Eine Saison zum Vergessen.
Julian Brandt erlebte beim BVB das bislang sportlich schwierigste Jahr seiner Profikarriere. Der Mittelfeldakteur absolvierte zwar 45 Pflichtspiele, vermochte in diesen allerdings nur selten überzeugen.
23 Mal kam Brandt von der Bank ins Spiel, durfte nur siebenmal über die vollen 90 Minuten ran. Vier Tore und zwei Vorlagen standen für ihn am Ende wettbewerbsübergreifend zu Buche. Viel zu wenig für seine Ansprüche.
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Dabei kam der heute 25-Jährige 2019 neben Rückkehrer Mats Hummels als Königstransfer von Bayer 04 Leverkusen nach Dortmund. Die 25 Millionen Euro, die der BVB an die Rheinländer zahlen musste, wurde damals als Schnäppchen für den Offensivspieler angesehen.
Nach anfänglichen Anpassungsproblemen avancierte Brandt schnell zum Stammspieler und erzielte in 42 Pflichtspielen sieben Tore und legte 13 weitere auf. 32 Mal stand er dabei in der Startelf. Doch die Form ging in der vergangenen Saison verloren.

Borussia Dortmund: Brandt stand vor dem Aus beim BVB

Brandt fiel vermehrt durch schlechte Körpersprache sowie eine schwache Rückwärtsbewegung auf. Sein Zweikampfverhalten wirkte lethargisch, bei seinen Dribblings sah man ihm das fehlende Selbstbewusstsein an und auch in der Arbeit gegen den Ball hatte der U19-Europameister von 2014 nur allzu häufig mit Problemen zu kämpfen.
"Julian hat so viel Können. An der Konstanz muss er arbeiten. Er ist ein bisschen schwankend in den Leistungen. Er muss die nächste Hürde überspringen und den nächsten Schritt machen", forderte der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw Ende 2020 nach dem Länderspiel gegen Tschechien (1:0) im November.
Brandt kam drei Tage später noch zu einem Kurzeinsatz gegen die Ukraine (3:1) wurde anschließend allerdings nicht mehr berücksichtigt und verpasste auch die EURO 2020.
Beim BVB wurde der ehemalige Leverkusener angezählt, soll bereits auf der Streichliste gestanden haben. Laut "Kicker" war der FC Arsenal interessiert, zuletzt kursierten Gerüchte über eine Offerte aus der Serie A von Lazio Rom.

Julian Brandt überzeugte im BVB-Trikot in der vergangenen Saison nur selten

Fotocredit: Getty Images

Borussia Dortmund: Rose setzt auf Brandt

Doch Neu-BVB-Coach Marco Rose legte ein Machtwort ein und soll sich für einen Verbleib des 35-maligen Nationalspielers ausgesprochen haben. Der 44-Jährige erklärte zudem auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung in Dortmund, dass er mit seinem Kader sehr zufrieden und dieser gut aufgestellt sei.
Brandt selbst erhofft sich unter Rose einen Neustart. "Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr über das vergangene Jahr zu sprechen. Trotzdem will ich natürlich so etwas hinter mir lassen und wieder von neuem Gas geben", sagte Brandt im Klub-Kanal des BVB.
Dabei will sich Brandt insbesondere im Training voll reinhängen und seine Chance mit einem neuen Trainer nutzen. "Er ist sehr offen, aber auch extrem fordernd. Das macht Lust auf mehr Training und Schweiß", zeigte sich Brandt positiv nach den ersten Einheiten unter Rose.
Noch ist nicht klar, auf welcher Position Rose mit Brandt plant. Unter Lucien Favre und Edin Terzic kam der gebürtige Bremer sowohl auf der Doppelsechs, als Spielmacher sowie auf der Außenbahn zum Einsatz.
Zu Gute kommt Brandt, dass mit Jadon Sancho (Manchester United) ein Spieler, der in der Hierarchie vor ihm lag, den Verein verlässt.

Borussia Dortmund: BVB-Chefs erwarten Leistungssteigerung

Die BVB-Verantwortlichen haben ihre Hoffnungen in Brandt noch nicht aufgegeben. "Es macht total Sinn, dass sich Julian unter dem neuen Trainer beweisen kann. Er ist ein guter Typ, hat unglaubliches Potenzial. Ich erwarte von ihm allerdings eine Leistungssteigerung. Und dass er dieses Potenzial kontinuierlich abruft", machte Sportdirektor Michael Zorc gegenüber der "Bild"-Zeitung deutlich.
Vor allem wird für Brandt wichtig sein, dass er sich unter Rose wohlfühlt und dass der Trainer ihn auch nach schwächeren Auftritten aus der Schusslinie nimmt. Denn Brandt hat unter Heiko Herrlich und Peter Bosz an der Seite von Kai Havertz bewiesen, dass er im für ihn richtigen Umfeld Spitzenleistungen abrufen kann.
"Er braucht vor allem seine Lockerheit. Wenn er locker ist, kann er ganz ungewöhnliche Dinge machen, die sonst nur wenige können", erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits im vergangenen Jahr.
Brandt selbst hat sich für seine dritte Saison in schwarz-gelb vorgenommen, "Tore zu schießen, zu gewinnen und einfach gute Spiele anzuliefern."
Das muss er auch, ansonsten wird es bereits im Winter wieder Gerüchten um seinen Abgang geben.
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