Das laute Mia san Mia der Bayern ist leiser geworden und auch "Radio Müller" sendet nicht mehr in gewohnter Lautstärke. Funkstille herrscht zwar nicht beim Rekordmeister, doch auch Trainer Hans-Dieter Flick gibt auf Nachfrage von Eurosport.de zu, dass auf dem Platz bei seinen Spielern "nicht mehr ganz so viel geredet" werde.
"Es hat uns immer gutgetan, dass die Mannschaft laut war und sich gegenseitig gecoacht hat. Das war gut", sagt Flick und klingt dabei fast ein wenig wehmütig. "Man merkt ja, dass meine Ansagen von außen vermehrt zu hören sind. Früher war es doch eher so, dass man Thomas Müller oder wen auch immer gehört hat."
Die breite Brust, die klugen Ansagen von Leistungsträgern wie Müller oder Joshua Kimmich - neben der überragenden fußballerischen Qualität waren es diese Faktoren, die dem FCB die Jahrhundert-Saison 2019/2020 mit fünf Titeln bescherte.
Bundesliga
FC Bayern München - SC Freiburg live im TV, Livestream und Liveticker
16/01/2021 AM 21:37
Diese Form sei zwar war "auch für den FC Bayern nicht normal", Flick will und muss seine Profis aber wieder möglichst nahe dahin bringen. "Wir sind die erfolgreichste Mannschaft, zumindest in Deutschland." Damit gehe ein enorm hoher Anspruch einher.

Bayern 2021: Souveränität Fehlanzeige

Dem wurde das Team im Kalenderjahr 2021 bislang nicht gerecht. Schon beim 5:2 in der Liga gegen Mainz mussten die Münchner einen 0:2-Pausenrückstand wettmachen. Es folgte die 2:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach sowie die Pokal-Pleite gegen Holstein Kiel.
Ein Negativtrend, dem Flick aber nicht mit einer gänzlich neuen Spielidee begegnen will. Die hohe und riskante Verteidigung sieht der 55-Jährige dementsprechend nicht als Hauptgrund für die vielen Gegentore. Man sei mit einer tiefer stehenden Deckung schließlich nicht davor gefeit, Fehler zu machen. Es gehe stattdessen darum, "dass wir auf den Ball mehr Druck bekommen".

Der FC Bayern scheitert im DFB-Pokal bei Holstein Kiel (2:2, 5:6 i.E.)

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Flick will nach dem Desaster von Kiel "mit dem einen oder anderen Spieler noch ein Gespräch" führen, mehr war ihm öffentlich freilich nicht zu entlocken. "Ich stehe voll hinter der Mannschaft und sträube mich dagegen, einzelne rauszunehmen und zu kritisieren", so der Trainer auf die Frage eines Journalisten nach der aktuellen Verfassung von Innenverteidiger Niklas Süle.

Flick: "Früher damit gerechnet, dass wir einbrechen"

Ohnehin habe sich die "Mannschaft mit einer wahnsinnigen Mentalität in die Winterpause gerettet", betont Flick und gibt überraschend zu: "Ich habe eigentlich schon früher damit gerechnet, dass wir einbrechen." Damit ist es raus, auch die Bayern selbst sprechen nach zwei Niederlagen von einem Einbruch, man könnte auch Krise dazu sagen.
Die könnte sich schon am Sonntag verschärfen.
Der FC Bayern bekommt es zuhause mit dem SC Freiburg zu tun (ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de). Ein Gegner ohne großen Namen, aber mit dem Klubrekord von zuletzt fünf Siegen in Folge im Rücken.

Wie agiert die Abwehr gegen die Rekord-Freiburger?

Satte zwölf Treffer erzielte die Auswahl von Coach Christian Streich in den vergangenen drei Partien. Flick schwant nichts Gutes. "Es wird auf unsere Abwehr ankommen, wir müssen im Kollektiv verteidigen und das Spiel lesen. Wir müssen die Pokal-Niederlage irgendwie verdauen und weitermachen."
Ziemlich viel "müssen", wenn man bedenkt, dass die Münchner die Tabelle im Fußball-Oberhaus noch immer anführen.
Immerhin stehen gegen die wackeren Breisgauer Kingsley Coman, Leon Goretzka und Jean-Eric Maxim Choupo-Moting wieder zur Verfügung, was Flick neue Optionen eröffnet.
Es wird aber auch einiges davon abhängen, wie laut die Bayern-Stars auftreten und ob Radio Müller wieder auf Sendung geht ...
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