"Meep, meep, the FC Bayern roadrunner comes ahead and steels the ball." Es war - natürlich - Thomas Müller, der Alphonso Davies in einem englischen Interview diesen Spitznamen gab.
Eine passende Bezeichnung, denn der Speed zeichnet das Supertalent aus, das Anfang 2019 von den Vancouver Whitecaps nach München kam und sensationell einschlug. "Manchmal denke ich darüber nach und kann nicht glauben, dass das alles passiert, aber die Realität ist, dass ich mich konzentrieren muss", gab Davies Anfang Dezember gegenüber "worldsoccer.com" zu.
Denn inzwischen hat auch der 20-Jährige Bekanntschaft mit den Negativseiten einer Profi-Laufbahn gemacht.
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10/12/2020 AM 12:21
Leistungslöcher, Kritik, Bankplatz, Verletzungen - Davies muss beißen, Probleme bewältigen und sich neu für eine Schlüsselrolle empfehlen.

Davies oder Hernández? Das sagt Flick

Die ist dem Kanadier zu Saisonbeginn abhanden gekommen, nachdem sich Lucas Hernández in der sogenannten "heavy rotation" des FCB als Linksverteidiger Nummer eins etabliert hat.

Lucas Hernández

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Das bedeute aber nicht, dass der Franzose nun gesetzt sei und Davies als Backup fungiere. "Es gibt intern kein Ranking", versicherte Flick. Je nach Situation und Gegner bewerte er die Lage neu und entscheide dann. So gehe er auch in der Partie gegen Union Berlin (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) vor.
Zu Beginn der Saison hatte Davies allerdings sichtbar Probleme, sein Toplevel zu erreichen. Er habe "vielleicht ein bisschen ein Tief", übte Flick nach der Partie gegen Bielefeld am 4. Spieltag moderat Kritik am Youngster, der seinen kometenhaften Aufstieg und den Hype um seine Person erst einmal verarbeiten müsse.

Verletzungspech bei Davies

"Die vielen Spiele der letzten Saison und in der Champions League, die sehr, sehr intensiv waren, dann die kurze Pause - es ist für einen so jungen Spieler wie Davies nicht so einfach, damit umzugehen", so der Bayern-Coach, der eine "gewisse Fitness und mentale Frische" bei Davies vermisste.
Und dann hatte Davies einfach Pech.

Alphonso Davies verletzt sich im Spiel gegen Frankfurt

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Eine Woche nach Bielefeld und der Kritik zog sich der Shootingstar beim 5:0 gegen Eintracht Frankfurt eine Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk zu. Davies verpasste den kompletten November, fiel für fünf Liga- und vier Champions-League-Partien aus. Eine weiterer Rückschlag für den Linksverteidiger.
Inzwischen ist Davies wieder zurück im Geschäft, gab am 9. Dezember beim 2:0 gegen Lokomotive Moskau sein Comeback.

Davies überzeugt beim Comeback

Lief gut, Flick gewährte dem Kanadier 69 Minuten Einsatzzeit - und der überzeugte mit Offensivdrang und hoher Laufbereitschaft.
Vor allem "diese Dribblings im letzten Drittel" hätten ihm gut gefallen, betonte Flick. "Alphonso kann mit seinem Comeback zufrieden sein. Er bringt eine Qualität mit, die wir vermisst haben", lobte der Trainer. Und: Die Bayern hielten nach neun Partien in Folge mit Gegentoren erstmals wieder die Null. Das war letztmals am 24. Oktober gegen Frankfurt gelungen, also im letzten Spiel mit Davies vor dessen Verletzung.
Vor allem bei Kontern des Gegners, wenn die Abwehr noch nicht sortiert steht, kommen Davies' Qualitäten auch der Defensive zugute. Der Verteidiger ist mit seinem enormen Tempo wie kein zweiter Bayern-Akteur in der Lage, Lücken im letzten Moment zu schließen. Stichwort: Restverteidigung.
Ob Davies das zur besten Option im Spiel gegen Union macht, weiß derzeit wohl nur Flick. Fest steht aber, dass sie beim FC Bayern verdammt froh sind, dass es wieder "meep, meep" macht.
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