Für Jamal Musiala sind die aktuellen Wochen die bislang spannendsten seiner noch jungen Karriere. Und richtungweisend sind sie obendrein.
Mit seinem Verein, dem FC Bayern München, verhandelt der 17-Jährige über seinen ersten Profivertrag. Und auch auf internationaler Ebene stellen sich in naher Zukunft die Weichen für den Aufsteiger des Rekordmeisters.
Um Musiala ist ein regelrechter Kampf entbrannt. Im März wird er voraussichtlich entschieden. Dann nämlich stehen Länderspiele auf dem Programm. Höchstwahrscheinlich mit dem Mittelfeldspieler. In welchem Trikot aber, das ist die große Frage.
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Denn Musiala hat zwei Optionen.

Musiala spielte für englische und deutsche Jugendteams

Als gebürtiger Stuttgarter hat er die deutsche Staatsbürgerschaft. Weil er aber im Alter von acht Jahren mit seinen Eltern auf die Insel zog, verfügt er auch über die englische.
Für beide Landesauswahlen schnürte er in der Jugend schon die Schuhe. Er spielte sowohl für die deutsche U16 unter Trainer Christian Wück als auch für englische Teams - zuletzt lief er für die U21 auf.
Das Hin und Her ist hier kein Problem. Im Jugendbereich ist alles möglich. Doch nun setzt der Ernst des (Fußballer-)lebens ein, denn sobald ein Profi Pflichtspiele für ein Land absolviert hat, kann er seine Entscheidung nicht mehr ändern.
Im März stehen genau solche auf dem internationalen Spielplan.

Jamal Musiala im Trikot der englischen U21

Fotocredit: Getty Images

Löw will Musiala für Länderspiele nominieren

In der WM-Qualifikation trifft Deutschland auf Island (25. März), Rumänien (28. März) und Nordmazedonien (31. März). England spielt im gleichen Zeitraum gegen San Marino, Albanien und Polen.
Laut einem Bericht der "Sport Bild" will Bundestrainer Joachim Löw den 17-Jährigen mit einer Nominierung locken und sich seine Dienste für den DFB sichern. Dies bestätigte Musialas Vereinstrainer Hans-Dieter Flick auf der Bayern-Pressekonferenz vor dem Spiel des Rekordmeisters gegen Hoffenheim am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker).
"Ich habe gehört, dass er nominiert werden soll", sagte Flick. Ob sein Spieler diese Einladung dann auch wahrnehmen werde, könne er aber nicht sagen. Flick widersprach auch Meldungen, wonach er sich mit Löw bereits über Musiala ausgetauscht habe.
"Nein, wir haben noch nicht miteinander über Jamal gesprochen. Natürlich wäre es schön, wenn er für Deutschland spielen würde. Aber beim DFB wird es immer so gehandhabt, dass sich der Spieler selber entscheiden soll, für welches Land er spielen möchte", so Flick.
Auch der Bayern-Coach weiß natürlich, dass einer DFB-Nominierung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine des englischen Verbandes folgen dürfte. Dann stünde es Spitz auf Knopf.

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Der Ball liegt bei Musiala - Bierhoff fordert Bekenntnis

Die Vorbereitungen für den großen Showdown laufen im Hintergrund ohnehin schon seit Wochen. "Three Lions"-Trainer Gareth Southgate soll schon mehrfach mit dem Supertalent telefoniert haben, während Löw und DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff im Februar ausgiebig mit dem Spieler sprechen wollen.
Bierhoff hatte bei "Sport1" bereits betont, dass man Musiala "aufgrund seiner DFB-Vergangenheit und seiner aktuellen Leistungen" beobachte. Man erwarte aber eine klare Positionierung des Umworbenen.
"Neben den sportlichen Aspekten ist uns vor allem wichtig, dass sich unsere Nationalspieler zu unserem Land, unseren Mannschaften und unseren Werten bekennen und damit identifizieren", so Bierhoff.

Bayern-Teamkollegen baggern an Musiala

In der Bayern-Kabine scheinen die Gespräche da schon deutlich konstruktiver zu sein. Serge Gnabry versuchte bereits, Musiala zu überzeugen und erklärte in der "Daily Mail": "Keine Chance, dass wir so ein Talent gehen lassen."
Bei den wirklich wichtigen Gesprächen wird Gnabry aber - aller Voraussicht nach - nicht mit am Tisch sitzen. Denn die finden im Hause Musiala statt.

Jamal Musiala vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

"Jamal wird das mit sich und seiner Familie ausmachen", schätzt Flick ein. "Er muss entscheiden, wo er sich mehr hingezogen fühlt. Diese Entscheidung muss man dann akzeptieren. Wenn er eine Frage hat, kann er mich aber gerne fragen. Das weiß er." Laut "Bild" soll Musiala derzeit übrigens zum DFB tendieren.

Profivertrag zum Geburtstag?

Flick weiß am besten, wie sehr das große Talent Jamal Musiala der DFB-Elf in den kommenden Jahren helfen würde. Der schlaksige, aber wendige Flügelstürmer kam unter dem Triple-Trainer in dieser Saison schon 22 Mal zum Einsatz. Dabei gelangen ihm drei Tore.
Es ist aber seine schnelle Auffassungsgabe, das Spielverständnis und die hohe technische Qualität, die ihn schon in jungen Jahren dermaßen begehrt machen.
"Dieser Junge ist in der Lage, seinen Weg zu machen. Er hat überragende Talente, er ist schnell, hat ein Super-Dribbling. Das ist ein Spieler, der wirklich noch für viel Furore in der Bundesliga sorgen wird", ist Bayerns Vorstandvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sicher.
Die kommenden Wochen werden Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich die Karriere des Jamal Musiala entwickelt. Am 26. Februar wird er 18 Jahre alt. An diesem Tag dürfte er einen Profivertrag unterschreiben. Dem FC Bayern schwebt ein langfristiges Arbeitspapier bis ins Jahr 2026 mit Millionengehalt vor.
Eine Einigung scheint sehr wahrscheinlich. Wenig später wird sich auch die Nationalmannschaftsfrage entscheiden.
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