Die Suche nach dem Nachfolger von Erfolgstrainer Hansi Flick hat begonnen.
Auch wenn Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" betonte, man habe sich "noch nicht für einen Trainer entschieden", dürften hinter den Kulissen die Köpfe der Verantwortlichen rauchen.
Denn die Suche verspricht alles andere als einfach zu werden. Viele der Wunschtrainer sind schließlich an Vereine gebunden, so auch Julian Nagelsmann und Jürgen Klopp.
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Laut Rummenigge will man sich nach dem Gewinn der Meisterschaft mit der Thematik auseinandersetzen. Schon am Samstag nach dem Spiel in Mainz (ab 15:30 Uhr im Liveticker) könnte der Titelgewinn perfekt sein und in der zweiwöchigen Pause danach nicht nur Gespräche über die Abwicklung der Trennung von Flick, sondern auch dessen Nachfolge geführt werden.
Vorstandsboss Rummenigge will sich dabei eng mit seinem designierten Nachfolger Oliver Kahn abstimmen.
Eurosport.de wirft einen Blick auf einige Trainer-Kandidaten und bewertet ihre Chancen.

Julian Nagelsmann

Der junge Leipziger Trainer gehört sicher zu den absoluten Wunschlösungen der Bayern. Doch Nagelsmann ist bis 2023 bei RB Leipzig unter Vertrag und die Sachsen machen bisher keine Anstalten, ihn ziehen zu lassen.
Angeblich müssten die Münchener daher eine beträchtliche Ablösesumme zahlen. Bis zu 20 Millionen Euro sollen aufgerufen werden, im "Express" ist von mindestens 15 Millionen Euro die Rede.
Der Leipziger Coach stellte noch am Wochenende klar: "Es gibt keinen neuen Stand. Es gibt und gab keine Gespräche und auch kein Angebot." Viel hängt also davon ab, ob Nagelsmann zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nach München möchte.
Sportlich hat der gebürtige Bayer mit Leipzig bewiesen, dass er ein Team in der Champions League weit bringen kann. In der vergangenen Saison führte Nagelsmann RB bis ins Halbfinale der Königsklasse. Es ist jedoch unklar, ob die Bayern eine derart hohe Summe für einen Trainer zahlen wollen.

Jürgen Klopp

Suchen die Münchener einen neuen Trainer, fällt regelmäßig der Name des Liverpool-Coaches. Schon 2008 stand Klopp in der engeren Auswahl, Jürgen Klinsmann bekam damals jedoch den Vorzug. Der ehemalige BVB-Trainer sei aber auch danach immer wieder ein Thema beim FC Bayern gewesen, erklärte Rummenigge im vergangenen Jahr im Interview mit der "Sport Bild".
Dabei betonte der Vorstandschef: "Wenn du einen Trainer suchst, muss es auch vom Timing her passen." Und das ist aktuell bei Klopp erneut nicht der Fall. Die zwischenzeitliche Ankündigung der Reds an der neu gestalteten Super League teilzunehmen, sorgte bei den Bayern womöglich kurzzeitig für Hoffnung.
Klopp sprach sich bereits als absoluter Gegner eines derartigen Wettbewerbs aus. Die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Abschieds aus Liverpool wäre dann wohl gestiegen. Mittlerweile machte der FC Liverpool aber einen Rückzieher.
Schon bei der Diskussion um eine mögliche Bundestrainer-Nachfolge von Joachim Löw bekräftigte der 53-Jährige bei "Sky": "Ich habe einen Vertrag, und selbst wenn Liverpool mich hier rauswirft: Wenn meine Zeit hier vorbei ist, werde ich erst mal ein Jahr Pause machen."

Jürgen Klopp will Liverpool nicht verlassen

Fotocredit: Getty Images

Erik ten Hag

Auch der Niederländer gehört nicht zum ersten Mal zu den heiß gehandelten Kandidaten. Nach der Entlassung von Niko Kovac 2019 gab es Gerüchte um ten Hag, der aktuell Ajax Amsterdam trainiert (Vertrag bis 2022).
Was für ihn spricht: Der 51-Jährige hat eine Bayern-Vergangenheit. Von 2013 bis 2015 coachte er die zweite Mannschaft der Münchener. Ten Hag spricht außerdem fließend deutsch, ein durchaus wichtiger Faktor bei der Trainersuche des FC Bayern.
Laut "Bild" ist der niederländische Coach der Favorit von Rummenigge. Auch ten Hag selbst träumt von einem Job in der Bundesliga, allerdings stellte er bei "NITRO" kürzlich klar: "Ich glaube nicht, dass es in diesem Sommer ist. Ich bin total glücklich in Amsterdam."

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Ralf Rangnick

Auch wenn der ehemalige Coach von RB Leipzig auf dem Markt ist, ist eine Anstellung beim FC Bayern mehr als unwahrscheinlich. Rangnick ist es gewohnt, viel Macht und Einfluss auf die Kaderplanung und andere sportliche Entscheidungen zu haben.
In Leipzig hatte der 62-Jährige zum Teil das Amt des Trainers und des Sportdirektors parallel inne. Wenn bereits die Zusammenarbeit von Flick und Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic aufgrund dieser Thematik scheiterte, wie soll es mit einem Mann wie Rangnick funktionieren? Ein Streit wäre wohl vorprogrammiert.

Massimiliano Allegri

Der Italiener gehört angeblich zu den Top-Kandidaten, berichtete der italienische TV-Sender "Sport Mediaset". Der 53-Jährige trainierte von 2014 bis 2019 Juventus Turin, ist seit jeher aber vereinslos.
Nach Informationen der "Bild" favorisiert Allegri allerdings einen erneuten Job in seiner Heimat. Offenbar steht der Italiener vor einer Anstellung bei der Roma.

Marc van Bommel & Xabi Alonso

Auch um die Ex-Profis mit Münchener Vergangenheit gibt es Gerüchte. Der spanische Weltmeister von 2010 verlängerte nach den jüngsten Spekulationen um einen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach seinen Vertrag bei der zweiten Mannschaft von Real Sociedad San Sebastián bis 2022. Auch wenn ein Angebot der Münchener durchaus verlockend wäre, ist Alonso wohl erst eine Lösung für die Zukunft - mit mehr Erfahrung als Cheftrainer.
Auch bei van Bommel stellt sich vor allem die Frage, ob er für den Posten beim Rekordmeister schon bereit ist. Bisher arbeitete der 43-Jährige meist als Co-Trainer, unter anderem bei den Nationalteams von Australien und Saudi-Arabien. Bei der PSV Eindhoven war van Bommel erstmals Cheftrainer einer Profi-Vereinsmannschaft. Möglicherweise kommt ein Job bei einem Top-Verein wie Bayern daher noch zu früh.
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