Die nackten Zahlen demonstrieren das ganze Ausmaß der Bayern-Dominanz in Europa.

17 Partien bestritten die Münchner in der vergangenen und in der laufenden Spielzeit der Champions League. Die Bilanz? 16 Siege, ein Remis, 61:13 Tore.

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Und es war beileibe nicht so, dass die Bayern dabei nur vermeintliche Außenseiter an die Wand spielten, auch Europas Topvereine gerieten gegen die Flick-Auswahl reihenweise unter die Räder.

7:2 gegen Tottenham, 4:1 gegen Chelsea, 8:2 gegen Barcelona, 4:0 gegen Atlético Madrid - war der FCB in Spiellaune, wurde es ungemütlich für Europas Fußball-Prominenz.

"2020 war ein herausragendes Champions-League-Jahr für uns mit dem Titel im Sommer. Wir wollten es mit einem Sieg abschließen, und das haben wir geschafft", zog Flick am Mittwoch in gewohnt sachlicher Manier Bilanz.

Bayern bestes Team der Gruppenphase

"Wir wissen, worauf es ankommt, um diesen Wettbewerb zu gewinnen", gab Niklas Süle nach dem das Champions-League-Jahr rund abschließende 2:0 gegen Lokomotive Moskau selbstbewusst zu Protokoll. Die Bayern, schon zwei Spieltage vor Abschluss der Gruppenphase fürs Achtelfinale qualifiziert, hatten so eben in einer Art Experimental-Besetzung den dreimaligen russischen Meister geschlagen.

Mit 16 Punkten und 18:5 Toren haben die Titelverteidiger das beste Vorrundenergebnis aller Mannschaften eingefahren, wie schon in der Saison zuvor. Es ist schon das dritte Jahr in Folge, dass man die Gruppenphase ohne Niederlage überstand.

"Mit dieser Mannschaft", so der 25-Jährige, "ist alles möglich."

Süle teilt aus: "Scheißegal, was geschrieben wird"

Süle erzielte gegen Moskau das 1:0 und machte im Anschluss am "Sky"-Mikrofon auch gleich klar, was er von den medialen Debatten der vergangenen Wochen um seinen Fitness-Zustand hält. "Was geschrieben wird, ist scheißegal", wetterte der Nationalspieler.

Über seine Leistung spreche er ohnehin nicht gerne: "Wenn ich scheiße spiele, habe ich keine Lust auf Interviews und wenn ich gut spiele, habe ich auch nicht so viel Lust." Auch eine Art der Mia-san-Mia-Mentalität.

Neben Süle traf Eric Maxim Choupo-Moting gegen Moskau und machte damit eine weitere Stärke der Münchner deutlich: die beängstigende Variabilität in der Offensive.

Elf Torschützen - Bayern mit Bestwert

Zwar fokussiert sich in der öffentlichen Wahrnehmung meist alles auf Tormaschine Robert Lewandowski, tatsächlich aber hat die Mannschaft eine enorme Bandbreite an Torschützen. Elf verschiedene Profis erzielten die 18 Treffer der laufenden Königsklassen-Saison - Bestwert.

Serge Gnabry (rechts) kurbelte das Offensivspiel des FC Bayern gegen Lok Moskau an

Fotocredit: Getty Images

Im Achtelfinale müssen die Bayern nun den FC Porto, Atalanta Bergamo, den FC Sevilla, Lazio Rom oder den FC Barcelona aus dem Weg räumen - einen Klub aus diesem Kreis bekommt der Titelverteidiger am kommenden Montag in Nyon (ab 12:00 im Free Livestream und im Liveticker bei Eurosport.de) zugelost.

Egal, wie der Gegner heißt, ein Hammerlos scheint es ob der Dominanz gar nicht mehr zu geben für die Münchner. Selbst das groß anmutende Barça ginge nach Lage der Dinge definitiv nur als Außenseiter ins Duell mit dem deutschen Rekordmeister.

Der Frage nach dem Wunschlos wich Flick auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen Moskau geschickt aus, stellte aber klar: "Wir wollen das Achtelfinale überstehen und unsere Serie ausbauen." Heißt im Klartext, dass zwei Siege angepeilt werden. Gelingt dies, wäre der Vereinsrekord von 19 Champions-League-Begegnungen in Folge ohne Niederlage eingestellt.

Traumjahr? Flick tritt (noch) auf die Bremse

Zunächst aber steht die Verteidigung der Tabellenführung in der Bundesliga im Fokus, innerhalb von sieben Tagen stehen die Partien bei Union Berlin, zuhause gegen Wolfsburg und auswärts gegen Bayer Leverkusen an. Pluspunkt für die Bayern: Lewandowski steht nach muskulären Probleme wieder zur Verfügung, kann seine Torejagd also fortsetzen. Er gehe "davon aus, dass er zu 100 Prozent fit ist", bestätigte Flick.

Der FC Bayern also auf der Zielgeraden eines Traumjahres?

Jein. "Wenn wir die drei Spiele auch noch erfolgreich bestreiten, war es ein traumhaftes Jahr", bremste Flick die voreilige Euphorie. Typisch Bayern halt.

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