FC Bayern: Etwas Licht - und viel Schatten bei den Neuzugängen
Publiziert 01/11/2020 um 11:50 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München quält sich beim 1. FC Köln zu einem knappen Sieg. Trainer Hans-Dieter Flick nutzt das Spiel, um seine Neuzugänge einem ausgiebigen Test zu unterziehen. So richtig in den Vordergrund spielen kann sich dabei eigentlich keiner, was ohne Folgen bleibt, intern aber zur einen oder anderen Diskussion führen dürfte. Es bleibt jede Menge Luft nach oben.
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Hansi Flick wusste schon unmittelbar nach dem 2:1-Erfolg in Köln, wie es Robert Lewandowski zu Hause in München ergangen war.
"Die Pause hat ihm sehr gut getan", berichtete der Cheftrainer der Bayern über den polnischen Torfabrikanten, dem er mit Blick auf die kommenden schweren Auswärtsspiele am Dienstag in Salzburg und vier Tage später in Dortmund eine Auszeit verordnet hatte.
Lewandowskis Offensivkollege Thomas Müller dagegen staunte gewaltig. "Nach dem Abschlusstraining kam er daher und sagte zu uns: 'Viel Glück, Jungs'. Da musste ich erst mal überlegen."
Auf dem Rasen in Köln-Müngersdorf sah der Weltmeister von 2014 dann, wer Lewandowski ersetzte - beziehungsweise ersetzen sollte: Eric Maxim Choupo-Moting.
Choupo-Moting: Köln ist nicht Düren
Der frühere Schalker und Mainzer, vor einem Monat von Champions-League-Finalist Paris Saint-Germain geholt, trat kaum in Erscheinung.
Schon vor Müllers Elfmetertor nach 13 Minuten war er verwarnt worden, 16 Ballkontakte und nur 25 Prozent gewonnene Zweikämpfe bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute waren ausgesprochen dürftig.
Der bislang auffälligste Einsatz des Lewandowski-Vertreters: zwei Tore und ein herausgeholter Elfmeter beim 3:0 im Pokal - gegen Fünftligist Düren.
Sané lässt Chance verstreichen
Ähnlich blass wie Choupo-Moting blieb Leroy Sané. Der Nationalstürmer, für 49 Millionen Euro von Manchester City an die Säbener Straße gewechselt, hatte seine bislang stärkste Phase bei den Bayern gleich zu Saisonbeginn: Beim 8:0 gegen seinen Ex-Klub Schalke traf er zwei Mal und bereitete einen Treffer vor.
Auch beim anschließenden 1:4 in Hoffenheim war er noch der aktivste Mann in der Münchner Offensive, musste aber angeschlagen vom Feld.
Die Kapselverletzung im rechten Knie ist inzwischen ausgeheilt, in der Vorwoche meldete sich der gebürtige Essener gegen Frankfurt als Einwechselkraft mit einem Traumtor zurück.
Die Chance, als Startspieler zu glänzen, ließ Sané in Köln nun aber recht nonchalant verstreichen.
Auffälliger als Sané und Choupo-Moting war Bouna Sarr.
Sarr wirbelt, Costa schlägt noch nicht ein
Der 28-jährige Franzose, gelernter Rechtsverteidiger, versuchte auf der für ihn ungewohnten linken Abwehrseite viel, das Zusammenspiel mit den Kollegen klappte allerdings nicht immer perfekt. In Köln, wie auch bei dem einen oder anderen seiner vorangegangen Auftritten im Bayern-Trikot, bewies er aber mit viel Bewegungsdrang und Offensivgeist, dass sein überraschender Transfer von Olympique Marseille Anfang Oktober durchaus seine Berechtigung hat.
Immer mal wieder mitmischen in Flicks Ensemble darf Douglas Costa. Der München-Rückkehrer – Anfang Oktober wurde er von Juventus Turin ausgeliehen – kam nach gut einer Stunde für Sané in die Partie, trat aber ähnlich wenig in Erscheinung wie sein Vorgänger.
Am nachdrücklichsten in Erinnerung geblieben ist der 30-jährige Brasilianer bei seiner zweiten FCB-Schleife bislang dadurch, dass er sich Mitte Oktober beim 4:1 in Bielefeld bei einem Freistoß der Arminia als möglicher Prellbock hinter der Bayern-Mauer flach auf den Boden legte.
Roca, Nübel und Nianzou noch Nebendarsteller
Zu seinem Bundesligadebüt kam Marc Roca. Diese Premiere, am Ende der vierminütigen Nachspielzeit vorgenommen, dauerte allerdings nur wenige Sekunden. Der 23-jährige Spanier, im Oktober von Espanyol Barcelona geholt, muss sich erst einmal hinten einreihen und versuchen, das Vertrauen von Übungsleiter Flick im Training zu erwerben.
In der internen Hackordnung für das defensive Mittelfeld liegt er hinter Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Corentin Tolisso und Javier Martínez, der gegen Köln in der Startelf stand, irgendwo zwischen Position vier und fünf.
Wenig sagen lässt sich über die Neuzugänge Alexander Nübel (24) und Tanguy Nianzou (18).
Nübel, als ehrgeiziger Herausforderer von Manuel Neuer aus Gelsenkirchen zum FCB gewechselt, durfte sich bislang nur im Pokalspiel gegen Düren zeigen.
Und der junge Innenverteidiger Nianzou, zuletzt bei Paris Saint-Germain ausgebildet und von den Bayern im Sommer mit seinem ersten Profivertrag ausgestattet (Laufzeit bis 2024), spielte bislang nicht eine Sekunde für die Münchner.
Unterm Strich bleibt also die Erkenntnis, dass das primäre Ziel dieser Köln-Reise erreicht wurde: Die Schonung einiger Leistungsträger wurde ohne Punktverlust verkraftet. Auf lange Sicht aber müssen fast alle Neuen noch ein paar Körner nachlegen.
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Quelle: Perform
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