Beim SC Freiburg konnte Christian Streich mit dem 4:1 in Köln zufrieden sein. So erhielt der erfahrenere Baptiste Santamaria den Vorzug vor Yannik Keitel (Bank).
Beim Deutschen Meister aus München waren natürlich alle Augen auf Robert Lewandowski gerichtet, der selbstverständlich in der Startaufstellung stand. Ansonsten stand Alexander Nübel überraschend im Tor und kam so zu seinem ersten Bundesligaeinsatz für den FC Bayern. Im Vergleich zum Gladbach-Spiel kamen Niklas Süle, Leroy Sané und Serge Gnabry in die Startelf für Benjamin Pavard, Jamal Musiala und Kingsley Coman (alle Bank).
Beide Mannschaften waren von Anfang an hellwach. Freiburg agierte aggressiv mit Mittelfeldpressing und ließ den Bayern keinen Raum. So entwickelte sich ein munteres Spielchen im wohl letzten Bundesligaspiel im Freiburger Schwarzwald-Stadion.
Bundesliga
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Die Bayern waren optisch überlegen und hatten die besseren Chancen. Robert Lewandowski gab einen ersten Warnschuss ab (20.). Kurze Zeit später folgte der Elfmeterpfiff (Lukas Kübler an Thomas Müller), nachdem Schiedsrichter Florian Badstübner die Bilder zur Hilfe nahm. Ein Pfiff, der eine historische Bedeutung haben sollte: Denn Robert Lewandowski lief an und erzielte sein 40. Saisontor!
Der Jubel über diesen Treffer währte nicht lange, Freiburg kam in Person von Manuel Gulde schnell zum Ausgleich (29.). Bayern dominierte danach, doch Freiburg war taktisch perfekt eingestellt und ließ nichts zu. Es sollte die Ruhe vor dem Sturm werden.
Im zweiten Durchgang sah man einen bärenstarken SC Freiburg, der beinahe über sich hinauswuchs. Die Bayern ließen keinesfalls locker. Nachdem Gnabrys Tor wegen Abseits nicht anerkannt wurde (51.), war es wenige Augenblicke später Sané, der die Kugel zum 2:1 über die Linie drückte (53.).
Die Freiburger glaubten aber an sich und kamen zu einer Reihe großer Chancen. Ermedin Demirovic (54.), Christian Günter (67.), Lucas Höler (71.) und Janik Haberer (73.) vergaben teilweise freistehend.
Dann folgte der kuriose Auftritt des neuen 40-Tore-Mannes Robert Lewandowski: Der Torjäger vergab zunächst frei vor Mark Flekken, kam Sekunden später jedoch wieder an den Ball. Doch Lewandowski brachte das Kunststück fertig und "klärte" einen Meter vor dem Tor in die Arme des SC-Keepers (78.). Es hätte die Entscheidung sein müssen.
Die Breisgauer spürten an diesem Tag, dass gegen den FC Bayern etwas Zählbares drin war. Mit einer wahren Energieleistung und einem 50-Meter-Solo machte Christian Günter das verdiente 2:2 (81.).
In der Schlussphase spielten beide Teams auf Sieg, die Bayern drückten aufs Tempo. Wieder war es Lewandowski, der aus kurzer Distanz mit einem Kopfballaufsetzer an Flekken scheiterte (84.). Der SC-Schlussmann hielt das Unentschieden für die Freiburger fest, die immer noch die Chance auf die UEFA Europa Conference League haben.

Stimmen zum Spiel

Robert Lewandowski (FC Bayern): "Es ist eine große Ehre für mich. Es freut mich sehr, dass ich einen solchen legendären Rekord geknackt habe. Ich bin sehr stolz mit solch einer Legende einen Rekord zu haben. Heute hätte ich mehr als ein Tor schießen können. Wir haben noch ein Spiel und da will ich noch ein Tor machen."
Thomas Müller (FC Bayern): "Die 40 Tore sind schwer einzuordnen, denn bei Lewy ist das gefühlt normal. Er macht das ja nicht erst seit einer Saison, das ist schon verrückt. Aber am Schluss hat man gesehen, als er die zwei Chancen liegen ließ, dass er auch nur ein Mensch ist. Ich kann das aber gar nicht geschichtlich einordnen, weil Gerd Müller diesen Verein dahin gebracht hat, wo er jetzt steht. Ohne ihn würden wir wahrscheinlich noch zu Fuß nach Freiburg laufen."
Christian Günter (SC Freiburg): "Wir haben das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten ihnen das Leben so schwer wie möglich machen. Der Punkt geht in Ordnung. Es spricht für sich, dass wir noch Chancen auf die Conference League haben. Wir freuen uns auf dieses Spiel und wir werden wieder Gas geben. (…) Robert Lewandowski ist für mich über Jahre hinweg der beste Stürmer auf diesem Planeten. Von ihm kann jeder Spieler etwas lernen. Herzlichen Glückwunsch an ihn. Das Schöne ist, dass er auch ein herausragender Typ ist."
Nils Petersen (SC Freiburg): "Mit dem Spielverlauf, zweimal in Rückstand, nehmen wir den Punkt gerne mit. In der Tabelle hätte uns der Dreier gut getan, doch gegen Bayern muss man den Punkt mitnehmen. (…) Man denkt immer schon selbst, dass man ganz gut ist, wenn man zweistellig trifft. Aber 40 Tore sind eine andere Welt. Das ist eine Leistung, die in den nächsten Jahren keiner schafft, vielleicht er selbst. Ich hätte das in der Bundesliga nicht für möglich gehalten. 40 ist eine abartige Zahl."

Das fiel auf: Freiburg schlägt in den richtigen Momenten zu

Es ist schon eine Seltenheit, dass der FC Bayern eine zweimalige Führung verspielt. Doch die Freiburger gaben über 90 Minuten Gas und glaubten bis zum Schlusspfiff an den ganz großen Wurf gegen den Rekordmeister. Dabei halfen auch die beiden Treffer, die – aus Freiburger Sicht – zum perfekten Zeitpunkt fielen. Das 1:1 durch Gulde war die richtige Antwort auf die Führung. Kurz vor dem 2:2 hätte Lewandowski den Sack zumachen müssen, ehe Günter das starke Freiburger Spiel mit dem Endstand krönte.

Tweet zum Spiel

Zwei Legenden auf einem Foto. Robert Lewandowski huldigte nach seinem 40. Saisontor dem "Bomber der Nation" und zeigte ein Foto von Gerd Müller. Durch den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:0 stellte Lewandowski den 49 Jahre alten Rekord des ehemaligen Bayernstürmers ein. Eine historische Marke, die in der kommenden Woche noch ausgebaut werden kann.

Statistik: 34

Nicht nur Robert Lewandowski stellte gegen Freiburg den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ein. Auch der FC Bayern stellte einen neuen Rekord auf. In den letzten 34 Auswärtsspielen traf der Rekordmeister immer. Solch eine Leistung gab es noch nie in der Bundesligageschichte. Damit hat der Abo-Meister in den vergangenen zwei Spielzeiten in jedem Auswärtsspiel getroffen.
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