FC Bayern München - Manuel Neuer, Alexander Nübel, Sven Ulreich: Die knifflige Torhüter-Situation
Der FC Bayern München befindet sich in einer vermeintlich komfortablen Situation: Manuel Neuer zählt nach wie vor zu den weltbesten Torhütern, Sven Ulreich ist ein verlässlicher Ersatzmann und Alexander Nübel, der potenzielle Neuer-Erbe, entwickelt sich bei seiner Leihstation AS Monaco prächtig. Allerdings stehen hinter allen drei Namen Fragezeichen - vor allem Nübels Lage ist knifflig.
Alexander Nübel (v.) und Manuel Neuer
Fotocredit: Getty Images
Als Alexander Nübel im Sommer vergangenen Jahres seine Koffer packte und nach Monaco aufbrach, gab es einen ganz konkreten Plan: Der ehemalige Schalker sollte im Rahmen seiner zweijährigen Leihe reichlich Spielpraxis sammeln und sich weiterentwickeln, um eines Tages in die Fußstapfen von Manuel Neuer zu treten.
Nach mehr als einem halben Jahr lässt sich eine positive Zwischenbilanz ziehen. Nübel avancierte bei der AS Monaco zum Stammtorhüter und zeigt nach Startschwierigkeiten mittlerweile ansprechende Leistungen. In 30 Pflichtspielen wahrte der gebürtige Paderborner achtmal eine weiße Weste, am vergangenen Wochenende kassierte er beim 2:3 gegen Montpellier erstmals mehr als zwei Gegentore.
"Die ersten Spiele waren nicht auf dem Niveau, das ich mir erhofft habe. Aber es war wichtig, ruhig zu bleiben und sich in die Arbeit zu flüchten. Das habe ich dann gemacht", sagte Nübel jüngst im Gespräch mit "Canal+" und ergänzte: "Ich kann mich natürlich noch verbessern, aber die letzten Wochen waren gut."
Das sieht Neu-Trainer Philippe Clement, der vor einigen Wochen vom geschassten Niko Kovac übernommen hatte, ähnlich. Zwar habe Nübel noch "einige Dinge zu verbessern", dennoch sei er "ein großes Talent". Clement weiter: "Er hat das Potenzial einer der größten Torhüter Europas zu werden."
Verlängert Neuer bis 2025?
Diesen Status hat Manuel Neuer längst erreicht, die Nummer eins der Bayern gilt bekanntermaßen als einer der Größten seiner Zunft überhaupt. Der nimmermüde Routinier, der das Selbstverständnis hat, jedes Spiel zu bestreiten, war der Grund, warum Nübel die Münchner gen Monaco verließ - und könnte darüber hinaus der Grund dafür sein, dass der potenzielle Nachfolger nicht wie vorgesehen zurückkehrt.
Laut übereinstimmenden Medienberichten steht Neuer nämlich vor einer Verlängerung seines bis 2023 gültigen Vertrags. Demnach sei eine Ausdehnung des Arbeitspapiers bis 2025 geplant.
Präsident Herbert Hainer sagte vergangenen Sonntag bei "Sky": "Bei Manuel Neuer bin ich fest davon überzeugt, dass er seine Karriere beim FC Bayern beenden wird. Manuel Neuer kann auf dem Niveau, auf dem er spielt, sicherlich noch einige Jahre spielen. Er ist für mich nach wie vor der weltbeste Torhüter und ich würde mich freuen, wenn wir es irgendwann bekannt geben können."
Kahn: Neuer "kann noch sehr, sehr lange spielen"
Vorstandsboss und Ex-Welttorhüter Oliver Kahn erklärte kürzlich auf einer Presserunde: "Er zeigt keine Ermüdungserscheinungen nach so vielen Titeln. Er geht voran. Das sieht man und das hört man. Er führt die Mannschaft. Er ist das typische Beispiel des Spielers, der nie zufrieden ist. Er kann noch sehr, sehr lange spielen."
Kahn sei "absolut überzeugt", dass Neuer selbst noch als 40-Jähriger auf allerhöchstem Niveau spielen könne. Für Nübel ist eine derartige Aussicht freilich keine gute Nachricht.
Auch die zuletzt getroffenen Aussagen Julian Nagelsmanns dürften im Nübel-Lager nicht unbedingt mit Freude aufgenommen worden sein. "Manuel ist ein herausragender mitspielender Torwart. Diese Qualität wird er sicherlich auch noch ein paar Jahre halten", sagte der Bayern-Trainer und schob nach: "Solange Manu auf dem Niveau spielt, ist es für jeden Torwart der Welt schwer, an ihm vorbeizukommen. Das ist dann am Ende auch für Alex faktisch so."
Nübel stellt klar: Keine Rolle als Dauerreservist bei Bayern
Mit der Rolle des Dauerreservisten, so wie es nach seinem Wechsel von Schalke zum Rekordmeister in der Saison 2020/21 der Fall war, wird sich Nübel künftig nicht zufriedengeben. Das stellte er vor einigen Wochen im Interview mit dem "kicker" klar. "Was ich mir nicht mehr vorstellen kann, ist zurückzukommen und nicht mehr Spiele zu bekommen. Das schließe ich aus", sagte Nübel.
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Alexander Nübel im Duell mit Lionel Messi
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Nübel-Berater Stefan Backs sieht die Sache derzeit noch unaufgeregt. "Wir reden im Konjunktiv und über ungelegte Eier, aber das beeinflusst ihn im Grunde nicht. Er ist auf so einem Niveau, dass er sich um seine Zukunft wirklich keine Sorgen machen muss", erklärte er im Gespräch mit "Spox" und "Goal" mit Blick auf eine mögliche Neuer-Verlängerung.
"Sollte sich Bayern München anders entscheiden, aus welchen Gründen auch immer, dann muss er eben einen anderen Weg gehen. Ich bin fast täglich im Austausch mit Bayern München, ich weiß, was da gemacht und wie da gedacht wird. Daher bin ich ziemlich entspannt“, so Backs.
Tottenham mit Interesse an Nübel
Der "andere Weg" wäre, die bayrische Landeshauptstadt zu verlassen. Tottenham Hotspur signalisiert nach "kicker"-Informationen Interesse an einer Verpflichtung. Allerdings: Bei den Spurs steht seit fast zehn Jahren Hugo Lloris im Tor. Der Franzose macht - ähnlich wie Neuer - keinerlei Anstalten, seinen Platz zu räumen. Vor wenigen Tagen verlängerte er seinen Vertrag bis 2024. In London würde Nübel also im Falle des Falles eine ähnlich verzwickte Situation drohen.
Wie sehen die möglichen Zukunftsszenarien konkret aus? Klar ist: Die Bayern würden Nübel gerne halten, insbesondere Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist ein Fan des 25-Jährigen. Sollte Neuer aber tatsächlich bis 2025 verlängern, würde Nübel sich einen anderen Klub suchen. Dass die beiden Keeper noch einmal gemeinsam bei Bayern unter Vertrag stehen, gilt als ausgeschlossen. Verlängert Neuer lediglich bis 2024, könnte Nübel sich laut "Sky" vorstellen, nicht in anderthalb, sondern erst in zweieinhalb Jahren zurückzukehren.
Auch Ulreichs Zukunft noch offen
Doch nicht nur Neuer und Nübel beschäftigen die Bosse aktuell. Auch die Zukunft des aktuellen Ersatzmannes Sven Ulreich ist offen. Der Vertrag der Nummer zwei endet am Saisonende, wie "Sky" berichtet, wünscht sich Ulreich eine zeitnahe Entscheidung.
Klarheit herrscht einzig bei Nachwuchs-Torhüter Lukas Schneller. Der Youngster verlängerte seinen Vertrag unlängst bis 2024. Schneller dürfte allerdings nicht prompt zum Neuer-Ersatz werden, sondern vielmehr zunächst mit Christian Früchtl um einen Platz als Keeper Nummer drei im Kader konkurrieren.
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Neuer vor Verlängerung bei Bayern? Das sagt Nagelsmann
Quelle: Perform
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