Bayer-Juwel Florian Wirtz im Visier der Top-Klubs: Warum der FC Bayern leer ausgehen könnte

Leverkusen-Juwel Florian Wirtz avancierte beim Europa-League-Auftakt gegen Ferencvaros zum Matchwinner, in dieser Saison stehen bereits drei Tore und drei Vorlagen zu Buche. Der FC Bayern und weitere Top-Klubs sollen längst Schlange stehen. Doch im Rennen um eines der größten Versprechen des Fußballs wird sich schon bald ein Hauen und Stechen ergeben, bei dem die Münchner leer ausgehen könnten.

Florian Wirtz von Bayer Leverkusen

Fotocredit: Getty Images

"Schlecht isser ned. Aber das wird Euch auch schon aufgefallen sein." So lautete die nüchterne, augenzwinkernde Analyse von Ferencvaros-Trainer Peter Stöger, nachdem Florian Wirtz den Ungarn die Hoffnung genommen hatte, zumindest einen Punkt aus Leverkusen zu entführen. In der 69. Minute veredelte der 18-Jährige eine sehenswerte Vorlage seines Teamkollegen Jeremie Frimpong eiskalt zum 2:1 für Bayer 04 – und tütete damit seine bereits sechste direkte Pflichtspiel-Torbeteiligung in der noch jungen Saison ein.
"Vor den eigenen Zuschauern ein Tor zu schießen, ist immer außergewöhnlich. Aber das Siegtor zu erzielen, macht es noch ein bisschen spezieller", erklärte der Mann des Abends im Anschluss an den Sieg der Rheinländer und ergänzte: "Ich freue mich, dass die Fans wieder im Stadion sind. Und dass ich ihnen ein paar Tore schenken kann." Im Endeffekt gehe es jedoch darum, "dass wir gewinnen."
Selbst sein eigener Coach, Gerardo Seoane, der es normalerweise vorzieht, einzelne Spieler in seinen Analysen auszusparen und lieber das große Ganze bewertet, war nach dem Duell mit dem ungarischen Meister voll des Lobes für seinen Youngster: "Er hat einfach die Qualität, in diesen Momenten die richtige Entscheidung zu treffen. Er ist momentan sehr effizient."
Besagte Effizienz spiegelt sich auch in den nackten Zahlen wider: Alle 34 Minuten ist Wirtz – Stand jetzt – in dieser Spielzeit unmittelbar in einen Bayer-Treffer involviert.

Medien: England-Klubs und FC Bayern mit Interesse an Wirtz

Fürwahr eine beeindruckende Quote, aber sie allein ist freilich nicht der Grund dafür, dass Europas Schwergewichte den gebürtigen Pulheimer längst ins Auge gefasst hat. Laut Transferexperte Fabrizio Romano buhlen einige Premier-League-Klubs um Wirtz' Dienste, die "Sport Bild" berichtete vor wenigen Wochen, dass auch der FC Bayern München bereits an einer Verpflichtung feile.
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Florian Wirtz (vorne) bejubelt seinen Treffer zum 2:1 gegen Ferencvaros Budapest

Fotocredit: Getty Images

Demnach habe der Rekordmeister sein Interesse bereits bei Wirtz‘ Vater Hans-Joachim, der gleichzeitig auch als Berater seines Sohnes fungiert, hinterlegt. Die Familie sei sogar zu Besuch in München gewesen, Wirtz, in dessen Vertrag eine Ausstiegsklausel verankert sein soll, die frühestens 2023 greift, könne sich eine Zukunft in der Isar-Metropole vorstellen.

Havertz zog es nicht nach München

Kein abwegiges Szenario, die Bayern sind als erfolgreichster Klub Deutschlands stets darum bemüht, die besten Spieler des Landes gen Süden zu locken. Besonders dann, wenn es sich dabei um verheißungsvolle, entwicklungsfähige Top-Talente handelt.
Auch der einstige Rohdiamant Kai Havertz, der im Gegensatz zu Wirtz (wurde beim 1. FC Köln ausgebildet) über zehn Jahre von den Bayer-Juwelieren geschliffen wurde, war lange vom Bundesliga-Primus umgarnt worden. Die Tatsache, dass Havertz seinerzeit keine Ausstiegsklausel besaß und Leverkusen auf seinen Preisvorstellungen, die bei insgesamt rund 100 Millionen Euro lagen, beharrte, machte jegliche Bayern-Chancen auf den deutschen Nationalspieler zunichte.
Am Ende ging der FCB leer aus, der FC Chelsea kam Bayers Forderungen weitestgehend nach, Havertz schoss die Blues zum Champions-League-Titel. Wirtz könnte sich aus Sicht der Münchner zu einem ähnlichen Fall entwickeln.

Bayer-Boss stellt klar: Keine Ausstiegsklausel bei Wirtz

Anders als zunächst spekuliert, verfügt der Youngster eben nicht über eine Ausstiegsklausel. Das stellte Leverkusens Sportchef Rudi Völler jüngst bei "Bild TV" klar: "Die hat er natürlich nicht", sagte der Weltmeister von 1990 und ergänzte: "Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir ein Klub sind, der immer mal Spieler abgeben muss. So wie wir auch Kai Havertz für eine hohe Summe abgegeben haben."
Dies solle laut Völler bei Wirtz "aber in den nächsten ein, zwei Jahren nicht passieren." Dass der Offensivmann nicht ohne Bayers Zustimmung vorzeitig aus seinem Vertrag gekauft werden kann, ist der eine Trumpf in den Händen der Rheinländer, der andere ist die Dauer des Arbeitspapieres: Erst Anfang Mai dieses Jahres verlängerte Wirtz seinen Kontrakt bis 2026.

Leverkusen in komfortabler Verhandlungsposition

Sprich: Sollte schon im kommenden oder übernächsten Sommer ein Klub an Leverkusen herantreten, säße Bayer am längsten aller Hebel, könnte Unsummen aufrufen, die entweder gänzlich abschreckend wirken oder eben von einem finanzkräftigen Verein gezahlt werden.
Dass es sich dabei um den FC Bayern handelt, erscheint dieser Tage durchaus unrealistisch. Die Verantwortlichen erklärten zuletzt immer wieder, dass derlei Transfer-Gebaren – auch aufgrund der Corona-Einbußen - nicht mit den Finanzen des Klubs vereinbar sei. Mit den spendierfreudigen Kontrahenten aus England und Paris können die Münchner nicht mithalten.
Sollte Wirtz‘ Entwicklung auch nur ansatzweise so voranschreiten wie bisher, dürfte Havertz (bei gleichbleibender Transfermarkt-Entwicklung) seinen Titel als teuerster deutscher Spieler der Geschichte wieder los sein. Weil: "Schlecht isser ned", der Florian Wirtz.
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Quelle: Eurosport

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