Die erste Halbzeit war ziemlich ausgeglichen. Leipzig erwischte den besseren Start. Das Gästeteam spielte in den Anfangsminuten forsch und geradlinig nach vorne. Die Berliner verteidigten gut, vor allem indem sie in den entscheidenden Zonen kaum Lücken aufkommen ließen, weshalb RB Probleme hatte, in die Gefahrenzone einzudringen.
In der 28. Minute wurde Marcel Sabitzer allerdings zu viel Platz gelassen, sodass dieser seine Mannschaft per Sonntagsschuss in Führung brachte. Der Österreicher wurde in halblinker Position nicht gestört, sodass er sich den Ball auf den rechten Fuß legte und mit diesem aus etwa 29 Metern wuchtig abzog. Der Ball flog am regungslosen Rune Jarstein vorbei und schlug rechts oben zum 1:0 ein.
Anschließend agierte RB Leipzig abwartend und riskierte nicht viel. Es folgte eine Phase, in der sich beide Mannschaften im Mittelfeld neutralisierten.
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VOR 17 STUNDEN
Nach der ausgeglichenen ersten Halbzeit war Leipzig im zweiten Abschnitt das dominante Team. Das Team von Julian Nagelsmann hatte nach dem Seitenwechsel deutlich mehr Ballaktionen als der Gegner und erarbeite sich ein klares Chancenplus.
RB gab im zweiten Durchgang zehn Schüsse ab, viermal davon wurde der Ball aufs Tor befördert, zweimal landete er auch darin. Für letzteres dauerte es aber bis in die Schlussphase.
In der 71. Minute verlor der wenige Minuten zuvor eingewechselte Mattéo Guendouzi den Ball links im eigenen Strafraum an Tyler Adams. Von diesem gelangte das Spielgerät zu Nordi Mukiele, der aus etwas spitzem Winkel zum 2:0 in den Kasten traf.
13 Minuten später führten die Sachsen eine Ecke auf der linken Seite kurz aus. Sabitzer flankte hoch an den Fünferrand, wo Willi Orbán zum 3:0 ins rechte untere Eck nickte.
Die Herthaner kamen in den zweiten 45 Minuten fünfmal zum Abschluss, Torgefahr entstand dabei aber nur selten. Defensiv konnte das Dárdai-Team nicht an die gute Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen.

Die Stimmen zum Spiel:

Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Wir haben die richtigen Momente nicht ausgenutzt - egal ob zur Führung oder zum Ausgleich. Die Chancen waren da. Was die Kontrolle betrifft, haben wir das ordentlich gemacht. Aber wenn man das Ergebnis von 0:3 sieht, dann sieht es natürlich nicht gut aus."
Lukas Klünter (Hertha BSC): "Wir sind sehr enttäuscht, weil der Matchplan eigentlich aufgegangen ist und wir gut mithalten konnten, unsere Chancen hatten, diese aber nicht nutzen konnten. Dass man mit einem 0:3 nach Hause geht, ist ein harter Schlag. Aber es bringt nichts, ein gutes Spiel zu machen, wenn man eine Niederlage verkraften muss."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Der Gegner war gut heute, das muss man als erstes festhalten. Das Spiel war unglaublich anstrengend. Es war nicht das schönste Spiel von beiden Teams - es war sehr umkämpft. Wir haben auf jeden Fall 90 Minuten durchgezogen, wollten unbedingt gewinnen - und das hat man auch gesehen. Das Ergebnis ist am Ende auch verdient, obwohl es vielleicht einen Tick zu hoch ist."
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Das waren sehr wichtige drei Punkte heute, aber es war ein harter Kampf. Besonders in der ersten Halbzeit war es ein zähes Spiel, wo wir die Torchancen nicht so gefunden haben. Wir haben das Spiel trotzdem kontrolliert, allerdings ohne gefährlich zu werden. Dann braucht man halt auch so ein Tor, egal ob nun ein Standardtor oder einen Weitschuss. Das war ein richtiger Dosenöffner."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Schnelle Wiedergutmachung

RB musste in dieser Woche zweimal ran. Am Dienstag setzte es für die Sachsen in Budapest eine 0:2-Niederlage im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Liverpool. Die Nagelsmänner boten gegen den amtierenden englischen Meister eine ordentliche Vorstellung, mussten jedoch nach individuellen Fehlern zwei Gegentore hinnehmen. Dem Treffer zum 0:1 ging ein Patzer Sabitzers, dem 0:2 ein Schnitzer Mukieles voraus. Beide machten ihre Fehlgriffe wieder gut, indem sie gegen die Berliner die ersten beiden Leipziger Treffer besorgten.

Die Statistik: 0,4

Zehnmal standen sich beide Vereine bislang im deutschen Fußball-Oberhaus gegenüber. Achtmal davon setzte sich RB durch, einmal die Hertha (ein Unentschieden). Das ergibt aus Berliner Sicht einen Punkteschnitt von 0,4 pro Partie. Gegen keinen Klub, gegen den die Alte Dame in der Bundesliga mindestens dreimal spielte, weist der BSC in dieser Kategorie einen niedrigeren Wert auf.
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