Zum ersten Mal, nachdem Edin Terzic die Mannschaft als Cheftrainer übernommen hatte, lief Erling Haaland nach ausgestandener Verletzung wieder für den BVB auf.
Doch der Norweger konnte zunächst kaum am Spielgeschehen teilnehmen. Wolfsburg attackierte Dortmunds Aufbauspiel sehr früh und setzte die Schwarz-Gelben in der eigenen Hälfte fest. Maximilian Arnold spielte einen feinen Schnittstellenpass auf Renato Steffen, der von der Grundlinie zurücklegte. Schlager bekam zu viel Platz, traf den Ball mit dem schwachen Fuß aber unsauber (5.).
Nur eine Minute später war auch Yannick Gerhardt im Rückraum nach einem Querpass sträflich frei. Sein Schuss wurde in höchster Not noch von Mats Hummels an den Außenpfosten abgefälscht (6.).
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Dortmund tat sich schwer, den eigenen Spielrhythmus zu finden, kam dann aber plötzlich auch zu einer Großchance. Giovanni Reyna spitzelte einen Ball auf Marco Reus durch, der aus kurzer Distanz an Koen Casteels scheiterte (10.).
Danach fand der BVB immer besser ins Spiel, auch wenn große Gelegenheiten ausblieben. Es gelang Wolfsburg aber nicht mehr so gut, das Dortmunder Kombinationsspiel zu unterbinden. Einem Abschluss von Haaland fehlte die Kraft (28.), dann fälschte John-Anthony Brooks einen Schuss des Norwegers noch über das Tor ab (33.).
Wolfsburg konnte die hohe Intensität der Anfangsminuten nicht bestätigen, hatte aber durch Gerhardt (34.) und Wout Weghorst (41.) noch zwei Kopfballchancen. Insbesondere beim Versuch des Niederländers, der ohne Bedrängnis abschließen konnte, war mehr drin.
Aber auch Dortmund hatte kurz vor der Pause noch mehrfach die Chance auf den Führungstreffer. Marco Reus schnappte sich einen freien Ball, spielte einen Doppelpass mit Haaland und wollte erneut auf den Norweger spielen, doch Brooks kam noch dazwischen (43.). Ein Schuss wäre in diesem Moment wohl besser gewesen.
Noch gefährliche wurde es wenige Minuten später. Haaland zog von der Sechzehnerkante aus ab. Casteels wehrte den Ball zur Seite ab, wo Sancho an den Abpraller kam, das fast leere Tor aber nicht traf (45.+2). Mit der letzten Aktion der ersten Hälfte versuchte es Reus per Freistoß, aber auch hier war Casteels zur Stelle.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit blieb der BVB am Drücker. Haaland zwang Casteels mit einem kraftvollen Linksschuss zu einer Glanzparade (53.). Als dann aus dem Spiel heraus weniger ging, mussten Standardsituationen herhalten. Eine scharfe Freistoßflanke von Reus köpfte Thomas Delaney knapp vorbei (63.). Kurz darauf machte es Manuel Akanji nach einer Ecke besser. Der Schweizer stieg am höchsten und köpfte zur 1:0-Führung ein (66.).
Nur vier Minuten später kam es fast zur Wiederholung des Treffers. Wieder schlug Jadon Sancho die Ecke und weil sich Casteels verschätzte, kam Akanji an den Ball. Dieses Mal köpfte der Innenverteidiger aber am rechten Pfosten vorbei (70.). Der eingewechselte Steffen Tigges hatte auch noch eine gute Gelegenheit, als er aus spitzem Winkel den Ball an Casteels vorbeispitzelte, doch Brooks klärte noch vor der Linie (81.).
Wolfsburg bäumte sich erst kurz vor dem Ende nochmal richtig auf. Arnold zielte aber daneben (88.) und sowohl Weghorst als auch Bialek trafen nach einer Baku-Flanke den Ball nicht (90.).
So machte Dortmund nach einem Eckball der Wolfsburger den Deckel drauf. Sancho startete aus der eigenen Hälfte, tanzte noch Paulo Otávio aus und schob dann zum 2:0-Endstand ein (90.+2).
Aufgrund einer besseren zweiten Hälfte verdiente sich der BVB den Dreier und bleibt in der Spitzengruppe. Wolfsburg wird sich nach einer starken ersten Hälfte aber über eine vergebene Möglichkeit ärgern.

Die Stimmen:

Manuel Akanji (Borussia Dortmund): "Es war kein einfaches Spiel. Wolfsburg ist besser ins Spiel gestartet. Aber nach 15-20 Minuten sind wir dann besser dringewesen und haben uns ein paar Chancen herausgespielt und hätten auch ein oder zwei Tore machen können. Aber wir sind dann ruhig geblieben und haben weiter versucht unsere Chancen zu kreieren. Defensiv haben wir gut gestanden. Und dann bin ich froh, dass Jadon [Sancho, Anm. d. Red] so eine gute Flanke gespielt hat und ich das Tor machen konnte. Dann haben wir weiterhin gut als Mannschaft verteidigt und haben vorne noch die Konterchance ausgenutzt."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Ich denke, dass wir ein sehr ordentliches Spiel gemacht haben. Wir hatten viele Möglichkeiten und da müssen wir ein Tor mindestens schießen. Wenn uns das gelingt, läuft es ganz anders. Wenn man irgendwas mitnehmen möchte, muss man in jeder Situation hellwach sein und das ist uns hier nicht gelungen. Es war ja klar, dass wir nicht nur eine Niederlage haben werden in der ganzen Saison, deswegen: Mund abputzen und weitermachen."

Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg): "Es hat auf jeden Fall etwas gefehlt, um Punkte mitzunehmen, weil wir 0:2 verloren haben. Ich glaube, dass wir in der zweiten Halbzeit schon noch etwas aktiver sein müssen. Wir hatten unsere Möglichkeiten gehabt, genau so wie die die Dortmunder auch ihre Möglichkeiten hatten. Letztendlich war eine Standardsituation das Entscheidende heute und das ist sehr bitter für uns."

Das fiel auf: Haaland kann nicht alle Probleme lösen

Neues Jahr, alte Probleme beim BVB. Auch Neu-Trainer Edin Terzic und die Rückkehr von Erling Haaland können nicht alle Baustellen des BVB beheben. Es fehlte auch gegen Wolfsburg oftmals an kreativen Ideen, um die gut geordnete Wölfe-Defensive zu überwinden. Dortmund hatte zwar einige Chancen, die aber eher aus Einzelaktionen heraus entstanden. Und wenn der BVB vor das Tor kam, haperte es wieder einmal an der Effizienz. So musste ein Eckball für den vorentscheidenden Treffer herhalten.

Der Tweet zum Spiel:

Es war bisher noch nicht die Saison von Jadon Sancho, der nach 20 Tore und 20 Vorlagen in der letzten Spielzeit in den letzten Monaten an Ladehemmung litt. Zum Auftakt in das neue Jahr gelang dem Engländer nun das erste Saisontor, das er noch mit einer Vorlage und weiteren guten Aktionen vor dem Tor garnierte. Es war noch kein perfektes Spiel des 20-Jährigen, doch der Auftritt weckte wieder Hoffnung bei den Fans.

Die Statistik: 11

Wolfsburg scheint ein echter Lieblingsgegner der Dortmunder zu sein. Seit elf Spielen hat der BVB nicht mehr gegen die Wölfe verloren. Ganze zehn Siege sprangen in dieser Zeit heraus. Aus Wolfsburger Sicht noch schlimmer: In den letzten acht Spielen gelang den Wölfen nicht mal ein Tor.
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