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Drei Dinge, die bei BVB - Freiburg auffielen: Haalands große Geste
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Publiziert 03/10/2020 um 22:02 GMT+2 Uhr
Der BVB hat den SC Freiburg trotz einer schwierigen Anfangsphase 4:0 (1:0) geschlagen. Dabei überzeugte vor allem Giovanni Reyna mit drei Torvorlagen und stach damit Kapitän Marco Reus aus, mit dem er sich zukünftig um einen Startelfplatz duellieren wird. Außerdem ermöglichte Doppelpacker Erling Haaland mit seiner Uneigennützigkeit eine besondere Geschichte. Drei Dinge, die auffielen.
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1. Reyna sticht Reus aus
Zum ersten Mal überhaupt standen Marco Reus und Giovanni Reyna für den BVB von Beginn an gemeinsam auf dem Platz. Das lag auch am krankheitsbedingten Ausfall von Jadon Sancho und könnte, sobald der Engländer wieder fit ist, eher selten erneut vorkommen. Denn im von Trainer Lucien Favre praktizierten 3-4-3-System dürften Reus und Reyna in erster Linie Konkurrenten für die letzte verbleibende Position in der Offensive sein. Sancho und Erling Haaland sind im Normalfall gesetzt, auf der Sechs überzeugten Jude Bellingham und Axel Witsel. Noch ist unklar, ob Favre eher Routinier und Kapitän Reus das Vertrauen schenkt oder ob er weiterhin die Jugend in Person von Reyna von der Leine lässt.
Das Spiel gegen den SC Freiburg bot nun den direkten Vergleich der beiden Spieler und dabei stach Reyna klar hervor. Der 17-Jährige war überall auf dem Platz zu finden, holte sich die Bälle ab und öffnete mit seinen Dribblings Räume in der eng gestaffelten Freiburger Defensive. Nicht zuletzt wegen seiner drei Torvorlagen war er neben Haaland der alles überragende Mann auf dem Platz.
Auf der anderen Seite war Reus die Balleroberung vor dem ersten Treffer zu verdanken. Ansonsten aber hielt sich der 31-Jährige mit Highlight-Aktionen eher zurück, auch wenn er alles andere als ein schlechtes Spiel machte. Bei Reus' Auswechslung hatten er und Reyna ähnlich viele Ballkontakte (57 zu 54), wobei Reyna die etwas bessere Pass- (81% zu 89%) und Zweikampfquote (62% zu 75%) vorweisen konnte.
Schön zu beobachten war, dass Reus und Reyna in Absprache viel rotierten, immer wieder die Seiten tauschten und wechselweise in die Mitte zogen. Auch das wird Favre in seine Entscheidung einbeziehen. Vielleicht kann die Lösung ja auch Reyna und Reus lauten.
2. Eine gute halbe Stunde reicht nicht
Die ersten Minuten erweckten den Eindruck, dass der neutrale Zuschauer in diesem Spiel wahrlich keinen Leckerbissen präsentiert bekommen würde. Die Freiburger standen sehr gut organisiert und liefen aus dieser Grundordnung das Dortmunder Aufbauspiel an. Dortmund hatte in jeder Phase des Spiels mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Torchancen blieben aber Mangelware. Doch Haalands Tor war so etwas wie der viel zitierte Dosenöffner. Plötzlich eröffneten sich Lücken in der Defensive, die zuvor noch nicht da waren. Die Freiburger liefen immer öfter hinterher und die Schwarz-Gelben erspielten sich mehr und mehr Torgelegenheiten.
Am Ende war es von Freiburger Seite einfach zu wenig, um den ersten Sieg in Dortmund seit 19 Jahren einzufahren. Damals traf ein gewisser Sebastian Kehl im Dress der Freiburger zum 2:0-Endstand.
3. Haalands große Geste
In der Nachspielzeit der bereits entschiedenen Partie stürmte Haaland nach einem Pass von Julian Brandt frei auf das Tor von SC-Keeper Florian Müller zu und war auf dem besten Weg, den Dreierpack zu schnüren. Doch ganz uneigennützig legte der junge Norweger noch einmal auf Felix Passlack ab, der den Ball zum 4:0 ins Tor schob. "Er war in der besseren Position. Das ist für mich normal. Es war ein guter Assist", erklärte der 20-Jährige in seiner gewohnt kurzen und knappen Art bei "Sky".
Mit der Vorlage ermöglichte Haaland eine ganz besondere Geschichte. Denn für Passlack war es das erste Bundesliga-Tor überhaupt. Ein Treffer, mit dem er vor gar nicht allzu langer Zeit wohl nicht mehr gerechnet hatte.
Denn beim BVB konnte das verheißungsvolle Talent, das 2015 mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde, keinen Fuß fassen. Es folgten drei Leihen in den vergangenen drei Jahren, zuletzt zu Fortuna Sittard, einem Abstiegskandidaten in der niederländischen Eredivisie. Dort konnte sich Passlack zwar erstmals überhaupt im Profifußball als Stammspieler etablieren, nach seiner Rückkehr nach Dortmund im Sommer wurde ihm dennoch keine Zukunft beim BVB zugetraut. Doch durch die Verletzungen von Raphael Guerreiro und Mateu Morey rutschte Passlack am ersten Spieltag gegen Gladbach in die Startelf und machte seine Sache gut. Es folgte ein Einsatz im Supercup gegen die Bayern und jetzt eben sein erstes Bundesliga-Tor.
Dank dieser Leistungen dürfte Passlack einen festen Platz im Dortmunder Spieltagskader finden und angesichts des vollen Terminkalenders auch sicherlich seine Einsatzzeiten bekommen. Eine Geschichte, an die vor der Saison nur wenige geglaubt haben - und die dank Haalands Uneigennützigkeit nun auch noch einen ganz besonderen Höhepunkt fand.
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