Auf tiefem Geläuf in der Mainzer Opel Arena übernahm RB Leipzig von Beginn an die Kontrolle, ein erster Abschlussversuch von Marcel Sabitzer verfehlte das Tor von Robin Zentner allerdings (10.). Aber auch Kellerkind Mainz 05 zeigte sich durchaus mutig in der Vorwärtsbewegung und kombinierte sich ein ums andere Mal gefällig durchs Mittelfeld. Torchancen sprangen dabei allerdings nicht heraus.
Stattdessen gelang den Gästen dann doch die frühe Führung. Nach einem Lattentreffer von Sabitzer aus 20 Metern schob Tyler Adams den Abpraller aus kurzer Distanz an Robin Zentner vorbei ins Tor (15.).
Wer nun gedacht hätte, dass Mainz 05 sich ob des erneuten frühen Rückschlags nun hängen ließe, sah sich getäuscht. Nach einem Foul von Marcel Halstenberg an Leandro Barreiro zirkelte Danny Latza den anschließenden Freistoß vors Leipziger Tor, wo Neuzugang Dominik Kohrs Kopfball von Péter Gulácsi nur nach vorne abgewehrt werden konnte. Dort lauerte Moussa Niakhaté, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschieben konnte (24.).
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Die Freude bei Bo Svensson und seiner Mannschaft währte allerdings nicht lange. Nur fünf Minuten später gingen erneut die Gäste in Führung. Mainz konnte sich nach einem Eckstoß für RB nicht befreien, so konnte Angeliño den Ball von der rechten Seite erneut in den Mainzer Strafraum heben. Dort köpfte der mit aufgerückte Dayot Upamecano quer, Mainz‘ Stefan Bell verlängerte noch per Kopf und die Kugel landete bei Halstenberg, der aus fünf Metern ins linke untere Eck traf (30.).
Mainz aber kam erneut zurück, wieder nach einer Standardsituation und wieder hieß der Torschütze Niakhaté: Latzas Ecke wurde von Bell am zweiten Pfosten per Kopf quergelegt, wo der Mainzer Abwehrmann aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste (35.).
So ging es mit einem 2:2 in die Kabinen.
Den zweiten Durchgang eröffneten dann ebenfalls die Hausherren. Neuzugang Danny da Costa setzte auf der rechten Seite zu einem starken Solo an und spielte kurz vor der Torauslinie quer. Am ersten Pfosten hatte sich Leandro Barreiro im Rücken von Sabitzer davon gestohlen und schob den Ball an Gulácsi vorbei zur 3:2-Führung ins Tor (50.).
RB wirkte anschließend geschockt, an der Seitenlinie reagierte Julian Nagelsmann mit einem Doppelwechsel. Für Emil Forsberg und Amadou Haidara brachte Leipzigs Trainer Justin Kluivert und Lazar Samardžić (61.). Gefährliche Torabschlüsse konnten sich die Leipziger aber auch in der Folge kaum herausspielen.
Mainz verteidigte die Führung mit viel Willen und ließ erst in der Schlussphase die große Möglichkeit zum Ausgleich zu. Der eingewechselte Nordi Mukiele scheiterte allerdings mit seinem Schussversuch aus 16 Metern am gut reagierenden Zentner (82.).
In der sechsminütigen Nachspielzeit warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne, kamen aber auch dort nicht mehr zum Abschluss. So gelang Mainz 05 am Ende die große Überraschung, der Abstiegskandidat besiegte den Meister-Aspiranten mit 3:2 und schöpfte so neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Der Platz hat hier kein ordentliches Fußballspiel zugelassen. In der ersten Halbzeit war es aber eigentlich absolut in Ordnung. Ich glaube, zwei von drei Toren darfst du heute auch nicht kriegen. Wenn du drei Tore kriegst, wird es immer schwer, du kannst nicht immer drei oder vier Tore schießen. Das haben wir heute nicht gut gemacht.
Danny da Costa (FSV Mainz 05): "Alle haben mich richtig gut aufgenommen und anscheinend hat eine erste Einheit schon gereicht, um sich gut einzufinden. Die Fußballsprache auf dem Platz ist überall gleich und solange alle einer Vorgabe folgen, ist es auch egal, wie lange man Teil der Mannschaft ist. Es war über 96 Minuten eine geile Teamleistung, jeder wollte heute, jeder hat sich reingehauen und so kommt dann auch dieser Sieg zustande. Ich habe gestern schon bei meiner Vorstellung gesagt, dass wir 17 Mal das Herz auf dem Platz lassen müssen. Wir müssen die nächsten 16 Spiele genauso angehen."
Danny Latza (FSV Mainz 05): "Leidenschaft, Kampf, Teamgeist, heute war endlich mal alles üb er 90 Minuten da. Wenn man gesehen hat, wie wir uns reingegangen haben, jedem Ball hinterhergejagt sind, das wollen wir sehen.“
Willi Orban (RB Leipzig): "Die Meisterschaft ist nichts, was bei uns im Kopf rumschwirrt."

Der Tweet zum Spiel:

Die Mainz-Fans können ihr Glück nach dem Sieg kaum fassen.

Das fiel auf: Die Mainzer Neuzugänge stechen

Danny da Costa und Dominik Kohr kamen erst unter der Woche zu Mainz, da Costa durfte nach gerade einmal 24 Stunden direkt in die Startaufstellung. Dieses Vertrauen zahlten beide Ex-Frankfurter auch direkt zurück. Beim ersten Mainzer Treffer leistete Kohr mit seinem Kopfball die Vorarbeit, beim Siegtor war es da Costa, der mit einem Turbo-Solo auf der rechten Seite sehenswert für Leandro Barreiro auflegte. Es scheint, als könnten diese beiden Spieler echte Verstärkungen für Mainz 05 sein, die im Abstiegskampf noch wertvoll werden dürften.

Die Statistik: 1

Für die Mainzer war es der erste Heimsieg der Saison - im ersten Spiel der Rückrunde.
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