Die Erleichterung war Marco Reus im Interview nach dem 4:1-Sieg gegen Werden Bremen sichtlich anzumerken. "Nach gestern waren wir noch ein bisschen heißer, weil es einfach eine Riesenchance war, noch einmal oben heranzukommen", sagte der Kapitän bei "Sky".
Mit Eintracht Frankfurt (0:4 bei Borussia Mönchengladbach) und dem VfL Wolfsburg (2:3 gegen Bayern München) hatten am Samstag die beiden Hauptkonkurrenten im Kampf um die Champions League Federn gelassen.
Nur noch vier Punkte beträgt der Rückstand auf Rang vier, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt und für den BVB das Minimalziel darstellt. Wolfsburg liegt nur einen Zähler vor Frankfurt auf dem dritten Tabellenplatz.
Bundesliga
Terim: Haaland stand kurz vor Galatasaray-Transfer
02/08/2021 AM 08:49
"Der Sieg bringt uns drei Punkte näher an unser Ziel, aber auch in dem Wissen, dass es in drei Tagen schon wieder anders aussehen kann", gab Trainer Edin Terzic zu bedenken, der nach dem Aus in der Königsklasse unter der Woche gegen Manchester City eine ordentliche Leistung seiner Mannschaft sah.
Was uns beim traditionsreichen Duell (106 Spiele in der Bundesliga) auffiel.

1. Haaland giert wieder

Dieses Schnaufen nach dem Elfmetertor zum 2:1 sagte alles. Fast ein kompletter Monat lag zwischen Erling Haalands letztem Pflichtspieltreffer beim 2:2 in Köln am 20. März und seinen beiden Toren im Heimspiel gegen Werder Bremen. In diesem Zeitraum verpasste es der Stürmer in sieben aufeinanderfolgenden Spielen, das zu tun, was ihm sonst so spielerisch leicht gelingt: den Ball über die Linie zu befördern.
Für einen wie Haaland ist Torlosigkeit nicht nur ein äußerst unangenehmer Gemütszustand, sie scheint ihm fast schon körperliche Schmerzen zu bereiten. Die Körpersprache, die der 20-Jährige in den vergangenen Wochen teilweise legte, ließ diesen Schluss jedenfalls zu und brachte dem Shootingstar einiges an Kritik ein.
Nun ist die Flaute vorbei. Gegen Werder traf Haaland zum insgesamt neunten Mal in dieser Bundesligasaison gleich mehrfach und heimste sich damit einen neuen Vereinsrekord ein. Zuvor teilte er sich diesen mit Lothar Emmerich. Die BVB-Legende schaffte dieses Kunststück in den Spielzeiten 1965/66 und 1966/67 jeweils acht Mal in einer Saison.
Damit der Knoten platzte, benötigte es jedoch einen Schubser seines Trainers. Kurz nach dem Gegentreffer zum 0:1 nahm ihn dieser zur Seite und redete gestenreich auf den Norweger ein.
"Wir haben nicht übers Wetter gesprochen", erklärte Terzic die Szene nach Spielende bei "Sky". "Wir haben in den ersten 30 Minuten einen Raum nicht gesehen, der die ganze Zeit offen war. Darauf haben wir ihn hingewiesen und es ihm noch einmal in der Halbzeit gezeigt."

Edin Terzic coacht Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

Das half, denn Haaland wurde von seinen Kollegen in der Folge deutlich häufiger gefunden, hatte neben seinen beiden Toren beste Abschlussgelegenheiten. Fünf Torschüsse gab der Norweger insgesamt ab, vier davon gingen aufs Tor. Auch legte er zwei Versuche für seine Mitspieler auf und traf zum vermeintlichen 4:1 per Kopf. Allerdings wurde dieser Treffer wegen einer Abseitsstellung zu Recht nicht anerkannt. Trotzdem: die alte Gier ist wieder da.
"Im Vergleich zu den Spielen davor, haben wir ihn viel häufiger ins Spiel gebracht und er hat sich mit zwei Toren belohnt", freute sich auch Terzic darüber, dass die Torlos-Serie nun vorerst kein Thema mehr ist. Dabei war ihm der Schwierigkeitsgrad der Tore (Elfmeter, Abstauber ins leere Tor) sicherlich genauso Wurscht wie Haaland selber.

Erling Haaland trifft vom Elfmeterpunkt zum 2:1 für Dortmund gegen Bremen

Fotocredit: Getty Images

Über seine Quote kann trotz der flautigen Phase ohnehin niemand beschweren. Ganz nebenbei avancierte Haaland gegen Grün-Weiß nämlich zum jüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte, dem 36 Tore gelangen.

2. Nächster Nackenschlag für Meunier

Wie man es auch dreht und wendet, die Premierensaison von Thomas Meunier ist eine einzige Enttäuschung. Für die Fans, für den Verein, für den Spieler. Vom vermeintlichen Transfercoup, der Belgier kam im Sommer ablösefrei von PSG zum BVB, entwickelte er sich schnell zum Sicherheitsrisiko und rutschte in der Hierarchie deutlich ab.
Gegen Bremen spielte einmal mehr Mateu Morey auf der Position des rechten Verteidigers. Der junge Spanier hat sich dort unter anderem durch starke Leistungen im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City festgespielt.
Meunier wartete stattdessen mal wieder auf der Bank auf einen möglichen Einsatz - vergebens. Denn auch als Morey nach einer maximal durchschnittlichen Vorstellung zur Halbzeit ausgewechselt wurde, durfte der 29-Jährige nicht ran.

Lukasz Piszczek kam gegen Bremen für Mateu Morey ins Spiel

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Stattdessen wechselte Terzic Routinier Lukasz Piszczek ein. Der 35-Jährige brachte es in der laufenden Spielzeit bislang auf gerade einmal 60 Einsatzminuten, scheint sich in seiner finalen Saison nach sechs Einsatzminuten in Stuttgart (3:2) und nun 45 gegen Werder aber an Meunier geschoben zu haben.
Der belgische Nationalspieler muss sich strecken, um im Saisonendspurt wieder eine Rolle beim BVB zu spielen.

3. Bremen meldet sich zurück … im Abstiegskampf

Es ging doch so gut los. Nur 14 Minuten war die Partie alt, da traf Milot Rashica zum 1:0 für Werder Bremen und belohnte seine Mannschaft für einen konzentrierten Beginn. Was dann kam, brachte Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel auf die Palme.
"Das geht so nicht", beschwerte sich der 38-Jährige im Interview bei "Sky" sichtlich erregt: "Wir legen ein Tor selber auf, kriegen einen dummen Elfmeter. Die Phase vor dem ersten Gegentor bis zur Halbzeit hat uns das Spiel gekostet."

Florian Kohfeldt im Spiel bei Borussia Dortmund

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In der Tat hatten die Werderaner Glück, nicht mit mehr als nur zwei Toren Rückstand in die Kabine zu gehen. Jude Bellingham und Julian Brandt ließen noch vor dem Seitenwechsel beste Gelegenheiten liegen.
"Ich bin sehr unzufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Wir haben von einer Halbzeit einfach mal 16 Minuten rausgenommen. Nach dem 1:1 musst du dich schütteln und weitermachen. Das haben wir nicht gemacht", haderte Kohfeldt.
Was die Stunde geschlagen hat, ist in Bremen nach der fünften Bundesliganiederlage in Folge - Vereinsnegativrekord - jetzt jedem klar: Abstiegskampf.
Bereits am Mittwoch kommt mit dem FSV Mainz 05 ein direkter Konkurrent ins Weserstadion. "Ich erwarte, dass wir gegen Mainz keine Ausreden suchen. Wir sind immer noch in einer guten Ausgangslage, aber Mittwoch zählt’s”, forderte Kohfeldt.
In dieselbe Richtung gingen auch die Aussagen der Spieler. "Jetzt haben ein Must-Win-Spiel", sagte etwas Marco Friedl,
Lange Zeit sah es in dieser Saison nicht danach aus, aber angesichts von fünf Pleiten in Serie mit 4:14 Toren lässt sich festhalten: Werder Bremen meldet sich zurück - und zwar im Abstiegskampf.
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