Julian Nagelsmann ärgerte sich nur kurz über den Rückschlag auf der Bayern-Jagd. Dass seine Mannschaft den Patzer der Münchner im Titelkampf nicht bestrafte, schüttelte der Trainer von RB Leipzig angesichts des anstehenden Krachers gegen Neymar und Co. (Dienstag ab 21:00 Uhr im Liveticker) umgehend ab. Das vergangene Spiel, beteuerte der RB-Coach, habe auf die Gefühlswelt in Richtung Paris keine Auswirkungen.

Und dennoch: Ein Sieg, und damit der Sprung heran an den Rekordmeister an der Tabellenspitze, hätte den Sachsen sicherlich noch einen besonderen Schub für das Duell in der Champions League bei Paris St. Germain verpasst. Doch Leipzig schaffte es mit einem zähen 1:1 (0:1) auch im sechsten Anlauf nicht, beim Angstgegner Eintracht Frankfurt zu gewinnen.

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"Nur weil Bayern mal nicht gewinnt, heißt das nicht automatisch, dass man dann die drei Punkte holt. Wenn es so einfach wäre, würde ich teilweise gar nicht mehr mitfahren", sagte Nagelsmann, nachdem auch die Münchner nur 1:1 gegen Werder Bremen gespielt hatten. Den Vorwurf, dass die Konkurrenz nicht zur Stelle sei, wenn die Bayern schwächeln, wies Nagelsmann energisch zurück.

Seine Spieler gingen da schon kritischer mit sich ins Gericht. "Wir sind nicht hundertprozentig zufrieden mit dem einen Punkt", sagte Yussuf Poulsen, der den Gästen nach der Frankfurter Führung durch Aymen Barkok (43.) mit seinem Treffer (57.) das Remis gerettet hatte. Und auch Torhüter Peter Gulacsi trauerte der "guten Möglichkeit" hinterher, "mit den Bayern gleichzuziehen".

Nagelsmann bleibt gelassen

Der Rückstand der Leipziger, die erst in der Vorwoche von ihrem Ex-Trainer Ralf Rangnick zum Titelkandidaten auserkoren wurden, beträgt zwar nur zwei Pünktchen, doch eine Reaktion auf das Schwächeln der Bayern hätte auch ein Zeichen gesendet - so ist es eine vergebene Chance. Was macht das mit einer Mannschaft? "Viel, wenn es am 33. Spieltag gewesen wäre, heute nicht allzu viel", beruhigte Nagelsmann. In zwei Wochen reist Leipzig ohnehin nach München.

Nagelsmann hat jedoch andere Gedanken, denn nach der Liga ist vor der Königsklasse. Und dort wollen die Leipziger mit einem weiteren Sieg gegen das Pariser Starensemble um Trainer Thomas Tuchel einen großen Schritt in Richtung K.o.-Runde machen. "Mbappe und Neymar haben gezeigt, dass sie dem Spiel von PSG eine besondere Note geben können. Darauf müssen wir vorbereitet sein", sagte Nagelsmann.

Welche RB-Spieler sich ihnen im Prinzenpark in den Weg stellen, ist angesichts des Mammutprogramms von noch neun Spielen bis Weihnachten völlig offen. Durch Länderspiele und Europapokalwochen sei richtiges Training "nicht vorhanden", sagte Nagelsmann: "Das ist eher Gesprächstherapie. Aber dafür machen es die Jungs außergewöhnlich gut. Wir müssen schauen, dass wir ordentlich Frische reinbekommen."

Die kurze Zeit und die wenigen Gespräche dürfte Nagelsmann nutzen, um den Dämpfer in der Bundesliga aus den Köpfen zu bekommen. In der Königsklasse liege der Druck ohnehin "eher bei Paris", sagte der RB-Trainer: "Vielleicht können wir befreit aufspielen."

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(SID)

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