Nach der bitteren Niederlage im Topspiel gegen den FC Bayern München, war es RB-Coach Julian Nagelsmann wichtig, gegen Werder Bremen "ein Statement" zu setzen. Er nahm fünf Wechsel in der Startelf vor – unter anderem fehlten Nordi Mukiele und Dayot Upamecano aufgrund einer Gelbsperre.
SVW-Trainer Florian Kohfeldt wagte in der Bewährungsprobe vor dem Halbfinal-Spiel gegen Leipzig in drei Wochen ein personelles und taktisches Experiment und setzte auf drei Angreifer in Person von Davie Selke, Josh Sargent und Eren Dinkci – ließ allerdings tiefstehend in einem 5-3-2-System verteidigen.
Leipzig verfolgte den Statement-Plan des Trainers und übernahm von Beginn an die Initiative. Werder stand sehr tief und versuchte, das Zentrum eng und dicht zu halten. RB hatte auch zunächst Probleme, zu guten Torchancen zu kommen – es war ein Geduldsspiel, das in der 23. Minute kippte.
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Leipzig erzielte die Führung nach einer überragenden Kombination im Zentrum. Kevin Kampl eröffnete mit einem Dribbling, passte auf Marcel Sabitzer, der weiterlegte auf Dani Olmo. Der Spanier spielte mit der Hacke auf Kampl, ging in die Tiefe und bekam den Steckpass in die linke Strafraumhälfte. Vor Jiri Pavlenka behielt er die Ruhe und verwandelte souverän ins rechte Eck.
In der Folge fehlte die Bremer Defensivorganisation, Leipzig kombinierte phasenweise ohne Gegenwehr. Das 2:0 in der 32. Minute war die logische Konsequenz. Tyler Adams passte auf der rechten Seite in den Lauf von Christopher Nkunku, der kurz vor der Grundlinie in die Mitte flankte. Am zweiten Pfosten war Alexander Sørloth zur Stelle und köpfte aus sieben Metern ins linke Eck.
Neun Minuten später war erneut der Norweger erfolgreich – wieder nach einer Flanke von der rechten Seite. Marco Friedl passte den Ball bei einem Klärungsversuch genau in die Füße von Sabitzer, der Willi Orban auf dem rechten Flügel mitnahm. Die flache Hereingabe des Verteidigers landete bei Sørloth, der aus kurzer Distanz keine Schwierigkeiten hatte, das 3:0 zu erzielen (41.).
Das Spiel war demnach schon zur Halbzeit so gut wie entschieden. Für Bremen ging es darum, nicht komplett auseinanderzufallen und die Höhe der Niederlage in Grenzen zu halten. Leipzig ließ die Spannung fallen und kassierte in der 61. Minute tatsächlich den Anschlusstreffer. Kampl spielte den Ball im Strafraum mit der Hand, es gab Elfmeter für Werder. Der eingewechselte Milot Rashica übernahm die Verantwortung und traf flach ins rechte Eck.
Leipzig war prompt wieder wach, reagierte schnell und stellte den alten Abstand nur zwei Minuten später wieder her. Nkunku passte aus der rechten Strafraumhälfte auf den startenden Henrichs, der den Ball flach in die Mitte brachte. Sabitzer war aus fünf Metern zur Stelle und verwandelte zum 4:1-Endstand (63.).

Die Stimmen:

Niklas Moisander (SV Werder Bremen): "Wir haben versucht, Leipzig ein bisschen zu überraschen mit hohem Druck und langen Bällen, aber das hat nicht so gut geklappt. Die individuelle Klasse war schon groß, wir haben natürlich auch Fehler gemacht."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Ich glaube nach wie vor, dass der Vorsprung sehr groß ist und die Bayern so einen noch nie verspielt hat in ihrer Historie. Wir haben noch schwere Spiele vor der Brust gegen Teams aus dem oberen Drittel. Am Ende haben wir es nicht in der eigenen Hand."

Der Tweet zum Spiel:

Möglicherweise eines seiner letzten Spiele von Beginn an für RB Leipzig.

Das fiel auf: Viel zu sorglos

RB Leipzig ist definitiv nicht die Kragenweite des SV Werder Bremen, doch die Art und Weise, wie die Norddeutschen gegen den Tabellenzweiten phasenweise verteidigten, sollte bei den Verantwortlichen Alarm auslösen. Bremen spielte gegen den Ball insgesamt zu sorglos – vor allem hinsichtlich der prekären Situation, in der sich Werder zurzeit befindet. Das 0:3 gegen Leipzig war die vierte Niederlage in der Bundesliga in Folge. Die Bremer Antwort darauf heißt 30 Punkte – allerdings sind die Grün-Weißen noch lange nicht so sicher, wie sie sich offenbar fühlen. Die Konkurrenz im Tabellenkeller punktet, sechs Spiele und 18 Punkte sind noch zu vergeben und damit Bremen noch im Abstiegskampf. Auch, wenn sie davon nichts wissen wollen.

Die Statistik: 5

Im Sommer 2020 wechselte Sørloth aus der türkischen Liga nach Sachsen. Er benötigte viel Zeit, um sich einzufinden und das Tempo und die Spielart in der Bundesliga zu adaptieren. Mittlerweile ist der 25-Jährige angekommen. Gegen Werder Bremen erzielte der Stürmer mit einem Doppelpack seine Saisontore vier und fünf.
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