Borussia Dortmund: Erling Braut Haaland trifft beim Comeback und sichert Sieg in Wolfsburg ab

Borussia Dortmund hat durch einen 3:1 (1:1)-Erfolg beim VfL Wolfsburg vorläufig die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Wout Weghorst brachte die Wölfe früh in Führung (2.), Emre Can glich per Foulelfmeter (35.) aus. In der zweiten Halbzeit trafen Donyell Malen (55.) und Erling Braut Haaland (81.) für den BVB. Der Norweger wurde bei seinem Comeback kurz zuvor eingewechselt (73.).

Borussia Dortmund: Erling Braut Haaland (li) jubelt mit Ansgar Knauff (re.)

Fotocredit: Getty Images

Marco Rose nahm vier Veränderungen an seiner Startaufstellung im Vergleich zur Champions-League-Niederlage bei Sporting Portugal vor. Mats Hummels, Mahmoud Dahoud, Emre Can und Marius Wolf rückten in die Startelf. Star-Stürmer Erling Braut Haaland schaffte es erstmals wieder in den Kader und saß auf der Bank. Wölfe-Trainer Florian Kohfeldt beförderte Dodi Lukebakio in die Anfangsformation.
Nach einem ersten Dortmunder Anlauf in der Offensive schockten die Wölfe den BVB gleich zu Beginn. Wout Weghorst drückte den Ball nach Flanke von Ridle Baku am ersten Pfosten mit der Brust über die Linie (2.). Der BVB ließ sich von dem Gegentreffer nicht irritieren und übernahm die Kontrolle über das Spielgeschehen. Große Chancen sprangen dabei jedoch nicht heraus. Dahouds Schuss aus 18 Metern wurde abgefälscht und ging knapp rechts am Tor vorbei.
Wolfsburg spielte aus einer kompakten Defensive heraus und lauerte auf Kontersituationen, die sich auch ergaben. Nach einem ansehnlichen Heber über die BVB-Abwehr von John Anthony Brooks scheiterte Weghorst an Gregor Kobel (17.). Nur 120 Sekunden später konterten die Wölfe erneut über Lukebakio, dessen flacher Schuss Dortmund-Schlussmann Kobel keine Probleme bereitete (19.). Kurz darauf suchte Aktivposten Lukebakio mit einer Flanke aus dem rechten Halbfeld Stürmer Weghorst, der den Ball knapp verpasste (20.).
Nach einer kleinen Drangphase des VfL, der immer wieder über rechts agierte, verursachte Lukebakio durch ein Handspiel einen Freistoß für den BVB und sah die Gelbe Karte. Marco Reus nahm sich der Sache an, doch die Kugel landete auf dem Tornetz (26.). Der nächste Dortmunder Anlauf brachte dem Revierklub den verdienten Ausgleichstreffer. Maxence Lacroix traf Reus am Fuß und verursachte den Elfmeter (32.). Nationalspieler Emre Can übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher unten links (35.).
Wenig später wusste Lukas Nmecha den nach Balleroberung über das Feld stürmenden Can nur mit einem Foul zu stoppen und wurde ebenfalls mit der Gelben Karte verwarnt (37.) Die Mannschaften gingen mit einem 1:1-Remis in die Pause. Auffällig: Schiedsrichter Sven Jablonksi verwarnte vier Wolfsburger. Neben Lukebakio und Nmecha sahen auch Lacroix und Maximilian Arnold den Gelben Karton.
Die Borussia aus Dortmund kam mit mächtig Druck aus der Kabine und machte Dampf zu Beginn der zweiten Hälfte. Nach Flanke von Julian Brandt landete Donyell Malens Abschlussversuch bei Nico Schulz, der den Ball von halblinks per Volley an den linken Pfosten zimmerte. Nach einer kurzen Offensivphase des VfL, in der Aster Vranckx mit einem Distanzschuss Kobel forderte (53.), brachte Malen die Borussen in Führung. Nach Zuspiel von Reus zog der Stürmer nach innen und schweißte das Leder aus 19 Metern in die untere Linke Ecke (55.). Daraufhin wachten die Wolfsburger auf. Brooks köpfte nach Arnold-Ecke knapp am ersten Pfosten vorbei (61.). Wolfsburg machte Dampf und Dortmund konnte sich kaum befreien.
Nach einem Tunnel gegen Dahoud prüfte Lukebakio Kobel aus spitzem Winkel (67.). Wenig später nahm BVB-Coach Marco Rose dann den langersehnten Wechsel vor. Star-Stürmer Haaland ersetzte Malen und forderte einige Sekunden später gleich einmal Wolfsburg-Keeper Pavao Pervan mit einem Rechtsschuss (73.). Ein wenig später klärte Mats Hummels einen Abschluss von Luca Waldschmidt (78.) und auch Lukebakio kam gleich zweimal gefährlich vor Tor (78., 80.).
Auf der Gegenseite besorgte dann der eingewechselte Haaland mit seinem zehnten Saisontor im siebten Spiel die Entscheidung. Eine Flanke von Brandt beförderte der Norweger mit der rechten Außenseite aus der Luft ins Tor (81.). Aufseiten der Wolfsburger versuchte es Arnold noch mit einem Distanz-Hammer, den Kobel entschärfte (88.). Borussia Dortmund siegte mit 3:1 und empfängt am nächsten Wochenende im Topspiel den FC Bayern München.

Die Stimmen:

Emre Can (Borussia Dortmund): "Das Wichtige war es, heute zu gewinnen. Wir mussten nach dem Spiel am Mittwoch heute eine Reaktion zeigen, das haben wir gemacht. Es war heute kein einfach Spiel hier. In der zweiten Halbzeit war es sehr, sehr schwierig, aber ich glaube es ist wichtig, dass wir füreinander gekämpft und Fußball gespielt haben. Am Ende haben wir glaube ich verdient gewonnen."
Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Das Gegentor war ein kleiner Nackenschlag, aber wichtig war, dass wir dran geblieben sind. Wir haben trotzdem weitergemacht und uns davon nicht beeindrucken lassen. Ich glaube, gerade in den englischen Wochen kann man in wenigen Tagen viel wieder gut machen. Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht. Wir hatten auch eine kleine Phase, wo Wolfsburg kam und Chancen hatte, aber Ende steht das Ergebnis über allem und das freut uns."
Florian Kohfeldt (Trainer VfL Wolfsburg): "Mit Sicherheit haben wir nicht alles richtig gemacht, trotzdem war es eine unglückliche Niederlage. Wir müssen aber über unsere Chancenverwertung reden. Das Tor zum 1:3 hat unser Spiel ein bisschen gebrochen. Zuletzt haben wir ein paar Gegentore zuviel bekommen."
Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Es war ein verdienter Sieg mit einem schwierigen Start. Aber die Reaktion der Mannschaft auf den frühen Rückstand war top. Es war vor allem spielerisch eine der besten Saisonleistungen. Erling ist nun einmal ein Unterschiedsspieler. Trotz der langen Pause wollte er sogar noch länger spielen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Der Haaland-Faktor

Mit der Hereinnahme von Haaland nahm das Spiel in einer Druckphase der Wolfsburger gegen Ende nochmal eine Wendung. Der Norweger lieferte nicht nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung den ersten Abschluss, sondern erzielte auch den spielentscheidenden Treffer, den er durch cleveren Einsatz seines Körpers selbst einleitete. Mit Haaland auf dem Feld riss der BVB das Spiel in der letzten Viertelstunde wieder in seine Hände und ließ nichts mehr anbrennen. Seine Präsenz schenkt der Mannschaft Selbstvertrauen.

Statistik: 50

Haaland erzielte nach seiner Einwechslung seinen 50. Bundesliga-Treffer im 50. Einsatz. In der Bundesliga gab es zuvor keinen anderen Spieler, der diese Marke so jung knackte. Haaland ist 21 Jahre, vier Monate und sechs Tage alt.
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Quelle: Perform

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