Lucien Favre wechselte im Vergleich zum 2:1-Erfolg bei Zenit St. Petersburg in der Champions League auf sechs Positionen durch, die oft zitierte Belastungssteuerung in den beanspruchenden Wochen wirkte sich aber auch auf den Spielfluss seiner Mannschaft aus. Dortmund agierte sehr passiv, die Gäste aus Stuttgart, die nach dem 2:1 in Bremen nur auf zwei Positionen tauschten, agierten mutig und kämpften in der ersten Hälfte mit der Chancenverwertung.
Das erste Mal musste sich Roman Bürki bereits in der siebten Minute auszeichnen, als er einen stark getretenen direkten Freistoß von Borna Sosa noch gerade aus dem Winkel fischte. Nur sechs Minuten später scheiterte der auffällige Tanguy Coulibaly nach Zuspiel von Silas Wamangituka im Zentrum nur knapp am rechten Pfosten (13.).
Nach einer knappen halben Stunde gelang den Gästen dann die verdiente Führung. Nach dem kurz zuvor dem BVB noch ein Elfmeter verwehrt wurde, zeigte Christian Dingert wenig später auf der anderen Seite auf den Punkt. Emre Can kam deutlich zu spät gegen Mateo Klimowicz, der Nationalspieler hatte Glück, dass die Dreifachbestrafung inzwischen abgeschafft wurde und er zurecht mit Gelb davon kam. Wamangituka verwandelte vom Punkt dann eiskalt, schickte Bürki noch in die falsche Ecke und schob souverän zur verdienten Führung ein (26.).
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Kurz nach der Führung verpasste es der VfB, direkt nachzulegen. Coulibaly scheiterte nach einer Einzelaktion gegen passive Dortmunder noch an Bürki, der Abpraller landete aussichtsreich vor den Füßen von Klimowicz, doch der vergab deutlich (30.). Der Argentinier vergab nach einem Zuspiel Wataru Endos auch die nächste gute Gelegenheit der Gäste vor dem Seitenwechsel (38.).
Die schwache Chancenverwertung der Gäste bestrafte der BVB wenig später durch seine individuelle Klasse. Raphael Guerreiro mit einem schönen Diagonalball in den Strafraum auf Giovanni Reyna, der das Anspiel perfekt annahm und mit dem zweiten Kontakt unhaltbar den Ball in die rechte Ecke hob (39.).
Nach der Pause verwertete der VfB die erste gute Gelegenheit dann direkt zur erneuten Führung. Orel Mangala eroberte den Ball am Dortmunder Strafraum und bediente anschließend Wamangituka. Der Torschütze zum 1:0 hatte alle Zeit der Welt, um seinen Doppelpack zu schnüren (52.).
Der BVB, geschockt vom Rückstand, fiel im weiteren Spielverlauf komplett auseinander. Mit etwas weniger Dortmunder-Mithilfe gelang dem VfB dann kurze Zeit später das 3:1. Sosa mit einem perfekten Zuspiel für Philipp Förster, der eiskalt einschob (60.).
Das Drama aus Sicht der Hausherren nahm seinen Lauf. Nur drei Minuten später leistete sich Jude Bellingham einen groben Schnitzer im Aufbau. Nach schnellem Umschalten über Wamangituka und Coulibaly stand es plötzlich 4:1 (63.). Pellegrino Matarazzo hatte wenig später ein Erbarmen und nahm die unaufhaltsamen Wamangituka und Coulibaly vom Feld (67.).
Die Hausherren drängten in der Schlussphase auf Ergebniskosmetik, was kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit fast gelang. Doch ein zweiter Treffer Reynas fand aufgrund einer Abseitsposition in der Entstehung nachträglich zurecht keine Anerkennung (87.).
Stattdessen kam es noch dicker für Borussia Dortmund. Stuttgart startete einen seiner vielen gefährlich Konter, diesmal unter gütiger Mithilfe und vorangegangen Fehlpass des für Bellingham eingewechselten Nico Schulz. Der eingewechselte Nicolás González hatte kein Mitleid und machte mit dem 5:1 die Blamage perfekt. Am Ende muss Dortmund fast froh sein, dass der VfB in der ersten Hälfte noch die ein oder andere Chance liegen ließ. Dortmund kassierte die dritte Heimniederlage in Folge. Stuttgart überzeugt weiter - vor allem in der Fremde - und bleibt auswärts ungeschlagen.

Die Stimmen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Das war eine Katastrophe! Zu viele große Fehler. Es ist schwer zu erklären. Sie haben gut gespielt, aber wir waren sehr, sehr schlecht."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Ich glaube heute ist wirklich viel schiefgelaufen. Wir kommen mit einem glücklichen 1:1 in die Pause. Dann legen wir ihnen die Tore reihenweise auf. Stuttgart hat es hervorragend gemacht. Die waren aggressiv und zielstrebig, wir waren das nicht."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Stuttgart war uns in allen Belangen überlegen. Aggressivität, Zweikampfverhalten, Gegenpressing. Sie haben alles an den Tag gelegt, was wir uns vorgenommen haben. Wir können nicht gut verteidigen."
Philipp Förster (VfB Stuttgart): "Wir haben uns viel vorgenommen. Heute haben wir zum Glück unsere Chance genutzt und am Ende verdient gewonnen. Wir hatten am Ende den besseren Plan."

Der Tweet zum Spiel:

Wohl nicht nur heute, generell macht Stuttgart den Fans vor allem auf fremden Platz eine Freude. Die Schwaben verloren in der laufenden Saison noch kein Auswärtsspiel in der Bundesliga.

Das fiel auf: Passive Dortmunder überfordert gegen hungrige Stuttgarter

Dortmund wirkte nach kräftezehrenden Wochen müde und vor allem unkonzentriert. In der ersten Hälfte bestrafte dies ein mutig agierender Aufsteiger, die nicht wie ein solcher insgesamt in dieser Saison auftreten, noch nicht. Nach der Pause drohten die Schwarz-Gelben dann frühzeitig auseinanderzufallen. Dortmund wird sich nachträglich bei Pellegrino Matarazzo bedanken, dass er nach dem 4:1 die unaufhaltsamen Wamangituka und Coulibaly vom Feld nahm. Besonders Jude Bellingham erwischte einen rabenschwarzen Nachmittag. In der Entstehung des 1:2 und 1:4 gingen Ballverluste des jungen Engländers voraus. Favre erlöste ihn dann frühzeitig. Mit dem 1:5 in der Nachspielzeit war die Blamage perfekt.

Die Statistik: 14

Nach fast 14 Jahren siegt Stuttgart erstmals wieder in Dortmund. Damals gelang fast ein bescheidendes 1:0 in der Meistersaison 2006/07. Torschütze damals: Mario Gomez. Der BVB hingegen verliert hingegen erstmals seit der Saison 2013/14 drei Heimspiele in Serie.
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