Werder begann forsch, erarbeitete sich in der Anfangsphase aber nur wenige zwingende Möglichkeiten. Als eine Viertelstunde absolviert war, ging Mainz in Führung.
Miloš Veljković rutschte nach einer abgewehrten Mwene-Hereingabe aus, sodass Karim Onisiwo unbedrängt nach vorne stieß. Der Österreicher schob aus der linken Sechzehnerhälfte flach aufs Tor, wo Schlussmann Jiří Pavlenka nach vorne abwehrte. Den Nachschuss brachte Ádám Szalai auf Höhe des Elferpunktes zum 1:0 im Gehäuse unter.
Die Bremer mussten den Rückstand erstmal verarbeiten. Nach dem Gegentreffer wirkten sich zunächst etwas verunsichert. Es folgte eine Phase, in der sich das Geschehen größtenteils im Mittelfeld abspielte. Als die ersten 30 Minuten rum waren, begann Werder Bremen damit, wieder mehr ins Offensivspiel zu investieren.
Bundesliga
"Fall Szalai": Rode hat Verständnis für Mainzer Streik
06/10/2020 AM 14:50
Mainz ließ hinten zwar kaum etwas anbrennen, fing sich nach einem ruhenden Ball aber beinahe das 1:1. Ludwig Augustinsson gab in der 44. Minute von rechts per Eckstoß hoch vor den Fünfer, wo Niclas Füllkrug auf die Tormitte köpfte. Keeper Robin Zentner erreichte den Ball, ließ diesen aber fallen und warf sich anschließend darauf.
Kevin Möhwald spritzte dazwischen und lenkte das Spielgerät zu Leandro Barreiro, der bei seiner Klärungsaktion Josh Sargent anschoss. Vom US-Amerikaner prallte das Runde in den Kasten.
Schiedsrichter Marco Fritz hatte daraufhin Kontakt mit dem Video-Assistenten, ging selbst zum Bildschirm, und entschied, dass der Treffer aufgrund eines Fouls von Möhwald an Zentner nicht zählt.
Die Gäste erwischten nach dem Seitenwechsel den besseren Start. In der 48. Minute stellten sie in Form von Szalai, der aus der Strafraummitte an die Latte schoss, beinahe auf 2:0, das ihnen auch zwölf Minuten später aufgrund eines zu unpräzisen Abschlusses von Onisiwo und einer starken Parade durch Pavlenka verwehrt blieb.
Mit zunehmender Dauer drückte Werder intensiver nach vorne, doch gegen die größtenteils stabil stehende Mainzer Defensive fanden sie nur selten den Weg in die Box, weswegen die Hanseaten hauptsächlich aus der zweiten Reihe abschlossen.

Die Stimmen zum Spiel:

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Ein Punkt wäre definitiv möglich gewesen. Wir haben ein Billardtor kassiert. Es war eigentlich ein Unentschieden, ein Tor haben wir ja auch gemacht. Es war ein Spiel mit verteilten Chancen. Ich fand, dass wir die bessere Spielanlage hatten. Die Leistung, der Einsatz waren gut, aber es war nicht gut genug, um es zu erzwingen. Wir müssen weiter mit dem gleichen Aufwand spielen, dann werden wir auch wieder punkten. Ich bin weiter optimistisch, auch wenn es schwer wird. Wir haben es in der eigenen Hand. Jetzt werden wir wohl vier Finals haben."
Bo Svensson (Trainer 1. FSV Mainz 05): "Es war ein intensives Spiel, in dem wir in der ersten Halbzeit ehrlich nicht gut waren. Wir haben trotzdem immer Gefahr ausgestrahlt. Spielerisch war Bremen die stärkere Mannschaft, aber wir haben mehr Torchancen gehabt. Insgesamt bin ich mit dem Sieg natürlich sehr zufrieden."
Frank Baumann (Geschäftsführer Sport Werder Bremen): "Wenn der Schiedsrichter im Spiel Foul gepfiffen hätte, könnte man das vielleicht so sehen - aber das ist keine klare Fehlentscheidung. Und wenn der Schiedsrichter in der Halbzeit zu mir sagt, das könne man auch so sehen, dann habe ich den Sinn des Videoschiedsrichters nicht verstanden."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Auch Dinkci kann es nicht richten

Im Hinrundenduell beider Vereine bezwang Werder Bremen den 1. FSV Mainz 05 knapp mit 1:0. Den goldenen Treffer markierte Youngster Eren Dinkci in der 90. Minute. Der deutsche U20-Nationalspieler erzielte somit in seinem Bundesligadebüt seinen Pflichtspieltreffer für die Werder-Profis. Damals wie diesmal wurde er in der 85. Minute eingewechselt. Auf der Torschützenliste konnte sich der 19-Jährige aber nicht erneut eintragen. Seit seinem Siegtreffer gegen die Nullfünfer netzte Dinkci nicht mehr für die erste Mannschaft.

Die Statistik: 6

Die Nullfünfer blieben zum sechsten Mal in Serie ungeschlagen. Gleiches gelang ihnen davor zuletzt im Jahr 2015. Derzeit ist in diesem Wettbewerb nur ein Klub noch länger ohne Niederlage: Und zwar der FC Bayern München, der seit acht Ligapartien keine Pleite mehr kassierte. Aktuell spielt Mainz damit die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte und steht in der Rückrundentabelle sensationell auf Rang fünf. Werder dagegen kassierte die sechste Niederlage in Folge - auch ein Vereinsrekord, aber ein negativer.
Bundesliga - 30. Spieltag: Ergebnisse und Tabelle
Das könnte Dich auch interessieren: Als erster Bayer: Kimmich wünscht sich Flick als Bundestrainer

Terzic veräppelt Super League mit skurriler Gesangseinlage

Bundesliga
Mainz rudert zurück: Szalai darf wieder mittrainieren
05/10/2020 AM 12:33
Bundesliga
Mainz und Szalai sehen sich vor Gericht wegen Suspendierung
29/09/2020 AM 08:35