FC Bayern: Alaba-Poker wird zur Zerreißprobe für Flick

Ausgerechnet vor den wichtigen Auswärtsspielen in Salzburg und Dortmund platzt beim FC Bayern die Alaba-Bombe. Am Sonntag-Abend verkündete Präsident Herbert Hainer, dass der Klub das Angebot an den Österreicher zurückgezogen habe. Einer der Leidtragenden der Geschehnisse ist Trainer Hansi Flick, für den die Posse um seinen Abwehrchef zur Zerreißprobe werden könnte.

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Hansi Flick wählte deutliche Worte. "Ich bin alles andere als glücklich, dass wir uns in einer Woche, in der wir zwei schwere Spiele in Salzburg und in Dortmund haben, damit befassen müssen", steuerte der Bayern-Trainer zum Beben um Abwehrchef David Alaba, das den Rekordmeister am Sonntag-Abend erschütterte, bei.
Kritik, die klar in Richtung der Bayern-Bosse geht, mit dessen Vorgehensweise in der Causa Alaba der Trainer nicht ganz einverstanden ist.
Präsident Herbert Hainer hatte am Sonntag in der "BR"-Sendung "Blickpunkt Sport" überraschend verkündet, dass die Münchner das Vertragsangebot, das dem Österreicher zur Verlängerung seines 2021 auslaufenden Kontraktes vorlag, zurückgezogen haben. "Das heißt: Es gibt kein Angebot mehr", so Hainer unmissverständlich.
Eine Meldung, die - logischerweise - hohe Wellen schlug und die Vorbereitungen der Münchner auf die kommenden Spiele, so befürchtet Flick, überlagern und beeinträchtigen wird.

Flick und Salihamidzic: Schon im Winter uneins

Es ist nicht das erste Mal, dass Trainer und Führungsetage in der Öffentlichkeit "aneinandergeraten", wenn man es etwas überspitzt formulieren will. Erst im vergangenen Wintertrainingslager in Doha forderte Flick öffentlich "mindestens zwei" neue Spieler und erhöhte damit den Druck auf Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
Der reagierte mit Unverständnis und rüffelte seinen Trainer öffentlich. Salihamidzic sei "überrascht" gewesen, er sei "kein Freund von medialer Kaderplanung, weil wir eigentlich die ganze Zeit im Austausch sind", so der 43-Jährige.
Als Vermittler fungierte damals Oliver Kahn, der laut "Sport Bild" für ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen beiden Parteien sorgte. Ein Gespräch, dass nur wenige Tage danach die Vertragsunterschrift von Flick bis 2023 zur Folge hatte.

Alaba vs. FC Bayern: Flick sitzt zwischen den Stühlen

Ein solches Gespräch ist aufgrund des Alaba-Bebens nun nicht erneut notwendig, dennoch könnten die Spannungen zwischen Spieler und Verein auch zur Zerreißprobe für Flick werden.
Der Trainer sitzt zwischen den Stühlen, positionierte sich mit seinen Aussagen auf der Pressekonferenz am Montag eher pro Alaba, der nicht nur ein "absoluter Topspieler", sondern auch ein "herausragender Mensch" sei. Flick machte nie ein Geheimnis daraus, dass es sein ausdrücklicher Wunsch ist, in Zukunft weiterhin mit dem Österreicher zusammenzuarbeiten.
Dabei ist dem Trainer selbstverständlich auch bewusst, dass die wirtschaftlichen Parameter - gerade in unsicheren Pandemie-Zeiten - Grundvoraussetzung für eine Fortführung der Zusammenarbeit sind. Und genau da hakt es - ganz egal, wie es die verschiedenen Parteien auch formulieren mögen.
"Wertschätzung", "Respekt", "Anerkennung" - alles Wörter, die im Zuge von Vertragsverhandlungen (auch im Fall Alaba) oft und gerne verwendet werden. Am Ende können all diese Begrifflichkeiten durch das Wort "Geld" ersetzt werden - und davon hätte der 29-Jährige gerne mehr, als der Klub ihm bietet.

Flick kennt das Geschäft

Flick kennt das Geschäft, ist als Trainer aber auch näher dran an der Mannschaft und hat daher eine engere Bindung zu den Spielern als beispielsweise Funktionäre wie Hainer. Es ist nachvollziehbar, dass er sich öffentlich positioniert und versucht, seinem Spieler den Rücken zu stärken.
Ebenso nachvollziehbar ist jedoch das Streben der Vereinsführung nach wirtschaftlicher Vernunft - auch wenn das bedeutet, sich von einem Topspieler bzw. Topverdiener zu trennen.
Gegen den Strich, und das merkte man Flick am Montag durchaus an, geht ihm schlicht die Art und Weise, wie, und der Zeitpunkt, wann Entscheidungen wie diese in der Öffentlichkeit kommuniziert werden.
Denn Unruhe, die von außen ohne Not inmitten der intensiven Corona-Saison geschürt wird, kann der Trainer aktuell nun wirklich nicht gebrauchen.
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Der Alaba-Poker: Diese Optionen hat der Bayern-Star jetzt

Quelle: Eurosport

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