FC Schalke 04 - Asamoah und Knäbel schildern Gewaltnacht: "Werde Angst nie vergessen"
Zwei Tage nach dem Bundesliga-Abstieg des FC Schalke 04 und den gewalttätigen Angriffen von Fans auf die Mannschaft haben Teammanager Gerald Asamoah und Sport-Vorstand Peter Knäbel in einer Presserunde zu den Vorfällen aus der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Stellung bezogen. "Mir geht es immer noch nicht so gut", sagte Asamoah. Knäbel verurteilte den Angriff aufs Schärfste.
Schalkes Teammanager Gerald Asamoah (l.)
Fotocredit: Getty Images
Nach der Rückkehr vom 0:1 bei Arminia Bielefeld waren die Spieler gegen 1:30 Uhr an der Veltins-Arena von einer Gruppe aufgebrachter Anhäger körperlich angegangen worden. "Ich selber bin nicht geschlagen worden", meinte Asamoah. Aber: "Ich habe verschiedene Bilder im Kopf: Ein Mitarbeiter lag auf dem Boden und wurde getreten."
Bereits am Mittwoch hatte ein Spieler, der anonym bleiben wollte, bei "Sport1" von regelrechten Jagdszenen berichtet. Die "Angst in den Augen" von Co-Trainer Mike Büskens werde Asamoah "nie vergessen".
Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt einen explodierenden Feuerwerkskörper am Schalker Mannschaftsbus, kurz darauf sieht man mehrere rennende Personen. Ob es sich dabei um einen von Fans verfolgten Schalker Profi handelt, ist unklar.
"Am Ende kann man so eine Masse nicht aufhalten. Die Leute sind über den Zaun geklettert. Es war Einbruch", erklärte Knäbel. Noch in der Nacht habe man bis fünf Uhr morgens zusammengesessen, um mit der Aufarbeitung der Ereignisse zu beginnen.
Asamoah: Darum fuhr die Mannschaft zu den wütenden Fans
Asamoah erklärte zudem, warum der Verein überhaupt entschied, sich als Mannschaft den aufgebrachten Fans zu stellen.
"Wir haben auf dem Rastplatz mit dem Trainerteam und den Kapitänen entschieden, dass wir hinfahren. Ich war von der ersten Minute überzeugt, dass hier nichts passiert. Ich kenne die Fans. Es war viel Polizei da, das hat mir Sicherheit gegeben", so der 42-Jährige: "Dann sind wir aus dem Bus raus - wir wussten, dass wir die Klappe halten und zuhören sollen. Dann ist alles weitere passiert. Ich hatte keine Angst, war mir sicher, dass nichts passiert."
Der anonyme Schalke-Profi hatte dieses Vorgehen heftig kritisiert: "Ich verstehe nicht, wieso man uns überhaupt den Fans ausgeliefert hat. Es hieß vom Verein, dass es nur einen kurzen Austausch geben wird. Die Polizei hat währenddessen unten gewartet."
Knäbel: "Der emotionale Schaden ist größer"
"Alles was dann passiert ist, müssen wir aufklären und können jetzt keine Erklärung liefern", so Knäbel. Auch das Verhalten der Polizei müsse kritisch beleuchtet werden. "Warum war die Polizei da? Warum die Polizei dann nicht mit reingefahren ist, ist eine Frage, die wir nochmal intern aufarbeiten müssen", meinte der Vorstand.
Schlimmere Verletzungen habe jedoch keines der Opfer erlitten. Knäbel sprach von "blauen Flecken und kleineren Verletzungen. Aber ich glaube, der emotionale Schaden ist größer".
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Quelle: Perform
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