Zwei Mal knallte der Ball an das Dortmunder Gebälk. Schon nach zwölf Sekunden traf der Unioner Marcus Ingvartsen die Latte, 65 Minuten später setzte Max Kruse einen Freistoß sehenswert an den Pfosten.
Der BVB hingegen machte zwei Tore. Marco Reus drückte einen Haaland-Elfer im Nachsetzen über die Linie (27.) und Raphael Guerreiro schloss kurz vor Schluss (88.) einen Konter ab.
So stand am Ende ein 2:0 (1:0)-Pflichtsieg für die Gastgeber. Drei kolossal wichtige Punkte für die Borussia, die noch um die Champions-League-Teilnahme kämpft.
Bundesliga
Mit Alu-Glück und Elfer-Dusel: BVB feiert Pflichtsieg gegen Union
21/04/2021 AM 20:24
"Mit ein wenig Glück kippt das Spiel noch zu unseren Gunsten, aber besonders in der zweiten Hälfte hat sich der Unterschied zwischen beiden Teams gezeigt", bewertete Berlins Trainer Urs Fischer fair.
Sein Gegenüber Edin Terzic hingegen war gleichermaßen erleichtert wie kämpferisch. "Man hat uns dafür belächelt, dass wir weiterhin kämpfen wollen. Aber wir geben nicht auf", so der 38-Jährige.
Was uns beim Spiel zwischen Dortmund und Berlin auffiel.

1. Das ist bitter

Es lief die 72. Spielminute und die Partie war noch offen. Trotzdem hätte Mats Hummels im Zweikampf mit Union-Stürmer Petar Musa wohl nicht mit derartiger Vehemenz hingehen müssen.
Denn mit seiner Grätsche im Mittelfeld traf der Dortmunder Innenverteidiger seinen Gegenspieler dermaßen deutlich, dass Schiedsrichter Daniel Schlager gar keine Möglichkeit blieb, als Gelb zu zücken.
Für den ehemaligen Nationalspieler war es die fünfte Verwarnung in der laufenden Saison. Nun wird er im nächsten Spiel zuschauen müssen. Ausgerechnet im wichtigen Duell mit dem direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker).
"Das ist das, was heute wehtut, es ist wirklich bitter. Wir hatten heute beide Innenverteidiger mit vier Gelben Karten auf dem Platz", beklagte Terzic. Fast wäre er mit diesem Risiko durchgekommen. Nun aber wird er im vorentscheidenden Spiel im Schlussspurt der Liga umstellen müssen. Emre Can dürfte nach hinten rücken und neben Manuel Akanji verteidigen.
Eine Sperre zur Unzeit, schließlich war Hummels seit Wochen in guter Form. Obendrein der torgefährlichste Verteidiger der Liga (fünf Treffer), wie sein Trainer anmerkte. Natürlich fehle ein solcher Spieler.
"Mats kann dann am Wochenende ein bisschen regenerieren und Kräfte tanken. Für die nächsten drei Spiele danach wird er extrem wichtig sein. So ist der Sport. Fünf Gelbe Karten werden sanktioniert. Am Ende der Saison ist es nicht verwunderlich", so der junge Coach weiter.
Hummels wird darauf hoffen, dass seine Kollegen auch ohne ihn die Wölfe schlagen. Sonst ist das Saisonziel wohl endgültig außer Reichweite.

Jadon Sancho

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2. Das macht Hoffnung

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich das Comeback angedeutet. Nun stand erstmals seit dem 2. März, als der BVB in Mönchengladbach eine Pokalrunde weiter kam, Jadon Sancho erstmals wieder im Kader seiner Borussia.
Und am Ende machte er sogar mit - für eine halbe Stunde. Und was Jadon Sancho da so zeigte, machte vielen, die es mit Schwarz-Gelb halten, Hoffnung auf einen furiosen Schlussspurt des eigenen Teams.
"Man hat gesehen, wie sehr uns Jadon gefehlt hat. Es ist super, dass er wieder zurückgekommen ist", schwärmte Terzic, der nach der Einwechslung des Engländers "viel mehr Tempo auf dem Flügel und eine Menge Möglichkeiten" wahrgenommen hatte.
Der 21-Jährige ging oft ins Dribbling, hatte gute Ideen, versprühte Dynamik und spielte gute Pässe, wie beispielsweise den Steckpass auf Erling Haaland in der Nachspielzeit. Auch am entscheidenden Konter, den Guerreiro zum zweiten Treffer abschloss, war er beteiligt.
Neun Pflichtspiele verpasste Sancho wegen eines Muskelbündelrisses. Nun ist er zurück und könnte für den BVB zum wichtigen Ass im Ärmel avancieren.

Marco Reus gegen Andreas Luthe

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3. Das reicht nicht

"Das ist in hundert Jahren kein Elfmeter", polterte Didi Hamann. Der ehemalige Nationalspieler und TV-Experte für "Sky" war regelrecht außer sich, als er die Szene kommentieren sollte, die der BVB-Führung vorausgegangen war.
Nach einem Traumpass von Thorgan Hazard war Marco Reus allein vor Union-Keeper Andreas Luthe aufgetaucht. Wenige Momente später lag der BVB-Kapitän auf dem Boden und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt.
"Es gab keinen klaren Kontakt, der ihn zu Fall bringt. Das habe ich sofort gemerkt", meinte Luthe später. Terzic räumte ein, man müsse den Strafstoß nicht geben. reus wollte gar nicht sprechen. Hamann dagegen tat dies nur zu gerne.
"Ich habe den Glauben an den Videobeweis schon längst verloren, deshalb wundert mich eine solche Entscheidung nicht", befand Dietmar Hamann. "Es ist ein absoluter Witz, so einen Elfmeter zu geben."
Besonders bemerkenswert war, dass der Videoschiedsrichter zwar - wie bei jedem Elfmeterpfiff - um seine Meinung gebeten wurde, Schlager sich die Szene aber nicht selbst noch einmal ansah.
"Ich kann dem Schiedsrichter keinen Vorwurf machen. Im Spielgeschehen habe ich es ähnlich wahrgenommen", zeigte sich Union-Kapitän Christopher Trimmel versöhnlich.
Trotzdem sollte man festhalten: Der BVB hat hier Glück gehabt. Denn eigentlich reicht das selten für einen Elfmeter.
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