Eines sollten die Bayern wissen, falls es ihnen gelingt, Sergio Ramos tatsächlich an die Säbener Straße zu locken: Nach dem Gewinn eines Titels ist Vorsicht geboten. Doch dazu später mehr.
Zunächst einmal gilt es die Fakten zu beleuchten - und die zeigen, dass es wohl keinen zweiten Spieler auf der Welt gibt, der so viele Qualitäten mitbringt, die zum deutschen Rekordmeister passen. Ramos ist gleichzeitig Abwehrchef und Mann für die wichtigen Tore, er ist unumstrittener Leader und aufopferungsvoller Kämpfer, Teamplayer und Titel-Hamster.
Gäbe es in Madrid ein "Nosotros somos Nosotros", ein "Mia san Mia" wie beim FC Bayern, keiner würde es besser verkörpern als Ramos.
Bundesliga
Transfer-Hammer im Sommer? Ramos bei Bayern im Gespräch
26/01/2021 AM 14:07
In Sachen Erfolg stellt der 34-Jährige die FCB-Stars sogar in den Schatten. Weltmeister, zweimal Europameister, viermal Champions-League-Sieger, viermal Klub-Weltmeister und, und, und.
Es wäre für Thomas Müller, Robert Lewandowski oder Manuel Neuer eine ganz neue Erfahrung, einen Teamkollegen zu bekommen, der noch mehr Titel am Revers trägt.
Geht es nach dem spanischen Fußball-Medium "El Chiringuito de Jugones", dann könnte das Szenario durchaus real werden. "Bayern hat bei Javi Martínez und Marc Roca nachgefragt, wie es um Sergio Ramos steht", ließ das Portal seine 1,8 Millionen Twitter-Follower wissen.

Experte: Ramos-Gerücht ein taktischer Winkelzug

Allerdings: Die Quellen-Lage bleibt diffus. "El Chiringuito ist nicht gerade die vertrauenswürdigste Plattform. Die TV-Show ist auf Sensationen ausgelegt, um mehr Aufmerksamkeit zu generieren", erklärt der spanische Fußball-Experte Enrique Sánchez von Eurosport in Madrid.
Allerdings habe die Show auch ihre Stärken. "Aufgrund dessen, dass bei 'El Chiringuito' sehr viele Journalisten mitarbeiten und es eines der beliebtesten Fußball-Programme in Spanien ist, verfügen die Kollegen über sehr viele Quellen."
Hinter dem Fall Ramos vermutet Sánchez einen taktischen Winkelzug.
"Die Information stammt von Eduardo Inda, dem ehemaligen Direktor der Sportzeitung 'Marca'. Das legt den Schluss nahe, dass er mit René Ramos, dem Bruder des Real-Stars, in Kontakt stand. Das Bayern-Gerücht soll offenbar den Druck auf Madrid-Präsident Florentino Pérez erhöhen, Sergio Ramos ein neues Angebot mit verbesserten Bezügen vorzulegen." Bruder René berät den Real-Profi mit seiner Agentur RR-Soccer Management Agency in Karrierefragen.
Die Bayern also nur als Druckmittel, um die Real-Bosse zu beeinflussen? Möglich.

2018 traf Ramos im Champions-League-Halbfinale mit Real auf die Bayern

Fotocredit: Getty Images

Sánchez glaubt indes nicht, dass die Personalie Ramos mit den Spekulationen um einen Wechsel von David Alaba zu Real Madrid zusammenhängt. "Das passt jetzt natürlich gut ins Bild, aber Ramos will bei Real bleiben. Sein Fokus liegt auf einem letzten lukrativen Vertrag bei den Königlichen", so der Eurosport-Experte.

Was macht Ramos: MLS, Sevilla, Real - oder Bayern?

Es sei zwar nicht auszuschließen, dass der Abwehrchef noch einmal wechselt, den Bayern räumt Sánchez dabei aber kaum Chancen ein. "Wenn er geht, dann sehe ich ihn ob seines Alters eher in der Major League Soccer oder bei seinem ehemaligen Verein, dem FC Sevilla."
Fraglich ist ohnehin, ob die Bayern wirklich ein Interesse daran haben, Ramos zu verpflichten. Trotz aller Meriten wäre der Spanier mit 34 Jahren kein Mann für die Zukunft, die Münchner müssten sich spätestens in zwei Jahren erneut die Frage stellen, wer Abwehrchef werden soll.
Kurzfristig wäre der Real-Innenverteidiger aber zweifellos eine echte Verstärkung für die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Flick. Wo Ramos ist, ist meist auch der Erfolg.
Man müsste halt nur auf die Pokale und Meisterschalen aufpassen - denn Ramos machte sich in Madrid nicht nur als Champion einen Namen, sondern auch als der Spieler, der 2011 nach dem Gewinn der Copa del Rey den Pokal beim Triumphzug durch die Stadt vom Bus fallen ließ ...
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