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Supercup: Bayerns Kimmich wird wie einst Robben zum BVB-Schreck
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Publiziert 01/10/2020 um 01:24 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München hat sich mit einem knappen 3:2-Erfolg gegen Borussia Dortmund den deutschen Supercup gesichert. Joshua Kimmich entschied im Klassiker erneut ein Duell zugunsten des FC Bayern und wird wie einst Arjen Robben zum BVB-Schreck. Marco Reus überzeugte zurück in der Startelf auf Anhieb und war ein echter Leader. Die Aussagekraft des Supercups war dennoch gering. Was uns auffiel.
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1. Kimmich mausert sich zum BVB-Schreck
Er hat es schon wieder getan: Knapp vier Monate nach seinem goldenen Treffer in der Bundesliga bei Borussia Dortmund (28. Spieltag) war im Supercup erneut Joshua Kimmich der spielentscheidende Akteur im deutschen Klassiker für den FC Bayern München.
In Dortmund chippte der 25-Jährige den deutschen Rekordmeister damals mit viel Gefühl Richtung Meisterschaft. Im Supercup machte er per Nachschuss im Liegen den 3:2-Sieg der Bayern perfekt. Tore, die nur Kimmich so erzielt.
Zuvor spitzelte der deutsche Nationalspieler Thomas Delaney im Mittelfeld den Ball vom Fuß und leitete den Gegenangriff blitzschnell ein. "Eigentlich habe ich den Ball zu früh abgespielt. Aber Lewi (Robert Lewandowski, Anm. d. Red.) spielt ihn gut zurück und mit etwas Glück im zweiten Versuch ging er noch rein", analysierte der Matchwinner seinen Treffer (82.) bei "DAZN".
Selbst Bayern-Kapitän Manuel Neuer staunte nach dem Tor des Mittelfeldtaktgebers nicht schlecht: "Joshua ist ein klasse Spieler. Wie er den im Fallen ins Tor chippt ...", wunderte sich der Weltmeister von 2014 über die Art und Weise des Treffers.
So langsam mausert sich Kimmich zum BVB-Schreck und tritt damit in die Fußstapfen von Bayern-Legende Arjen Robben. Der Niederländer hatte besonders gerne gegen die Borussia gespielt und getroffen, war nicht nur aufgrund seines Last-Minute-Siegtores im Champions-League-Finale 2013 der Albtraum bei allen Dortmunder Fans. In 20 Pflichtduellen traf Robben insgesamt elfmal gegen den Erzrivalen.
Joshua Kimmich ist nach seinem zweiten Siegtor nacheinander gegen die Schwarz-Gelben auf dem Weg zum nächsten BVB-Albtraumgespenst.
2. Reus ist sofort wieder der Chef auf dem Platz
239 Tage hat es gedauert. Dann war die lange Leidenszeit von Marco Reus vorbei. Denn seit Februar stand der BVB-Kapitän in einem Pflichtspiel nicht mehr in der Startelf der Schwarz-Gelben. Nach seiner Muskelverletzung aus dem Pokalspiel bei Werder Bremen kam Reus bislang nur zu drei Kurzeinsätzen zum Start der neuen Saison (Duisburg, Gladbach, Augsburg).
Im Supercup gegen den FC Bayern München führte der 31-Jährige die Borussia nicht nur auf Kapitän aufs Feld, er war auch sofort wieder der Chef auf dem Platz. Alle gefährlichen Angriffe liefen über den Offensivstar.
Reus forderte und verteilte die Bälle, scheute keinen Zweikampf, lief im Angriffspressing immer wieder mit viel Tempo die Abwehrreihe der Bayern an und suchte zudem auch selbst den Abschluss. Reus war heiß auf das Kräftemessen mit dem Erzrivalen.
Bei seinen zwei Großchancen wurde der 44-malige deutsche Nationalspieler zuerst noch entscheidend von Lucas Hernández geblockt (17.), dann zögerte Reus freistehend im Strafraum zu lange und scheiterte an Manuel Neuer (24.)
Kurz darauf sprintete Reus nach einem Ballverlust von Erling Haaland über den gesamten Platz zurück und spitzelte an der eigenen Strafraumgrenze dem einschussbereiten Kingsley Coman noch den Ball vom Fuß (38.). Damit verhinderte der BVB-Kapitän mit starker Defensivarbeit und enormer Willensleistung die Vorentscheidung zum 0:3.
Eine Minute später war Reus dann wieder in der Offensive aktiv und leitete ein Zuspiel von Manuel Akanji gedankenschnell zu Haaland weiter. Der Norweger legte quer zu Julian Brandt, der trocken den Anschlusstreffer erzielte.
Auch nach der Pause blieb Reus weiter auf dem Gaspedal. Bei der Riesenchance von Thomas Meunier machte Reus mit einem cleveren Laufweg in die Mitte Platz für den Belgier (47.). Nach 59 Minuten chippte er den Ball perfekt in den Lauf von Haaland, der allein vor Neuer scheiterte.
Danach ging Reus sichtbar die Puste aus. Verständlich nach seiner langen Spielpause. In der 72. Minute erlöste Lucien Favre seinen Chef auf dem Platz und brachte Giovanni Reyna ins Spiel.
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3. Supercup mit geringer Aussagekraft
Ja, das Spiel zwischen den beiden deutschen Spitzenmannschaft hatte einen hohen Unterhaltungswert und nicht nur dank der fünf Tore einiges in den 90 Minuten zu bieten.
Der BVB hat nach vielen peinlichen Auftritten in München in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er mit dem FC Bayern in einem direkten Duell auf Augenhöhe mithalten kann. Das verspricht allerdings nur auf den ersten Blick Hoffnung auf einen engen Zweikampf im Bundesliga-Titelrennen.
Denn die Aussagekraft des Supercups ist äußerst gering. Sowohl Hansi Flick als auch Lucien Favre tauschten nach den überraschenden Niederlagen in Hoffenheim (1:4 des FC Bayern) und Augsburg (0:2 des BVB) die halbe Mannschaft aus.
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Flick brachte mit Niklas Süle, Javi Martínez, Lucas Hernández, Kingsley Coman sowie Robert Lewandowski fünf neue Akteure. Favre beorderte mit Marwin Hitz, Mo Dahoud, Thomas Delaney, Felix Passlack, Julian Brandt und Reus gleich sechs Neue in die Startformation.
Beide Trainer warfen also ordentlich die Rotationsmaschine an und versuchten die Belastungen in den englischen Wochen zu verteilen. Beim BVB fehlten so mit Roman Bürki, Raphael Guerrero, Axel Witsel, Jude Bellingham und Jadon Sancho zahlreiche Stammkräfte aus diversen Gründen oder saßen auf der Bank. Aufseiten der Bayern waren David Alaba, Jerome Boateng, Leon Goretzka, Serge Gnabry (bis zu seiner Einwechslung) und Leroy Sané nicht mit von der Partie.
Mit dem aufgebotenen Personal werden sich die beiden Spitzenvereine wohl nie wieder gegenüberstehen. Es gibt viel wichtigere Ziele als den Supercup.
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