FC Bayern: Lucas Hernández wird zum Königstransfer
Lucas Hernández ist der Gewinner der frühen Saisonphase beim FC Bayern. Beim 3:2-Supercup-Erfolg gegen den BVB gehörte der Franzose abermals zu den Besten. Hansi Flick lobte den 80-Millionen-Mann, der in seiner Premieren-Saison einen schweren Stand in München hatte, explizit. Bestätigt Hernández seine Leistungen dauerhaft, könnte er doch noch zum Königstransfer avancieren.
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Zugegeben, die Stichprobe ist nicht wirklich groß - aber trotzdem gilt bislang in der noch jungen Saison folgende Regel: Spielt Lucas Hernández nicht, verliert der FC Bayern. Wie gut, dass Flick den Rekordtransfer des FC Bayern bisher nur im Bundesligaspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim (1:4) auf der Bank ließ.
Insgesamt muss sich der Start in seine zweite Saison beim deutschen Rekordmeister für den Franzosen mehr als befreiend anfühlen. Im vergangenen Sommer traf der Weltmeister mit einem 80-Millionen-Euro-Rucksack in München ein - eine Last, an der er schwer zu schleppen hatte.
Unter Niko Kovac startete Hernández noch als Stammspieler in die Saison, eine schwere Innenbandverletzungen warf ihn jedoch früh aus der Bahn. Nach seiner Genesung hatte längst Hansi Flick das Sagen an der Säbener Straße - und der plante nicht wie selbstverständlich mit dem Weltmeister.
Das scheint der 55-Jährige jedoch nun zum Start der neuen Saison zu tun - und wird dafür belohnt. "Er hat in den ersten Spielen für mich eine sehr gute Leistung gebracht", schwärmte Triple-Trainer Flick nach dem 3:2-Sieg im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund und bilanzierte: "Ich finde, dass er angekommen ist."
FCB - BVB: Hernández überzeugt erneut
Das Spiel gegen den BVB war die zweite starke Vorstellung in Serie von Hernández, der auch schon im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla (2:1) zu den besten Bayern gehörte. "Lucas Hernández ist von seiner Art her ein absoluter Fighter. Er tut uns gut, weil er auch die gewisse Härte hat, die man braucht in solchen Spielen", freute sich Flick über die robuste Spielweise seines Verteidigers am Mittwochabend.
Genau wie in Budapest durfte der Franzose gegen Schwarzgelb neben Niklas Süle in der Innenverteidigung ran - und war einer der spielbestimmenden Akteure. Nach Alphonso Davies (116) hatte er die meisten Ballaktionen auf dem Feld (97), brachte die meisten Zuspiele zu seinen Kollegen (75) und war im Zweikampf kaum zu überwinden (83 Prozent Zweikampfquote, 100 Prozent in der Luft). Besonders wertvoll zeigte sich Hernández in der Balleroberung. Gleich zehn Mal ergatterte er für seine Mannschaft das Spielgerät - Bestwert auf dem Platz.
Ausschlaggebend für die Topform seines Defensiv-Allrounders sind laut Flick zwei Punkte. Zum einen habe Hernández "in den letzten Wochen und Monaten sehr gut trainiert". Zum anderen bekomme er nun die Spiele, "die er letzte Saison nicht gehabt hat".
FC Bayern: Was passiert mit David Alaba?
Dass Flick nach nur zwei Bundesligaspielen, sowie zwei weiteren Auftritten in (bei allem nötigen Respekt) nicht ganz so wichtigen Supercup-Wettbewerben, von Spielen spricht, die Hernández jetzt bekommt, zeigt einerseits, wie schwer sich der 24-Jährige in seiner Debüt-Saison in München tat. Andererseits aber auch, dass Flick nun auf anderem Niveau mit Hernández plant.
Das liegt auch an der weiterhin undurchsichtigen Situation rund um Abwehrchef David Alaba, der noch immer keinen neuen Vertrag beim FC Bayern unterschrieben hat. Der Österreicher, der gegen Dortmund mit muskulären Beschwerden fehlte, hat noch bis zum 5. Oktober ist Zeit, sich zu entscheiden.
Die Hängepartie um seine Zukunft könnte sich auch negativ auf sein Standing unter Flick auswirken, sympathisieren Trainer doch meist eher mit Spielern, die sich voll und ganz der gemeinsamen Sache verbunden fühlen. Dass Alaba sich große Verdienste beim FC Bayern erworben hat, ist unbestritten. Aktuell scheint er jedoch den Kopf nicht ganz frei zu haben - Hernández ist daher die logische Wahl in der aktuellen Situation.
FC Bayern: Hernández rückt in der Hierarchie auf
Auch Jérôme Boateng, der vom klaren Abwanderungskandidaten im Sommer 2019 zum unumstrittenen Stammspieler avancierte, droht 2020/21 ein anderer Saisonverlauf. In der vergangenen Spielzeit profitierte er vor allem von den langwierigen Verletzungen von Niklas Süle und Hernández. Nun, da alle Innenverteidiger wieder fit sind, stellt sich die Hierarchie in der Abwehr etwas anders dar. Der 32-Jährige muss sich erneut hinten anstellen.
Und Hernández? Der könnte aktuell womöglich sogar Innenverteidiger Nummer eins sein. Süle ist nach seinem Kreuzbandriss, der ihn fast die komplette vergangene Spielzeit kostete, noch nicht bei 100 Prozent. Wie es mit Alaba weitergeht, ist völlig offen.
Es spricht einiges dafür, dass Hernández auch weiterhin erste Wahl sein wird. Mit Leistungen wie zuletzt dann auch nicht "nur" in der Bundesliga oder im Supercup, sondern auch in den Partien, um die es beim FC Bayern vorrangig geht: Die K.o.-Spiele in der Champions League.
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