Nach dem überzeugenden 3:1 bei RB Leipzig gab es beim BVB vier personelle Wechsel, auch im Hinblick auf die englische Woche mit den schweren Duellen gegen Leverkusen und Gladbach: Axel Witsel (Achillessehenriss), Giovanni Reyna (Racheninfekt) sowie Manuel Akanji und Thomas Delaney (beide Bank) wurden durch Emre Can, Julian Brandt, Jude Bellingham und Dan-Axel Zagadou ersetzt.
Der wiedererstarke BVB wollte seinen jüngsten Höhenflug fortsetzen und legte von Beginn an los wie die Feuerwehr. Bereits nach 80 Sekunden jubelte Erling Haaland über das vermeintliche 1:0, doch Thomas Meunier stand bei der Hereingabe im Abseits. Die Mainzer standen in der Folgezeit gehörig unter Druck, standen mit der neuformieren Fünferkette in der Abwehr allerdings sehr kompakt und ließen den Borussen keine Räume. Die Dortmunder zeigten sich stets bemüht, zeigten Kampf und Einsatz. Doch nach vorne fehlte es zunächst an Durchschlagskraft und Präzision. Mitte der ersten Halbzeit häuften sich die Abschlüsse, doch meist stand FSV-Keeper Robin Zentner im Weg (23./26.) oder das Aluminium rettete für die 05er bei Bellinghams Schuss (31.).

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Auch im zweiten Durchgang wirkte die Dortmunder Offensive entnervt vom Mainzer Abwehrbollwerk. Die Rheinländer verteidigten mit Leidenschaft, während beim BVB weiterhin viel Tempo und Raumgewinn fehlten. Von den Offensivstars um Erling Haaland war wenig bis gar nichts zu sehen. Mainz zeigte sich im weiteren Verlauf immer öfter im gegnerischen Drittel und wurde schließlich aus dem Nichts durch ein Traumtor von Levin Öztunali belohnt (57.). Dortmund reagierte wütend, machte mächtig Druck, doch die 05er standen weiterhin sicher und verstecken sich keineswegs.
In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse zunächst: Thomas Meunier erzielte den Ausgleich (73.), ehe der Belgier exakt 38 Sekunden im Strafraum von Alexander Hack zu Fall gebracht wurde. Marco Reus versagten allerdings die Nerven, der BVB-Kapitän setzte den Ball links neben den Kasten. Quasi im Gegenzug hatte Dortmund erneut Aluminium-Glück, als Danny Latza am linken Pfosten scheiterte (78.). In den Schlussminuten drückten die Dortmunder die Mainzer tief in deren Hälfte, doch der Außenseiter hatte in Person von Moussa Niakhaté die große Konterchance zum 1:2 (87.). Dortmund sollte gegen leidenschaftlich verteidigende Mainzer keine Chance mehr haben. Von Topstürmer Erling Haaland war ab der zweiten Minute nichts mehr zu sehen.

Stimmen zum Spiel

Thomas Meunier (BVB): "Das ist ein schlechtes Resultat. Wir hatten in der ersten und zweiten Halbzeit so viele Chancen. Bei den Kontern der Mainzer sind wir mitunter in Panik geraten, aber wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Das Gegentor müssen wir besser verteidigen. Auch wenn ich mein erstes Tor für den BVB geschossen habe, ist es auch persönlich kein guter Tag für mich. Wir hätten mit dem Elfmeter das zweite Tor machen müssen.“
Robin Zentner (FSV Mainz 05): "Wir können absolut mit dem Punkt leben und wir sind sehr froh darüber. In der ersten Halbzeit hat es sehr lange gedauert, bis wir das erste Mal auf das Tor geschossen haben, Dortmund hatte noch einen Elfmeter. Daher sind wir sehr zufrieden."
Levin Öztunali (FSV Mainz 05): "Heute war nicht alles perfekt, aber man hat gesehen, dass wir alle füreinander gekämpft haben. Wir waren eine Mannschaft auf dem Platz, das müssen wir nun Woche für Woche abrufen."
Martin Schmidt (Sportdirektor Mainz 05): "Wenn wir nicht mehr laufen als der Gegner, wenn wir nicht so fighten wie heute und auch mal das Glück haben, dann haben wir heute gezeigt, wo die Messlatte liegt. Daher sind wir sehr froh über diesen Punkt und die Leistung."

Tweet zum Spiel

FSV-Keeper Robin Zentner entnervte den BVB mit starken Paraden in der ersten Halbzeit. Der Schlussmann hielt gefährliche Schüsse von Julian Brandt und Marco Reus und rettete in höchster Not gegen Jude Bellingham. Zentner war der beste Mann auf dem Feld.

Das fiel auf

Dortmund patzt erneut gegen einen Außenseiter: 0:2 in Augsburg, 1:2 gegen Köln, 1:2 bei Union und nun 1:1 gegen den Letzten aus Mainz – der BVB kann gegen vermeintlich kleinere Gegner den Schalter einfach nicht umlegen. Erneut ließ der BVB wichtige Zähler liegen und nutzte so den Ausrutscher von Leverkusen und Leipzig nicht.

Statistik zum Spiel: 1

Für Stefan Bell war es der erste Bundesligaeinsatz seit März 2019. Im Verbund mit seinen Nebenmännern machte der Routinier ein starkes Spiel gegen Topstürmer Haaland. Der Norweger, der sich in der Vorwoche mit einem Doppelpack gegen RBL zurückmeldete, hatte einen einzigen Torschuss – in der zweiten Minute. Danach war vom Supertalent gar nichts mehr zu sehen, Haaland hatte lediglich 16 Ballkontakte. Generell entnervte die Mainzer Abwehr die Offensivstars des BVB.
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