Hans-Dieter Flick sprang nicht euphorisch im Dreieck. Er umarmte keine Menschen, er klatschte nicht mal besonders lautstark.
4:1 hatte der FC Bayern München am Samstagnachmittag gegen die TSG 1899 Hoffenheim gewonnen, damit den vierten Liga-Sieg in Serie eingefahren und nebenbei das Hinspielergebnis, die einzige Niederlage des Jahres 2020, exakt umgekehrt.
"Jetzt sind wir wieder pari. Wir wollten zeigen, dass wir schon zurückschlagen können", sagte Thomas Müller, ging dann aber wie alle Bayern schnell zur Tagesordnung über:
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"Im Grunde ging's drum, unsere Serie an positiven Erlebnissen fortzuführen. Wir marschieren gut voran. Das fühlt sich gut an."

FC Bayern punktet beständig

Der Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig bliebt stabil bei sieben Punkten. "Zumindest was die Ergebnisse anbelangt" sei seine Mannschaft wieder in der Spur, bilanzierte Flick sehr nüchtern.
Die Sterne haben seine Bayern seit den zwei Niederlagen gegen Gladbach und Kiel wahrlich nicht vom Himmel gespielt. Aber ihre Aufgaben gegen Freiburg (2:1), Augsburg (1:0), Schalke (4:0) und Hoffenheim (4:1) seriös erledigt. Und damit deutlich besser gepunktet als Leipzig (7) oder Dortmund (4).
"Wir wollten nach den zwei Niederlagen in die Spur zurückkommen. Das macht große Mannschaften aus", meinte Flick: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie es kann, dass sie es auch relativ schnell umsetzen kann. Das ist eine gute Sache und gibt Selbstvertrauen, Vertrauen in die eigene Stärke."

Heißer Februar mit der Klub-WM

Selbstvertrauen, dass man im Februar weiter ausbauen kann – wenngleich der Spielplan der Bayern dann wieder grimmiger wird; die vielleicht einzige Hoffnung der Konkurrenz auf weniger Langeweile an der Tabellenspitze.
Bis Freitag kann Flick der Mannschaft den Feinschliff geben, dann geht's mit dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC (20:30 Uhr im Liveticker), der Klub-WM in Katar und dem Heimspiel gegen Bielefeld (15.2.) mit vier Spielen in elf Tagen wieder in die Vollen.
Nach dem Auftritt bei der aktuell sehr stark aufspielenden Eintracht aus Frankfurt (20.2.) steht dann auch schon die Champions League (Lazio Rom, 23.2.) vor der Tür.
Ein Heimspiel gegen Köln (27.2.) schließt den heißen Februar ab, dann kommt auch schon der BVB nach München (6.3.).

Thomas Müller und Serge Gnabry jubeln - FC Bayern München vs. TSG 1899 Hoffenheim

Fotocredit: Getty Images

Ausgeglichenes Torschussverhältnis gegen Hoffenheim

Will der FC Bayern bis dahin in der Bundesliga für klare Verhältnisse sorgen, muss es spielerisch, so will es Flick, aber auch wieder etwas besser fluppen. Hauptaugenmerk der Flick'schen Bemühungen liegt dabei weiter auf dem Verhindern von Torchancen für den Gegner – am besten schon durch kompromissloseres Handeln in der gegnerischen Hälfte.
"Uns ist es vorne oft relativ leichtgefallen, in die gefährliche Zone zu kommen, dafür haben wir in der ersten Halbzeit hinten den ein oder anderen Schritt vermissen lassen", meinte Müller nach dem Hoffenheim-Spiel.
Die TSG hätte nämlich auch in Führung gehen können, wenn nicht müssen. Am Ende gestaltete der Gast das Torschussverhältnis mit 15:16 sogar positiv. Man müsse "das heute abhaken", sagte der Bayern-Trainer – wohlgemerkt nach einem 4:1: "Das Ergebnis ist top, trotzdem war nicht alles bei hundert Prozent", so Flicks Kritik.

Roca gibt gutes Startelf-Debüt in der Liga

Positiv nahmen die Bayern auf, dass Marc Roca im zentralen Mittelfeld die Absenz von Leon Goretzka, Javi Martínez (beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet) und Corentin Tolisso (angeschlagen) mit einem guten Auftritt auffing.
Roca habe "ein Zeichen gesetzt", meinte Flick zufrieden: "Es war wichtig, dass er gespielt und gezeigt hat, dass er durchaus in Ballbesitz auch gefallen kann. Er hat seine Sache gut gemacht."
Mit dem 24 Jahre alten Spanier als "Staubsauger" vor der Abwehr nahm Joshua Kimmich den etwas offensiveren Part auf der Doppel-Sechs ein, was das Bayern-Spiel durchaus belebte. Youngster Jamal Musiala hat Flick als zweite Lösung sogar noch in der Hinterhand.

Flicks Wunschelf steht

Eine weitere Erkenntnis des Spiels: Ansonsten steht Flicks Wunschelf.
Vor Kapitän Manuel Neuer ist in der Innenverteidigung an David Alaba und Jérôme Boateng weiter kein Vorbeikommen für Lucas Hernández und Niklas Süle, links hinten hat sich Alphonso Davies wieder vor Hernández etabliert, wenngleich dieses Duell bei Flick noch das engste sein dürfte.
Rechtsverteidiger Benjamin Pavard hätte seinen Aufwärtstrend gegen Hoffenheim beinahe mit einem sehenswerten Tor zum 5:1 bestätigt, Leroy Sané stand jedoch zuvor im Abseits, der Treffer wurde aberkannt.

Bayern sucht die Dominanz

Auf den Flügelpositionen haben Kingsley Coman und der gegen Hoffenheim wieder mal als Torschütze glänzende Serge Gnabry die Nase leicht vor Sané; Robert Lewandowski (24. Saisontor) und Thomas Müller (10. Saisontor) sind ohnehin weiter gesetzt. Nicht ganz ohne Zufall: alles Triple-Sieger.
Sorgen macht Flick also, wenn überhaupt, nur der zweite Anzug, der, je weiter die Saison voranschreitet, aber auch immer weniger (in wichtigen Spielen) getragen werden muss.
Im heißen Februar will Bayern weiter auf der Ergebniswelle reiten, die Gegner aber auch wieder dominieren.
"Ich weiß nicht, wie man Dominanz beschreiben will", meinte Müller noch am Samstag: "Bei vier Siegen aus vier Spielen würde ich sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg."
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