Hansi Flick sprach recht abgeklärt über den Mainzer Meister-Matchball und das Comeback von Rekordjäger Robert Lewandowski, doch beim Thema Hasan Salihamidzic wurde er plötzlich emotional.
Die Hetze bis hin zu offenem Hass gegen seinen Widersacher und dessen Familie sei "ein No-go", betonte Flick eindringlich, "da wurden Grenzen überschritten. Das ist eine Sache, die ich absolut missbillige, das geht überhaupt nicht!"
Flick schien das sensible Thema regelrecht aufzuwühlen. Als er über sein gutes Verhältnis zur "sehr tollen" Familie Salihamidzic sprach, war das Titel-"Finale" beim FSV Mainz 05 am Samstag (15:30 Uhr im Liveticker) und die ersehnte Rückkehr von Weltfußballer Lewandowski auf einmal ganz weit weg.
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Der Coach schwärmte von Salihamidzics Sohn Nick, der bei den Bayern in der U19 kickt, und nannte ihn einen "sehr aufgeweckten jungen Menschen". Bei allem Streit mit dessen Vater um die sportliche Ausrichtung sei es zwischen beiden nie persönlich geworden.

Flick hält flammende Rede gegen Salihamidzic-Hetze

Flick: Salihamizic hat "enormen Anteil" am Erfolg

Dass er "einen anderen Ansatz" als sein direkter Vorgesetzter verfolge, bedeute nicht, "dass wir uns nicht schätzen", betonte Flick in seiner Verteidigungsrede für den Kontrahenten, Salihamidzic habe "einen enormen Anteil" am Münchner Erfolg.
Aber nach Meinung vieler Bayern-Fans eben auch daran, dass Flick den Verein um Vertragsauflösung im Sommer gebeten hat. Deshalb gibt es scharfe Kritik von der Basis, mancher Anhänger vergreift sich dabei massiv im Ton. Schon Präsident Herbert Hainer sah sich daher aufgefordert, mit mahnenden Worten gegenzusteuern. Flick unterstrich das nun "in aller Deutlichkeit". Man müsse "aufpassen, dass solche Dinge nicht an der Tagesordnung sind", sagte er: "Es geht nur um Fußball. Das ist wichtig, aber nicht das Wichtigste im Leben."
Flick wirkte müde - von den zermürbenden internen Konflikten, aber auch von der zehrenden Terminhatz. "Ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist und wir alle durchatmen können", sagte der Trainer, ehe er auf seine dunkelblaue Trainingsjacke deutete und anfügte: "Bis dahin haben wir aber noch ein großes Ziel, den 5. Stern."

Comeback in Mainz: Lewandowski jagt Müller-Rekord

Mit einem Sieg in Mainz wäre die 30. Bundesliga-Meisterschaft der Bayern perfekt, in der dann folgenden, 13-tägigen Spielpause werde es "mit Sicherheit" genug Zeit dafür geben, um seine Zukunft zu klären, sagte Flick.
Vorher soll Rückkehrer Lewandowski den 5. Stern vom Fußball-Himmel schießen - und näher an die "ewige" Bestmarke von 40 Saisontoren heranrücken, die seit 1972 "Bomber" Gerd Müller hält. "Da sind wir uns alle einig, dass er das große Ziel hat", sagte Flick über den Polen, dem noch fünf Treffer zum Rekord fehlen. Wie Lewandowski ist Serge Gnabry (nach Corona-Pause) zurück.
Die neunte Münchner Meisterschaft in Serie wäre "mit Sicherheit eine sehr verdiente", meinte Flick, groß gefeiert würde sie dennoch nicht. "Was sollen wir in der Zeit machen?", fragte der Erfolgscoach angesichts von Pandemie und Ausgangssperren. Ganz verzichten will er aber nicht auf die Sause. "Da ist ein bisschen Spontanität gefragt", sagte Flick und ergänzte schmunzelnd: "Die haben die Spieler auf jeden Fall."
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(mit SID)

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