Nach der kurzen Winterpause haftete sowohl Werder Bremen als auch Union Berlin noch ein wenig Flugrost an. Beide Mannschaften standen in der Anfangsphase defensiv gut geordnet, nach vorne wollte aber noch nicht so viel gelingen.
Mit dem ersten vernünftigen Angriff gingen die Gäste aus Berlin dann in Führung. Taiwo Awoniyi behauptete einen langen Pass von Robin Knoche und legte auf Sheraldo Becker ab. Der bekam von Werder-Verteidiger Marco Friedl zu viel Platz gewährt und schoss ins lange Eck zum 1:0 ein (12.).
Durch den Treffer fanden die Gäste immer besser ins Spiel. Werder brachte dagegen offensiv nur wenig zustande. Ein abgefälschter Schuss von Maximilian Eggestein war die gefährlichste Aktion, doch Andreas Luthe reagierte noch rechtzeitig (27.).
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31/07/2021 AM 20:30
Mit dem Gegenzug erzielte Union dann aber das 2:0 (29.). Wieder sah Friedl nicht gut aus, indem er unter Bedrängnis einen Befreiungsschlag in den Fuß von Robert Andrich spielte. Der passte direkt zu Awoniyi, der die Kugel mit der Fußspitze an Jiri Pavlenka vorbei ins Tor spitzelte.
Auch sonst hatte Union die Partie fest im Griff. Die Gäste hatten zwar weniger Ballbesitz, ließen aber kaum Bremer Torchancen zu. Einzig Romano Schmid konnte noch einen Akzent setzen, als er den Ball im Berliner Tor unterbrachte. Doch der 20-Jährige stand beim Abspiel einen Schritt im Abseits (45.).
Zur Pause wechselte Werder-Coach Florian Kohfeldt doppelt und brachte Davie Selke und Jean-Manuel Mbom. Den ersten Bremer Ansturm fing Union aber ab, ohne einen Torschuss zuzulassen. Stattdessen hatte Grischa Prömel nach Vorlage von Awoniyi die Abschlusschance aus dem Rückraum, verzog aber um ein gutes Stück (56.). Auch Becker verfehlte per Volley nach einer Ecke den Kasten (64.).
Nach einer Ecke hatte Bremen immerhin nochmal eine gute Chance auf den Ausgleich. Doch Selke traf den Ball nur mit dem Oberschenkel und bekam dadurch zu wenig Druck dahinter (67.). Kurz darauf blockte Knoche einen Schuss Selkes (73.).
Das war es dann aber auch schon mit Bremens Offensivbemühungen. Union verteidigte konzentriert bis zum Ende und fuhr immer wieder Konter. So war es ein verdienter Sieg für die Gäste aus Berlin, die damit weiterhin auf Kurs auf die internationalen Plätze liegen. Bremen fehlte dagegen der Spielwitz, um ein Tor erzielen zu können.

Die Stimmen zum Spiel:

Theodor Gebre Selassie (Werder Bremen): "Wir haben die erste Hälfte komplett verschenkt. Ich weiß nicht, wie viele Zweikämpfe wir verloren haben, gefühlt alle. Unser Zweikampfverhalten war eine Frechheit. In der zweiten Hälfte war es besser. Aber wir haben uns schwer getan gegen Union. Sie waren sehr kompakt hinten und haben uns keine Chance gelassen."
Marco Friedl (Werder Bremen): "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Dass wir so reingestartet sind, da fehlen mir die Worte. Jeder wusste selbst, was wir in der ersten Halbzeit abgeliefert haben. Wir wollten es noch umdrehen, aber es hat leider nicht geklappt. Wir hatten eigentlich das Selbstvertrauen."
Robert Andrich (Union Berlin): "Wir freuen uns, dass wir gerade im oberen Tabellendrittel sind. Aber wir wissen, was das Ziel ist und mit jedem Punkt kommen wir dem ein Stück näher."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Ganz schlechte Leistung von uns. Ich bin sonst gerne bereit, in der Tiefe zu analysieren. Heute weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Wir haben hochverdient verloren. So kannst du kein Bundesligaspiel gewinnen. Ich hatte erwartet, dass meine Mannschaft aktiv ist und pressen will. Das haben wir auch probiert. Das hat auch aus der Ordnung heraus ordentlich geklappt. Aber wenn du mal einen langen Ball bekommst oder mal ein Eins-gegen-Eins hast, dann musst du das halt auch mal gewinnen."

Das fiel auf: Union kann auch ohne Kruse

Als sich Max Kruse Anfang Dezember im Derby gegen Hertha BSC verletzte, spekulierten viele darauf, dass der Berliner Erfolgslauf ein Ende haben könnte. Doch ganz im Gegenteil: Union gewann gegen Dortmund und spielte gegen Bayern und Stuttgart unentschieden. Und auch im neuen Jahr legten die Eisernen gleich wieder eine überzeugende Leistung an den Tag. Gerade im Sturm konnte Taiwo Awoniyi erneut Eigenwerbung betreiben. Die Leihgabe vom FC Liverpool war nicht nur an zwei Treffern (ein Tor, eine Vorlage) direkt beteiligt, sondern machte auch immer wieder lange Bälle fest und sorgte für stete Unruhe in Werders Defensive.

Der Tweet zum Spiel:

Dass diese Partie überhaupt so zustande kam, ist einem Auftritt der Berliner in der vergangenen Spielzeit zu verdanken. Am 34. Spieltag schlugen die "Eisernen" Fortuna Düsseldorf mit 3:0, obwohl es für sie schon um nichts mehr ging. Dadurch konnte sich Werder noch über die Relegation retten, Düsseldorf stieg direkt ab.

Die Statistik: 251

Für Theodor Gebre Selassie war das Spiel trotz des ernüchternden Ergebnisses ein besonderes. Der Tscheche absolvierte das 251. Bundesligaspiel für Werder Bremen und ist nun alleiniger Rekordhalter für die meisten Bundesligaspiele eines Ausländers für Bremen. Claudio Pizarro (250 BL-Spiele) muss sich zukünftig mit Rang zwei begnügen.
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