Seit über acht Jahren steht Javi Martínez mittlerweile beim FC Bayern unter Vertrag, gewann unter anderem zwei Mal das Triple mit den Münchnern. Doch nun deutet vieles auf einen Abschied des Spaniers hin. Denn im Gegensatz zum ersten Erfolg 2013 ist Martínez beim deutschen Rekordmeister mittlerweile nur noch Reservist.

Als Favorit auf eine Verpflichtung gilt weiter Athletic Bilbao, der Ex-Verein des 32-Jährigen, von welchem er 2012 für 40 Millionen Euro nach München wechselte. Doch auch andere Vereine mit größerer Finanzkraft sollen ihr Interesse hinterlegt haben.

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Martínez ohne Zukunft in München

Im Kader von Hansi Flick spielt Martínez jedenfalls trotz eines möglichen Abgangs von Landsmann Thiago, der ebenfalls im defensiven Mittelfeld spielt, keine Rolle mehr. Schon in der abgelaufenen Saison stand der zweimalige Triple-Sieger nur 24 Mal für die Münchener auf dem Platz. Im Finalturnier der Champions League kam Martínez überhaupt nicht mehr zum Einsatz.

Noch in den vergangenen Jahren absolvierte der Spanier jeweils deutlich über 30 Saisonspiele für die Bayern (2018/19: 33 Einsätze, 2017/18 und 2016/17 jeweils 37). Im Mittelfeld hat ihm Joshua Kimmich klar den Rang abgelaufen, mit Corentin Tolisso und Michael Cuisance setzt Flick zudem auf deutlich jüngere Alternativen auf der Sechser-Position.

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Auch in der Innenverteidigung ist Martínez nur noch fünfte Wahl. Mit David Alaba, Lucas Hernández, Niklas Süle und dem wiedererstarkten Jérôme Boateng sind die Münchener auf beiden Posten doppelt besetzt. Kaum Perspektive also - ein Verbleib beim FC Bayern ist daher ebenso unwahrscheinlich wie ein ablösefreier Weggang im kommenden Jahr.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte in der "Welt am Sonntag" zur Situation des Routiniers: "Javi befasst sich damit, uns zu verlassen. Es wird für ihn auch schwierig jetzt. Sein Vertrag gilt noch ein Jahr, und wir haben ihm zu verstehen gegeben, dass wir ihm keine Steine in den Weg legen."

Joshua Kimmich (l.) und Javi Martínez mit dem Champions-League-Pokal

Fotocredit: Getty Images

Athletic Bilbao kämpft um Martínez

Somit weist einiges auf einen Transfer von Martínez hin, zumal sich offenbar gleich mehrere Optionen für den Spanier auftun. Allen voran möchte Ex-Verein Bilbao den verlorenen Sohn zurück ins Baskenland holen.

Nach Informationen von "Goal" ist auch für Martínez selbst ein Wechsel zu seinem Heimatklub die Wunschvariante, doch die finanziellen Forderungen der Bayern sollen für die Basken noch zu hoch sein.

Zwischen zehn und 15 Millionen Euro will der deutsche Rekordmeister offenbar für Martínez. Bilbao soll dagegen auf einen einstelligen Betrag hoffen, heißt es weiter. Anfang des Monats hatten spanische Medien bereits über eine Einigung berichtet.

Bisher wurde allerdings noch kein Vollzug gemeldet. Vielleicht auch deshalb sollen sich nun weitere Vereine in Stellung bringen.

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Wüstenklub will Bayern-Star mit Geld locken

Wie der "Kicker" berichtet, kann sich der Bayern-Star mittlerweile einen Transfer in die finanzstarke chinesische Super League vorstellen. Einen konkreten Verein nennt das Sport-Fachmagazin jedoch nicht. Mit Al-Nasr Riad soll zudem ein Verein aus Saudi-Arabien Interesse zeigen. Laut "Bild" wollen die Verantwortlichen des Wüstenklubs den 32-Jährigen mit einem hohen Gehalt locken.

Sowohl gegen die Super-League-Vereine als auch gegen Riad dürfte Bilbao zumindest finanziell das Nachsehen haben. Möglicherweise folgt Martínez aber auch seinem Herzen und geht zurück nach Bilbao.

Schließlich kam der Spanier 2006 schon als 17-Jähriger von der zweiten Mannschaft von CA Osasuna nach Bilbao. Insgesamt 250 Spiele absolvierte er für die Basken, alleine 201 in der spanischen La Liga. Damit stand Martínez zwölf Mal häufiger für Athletic auf dem Platz als für den FC Bayern (238).

Viel hängt nun wohl vom Entgegenkommen der Münchener ab. Gehen sie mit dem Preis weiter nach unten, scheint ein Wechsel nach Bilbao am wahrscheinlichsten. Mit einem Wechsel ins Baskenland würde sich jedenfalls der Kreis für Martínez schließen.

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