespielt. Auch deswegen holte man den Belgier im Sommer aus Paris.
Oder vielleicht Axel Witsel? Diese Variante scheint möglich, allerdings dürfte sich Favre schwer damit tun, das komplette Zentrum aufzubrechen.
Möglichkeit drei wäre U23-Mann Henri Weigelt. Der 22-Jährige hat Zweitligaerfahrung für Arminia Bielefeld, ist in der obersten deutschen Spielklasse aber ein gänzlich unbeschriebenes Blatt.
So oder so: Beim BVB kündigen sich Probleme an, die kreative Lösungen erfordern. Favre wird diese finden müssen.
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