Die Partie zwischen dem SC Freiburg und Borussia Dortmund begann munter. Die Hausherren starteten mutig in die Begegnung, doch die erste gute Chance gehörte dem BVB. Emre Can versuchte es aus der Distanz, doch sein Hammer knallte nur an die Querlatte (5.).
Freiburg kam selbst kaum zu Möglichkeiten aus dem Spiel. Doch nach einem Freistoß von Vincenzo Grifo, der vom zweiten Pfosten nochmal ins Zentrum verlängert wurde, verpasste Lucas Höler den Ball denkbar knapp (12.). Im direkten Gegenzug kamen die Dortmunder zu ihrer zweiten Großchance. Nach Flanke von Giovanni Reyna nahm Erling Haaland den Ball am zweiten Pfosten aus kurzer Distanz direkt, doch Florian Müller passte auf und verhinderte den Einschlag (12.).
Danach flachte die Partie zunehmend ab. Dortmund tat mehr für das Spiel, kam aber gegen konzentriert verteidigende Freiburger kaum zu Abschlüssen in Tornähe. Aus diesem Grund versuchten es die Borussen immer wieder aus der Distanz. Am besten gelang das nach Can in der Anfangsphase noch Julian Brandt, doch Müller parierte im Nachfassen (39.).
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VOR 3 MINUTEN
Nach dem torlosen Remis zur Pause setzte Freiburg nach dem Seitenwechsel – unter gütiger Mithilfe von Hitz – einen Doppelschlag. Zunächst traf Wooyeong Jeong mit einem sehenswerten Linksschuss aus zentraler Position zum 1:0. Der Ball gut platziert, aber wahrscheinlich nicht unhaltbar (49.).
Nur wenig später kann man Hitz einen klaren Torwartfehler nicht mehr absprechen. Jonathan Schmid probierte es einfach mal von den rechten Strafraumkante. Hitz war zwar noch dran, der Ball landete aber über seinen Rücken und den Pfosten dennoch im rechten Knick (52.).
Dortmund ließ lange Zeit eine Reaktion vermissen. Mit der Einwechslung des 16-jährigen Youssoufa Moukoko kam dann etwas Belebung in das Offensivspiel der Gäste. Der Teenager traf nur Minuten nach seiner Einwechslung den Außenpfosten (64.), ehe er in der Schlussphase nach Zuspiel Haalands den 2:1-Anschlusstreffer erzielte (75.).
Der BVB lief in der Schlussphase aggressiv an, erspielte sich aber keine weiteren klaren Torchancen mehr. Die beste vergab in der Nachspielzeit erneut Moukoko, der jedoch ausrutschte und nicht genug Druck auf den Ball bekam (90.+2).
Der SC Freiburg feiert damit in seinem 700. Bundesligaspiel erstmals seit 2010 wieder einen Sieg gegen Dortmund. Der BVB hingegen kann bei einem Sieg der Gladbacher gegen Köln bis auf Platz sieben abrutschen und steht selbst nur noch zwei Punkte vor Freiburg.

Die Stimmen:

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Es sind wieder Fehler passiert, die so nicht passieren dürfen. Das ist einfach zu wenig, wir fordern mehr von uns ein. Wir sind sehr enttäuscht und sauer. Wir müssen bereit sein, die extra Meter zu laufen, nicht erst nach einem 0:2-Rückstand. Wir werden nach vorne schauen, weiter hart arbeiten und versuchen, die Dinge abzustellen. Heute sind wir sauer, ab morgen geht es weiter nach vorne."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Fußball ist ein Ergebnissport. Unsere Gegner machen alles rein und wir nicht. Jetzt werden wir wieder schlechtgeredet. Wir brauchen vorne sehr viel Aufwand, um selbst zu treffen. So kommen schlechte Ergebnisse dabei raus. Ich finde, dass wir seit Wochen sehr, sehr viel mehr investieren. Kämpferisch können wir uns nichts vorwerfen. Heute hatten wir mit dem Ball wieder unsere Probleme. Natürlich können wir besser spielen, aber man muss nicht so tun, als wären unsere Gegner bei unseren letzten Spielen, die wir verloren haben, immer besser gewesen. Jetzt ist das Ziel ganz klar die Champions-League-Qualifikation.“
Emre Can (Borussia Dortmund): "Wir wollen jedes Spiel gewinnen und wir verlieren die Spiele immer ähnlich. Es war kein schlechtes Spiel von uns. Wir haben wenig zugelassen. Bei uns geht der Schuss an die Latte, bei denen geht er rein. Wenn wir das Glück auf unserer Seite haben, können wir auch solche Spiele gewinnen. Bei denen sind es zwei Fernschüsse, die müssen nicht reingehen.“
Christian Günter (SC Freiburg): "Das hätte niemand nach dem Saisonstart erwartet. Wir wollen genau da weitermachen. Es macht so viel Spaß gemeinsam mit den Jungs auf dem Platz zu stehen."

Der Tweet zum Spiel:

Die Torhüterdiskussion beim BVB dürfte sich nach dem unglücklichen Auftritt von Hitz weiter zuspitzen.

Das fiel auf: Freiburg zwingt Dortmund zu langen Bällen

Besonders Mats Hummels und Marvin Hitz wurden von der Freiburger Offensivreihe immer wieder früh angelaufen, um so einen kontrollierten Spielaufbau zu unterbinden. Die Dortmunder wurden so zu langen Bällen im Spielaufbau gezwungen. Wenn sich die Dortmunder dann doch mal über die Mittellinie durchspielten, standen die Freiburger dann sehr tief. So kam der BVB – speziell in der ersten Halbzeit – beinahe ausschließlich zu Abschlüssen aus der Distanz.

Die Statistik: 20

Im 20 Spiel gelingt Freiburg wieder ein Sieg in der Bundesliga über Dortmund. Das Hinspiel entschieden die Schwarzgelben noch 4:0 für sich. Den letzten Sieg der Freiburger gab es zuvor 2010. Es folgten 16 Niederlagen und drei Unentschieden. Freiburg verkürzt mit dem fast schon historischen Sieg im 700. Bundesligaspiel den Rückstand auf den BVB auf magere zwei Punkte.
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