FC Bayern - Hertha BSC - Drei Dinge, die auffielen: Lewandowskis beste Szene war kein Tor

Der FC Bayern hat im Topspiel ein mutloses Hertha BSC mit einer 5:0 (2:0)-Gala aus der Allianz Arena gefegt. Überragender Mann war einmal mehr Robert Lewandowski, der dreifach traf. Das meiste Lob erhielt er jedoch für eine Aktion, die in den Statistikbüchern nicht auftaucht. Derweil scheint Leroy Sané das interne Duell mit Jamal Musiala angenommen zu haben. Drei Dinge, die auffielen.

Bayerns Robert Lewandowski erzielte gegen Hertha BSC drei Tore

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Trainer Julian Nagelsmann hat am Samstag mit dem FC Bayern gegen Hertha BSC seinen zweiten Kantersieg in Folge eingefahren. Nach dem 12:0-Erfolg gegen den Fünftligisten Bremer SV am Mittwoch im DFB-Pokal ließen die Bayern drei Tage später eine 5:0 (2:0)-Gala gegen mutlose Berliner folgen.
Großen Anteil an diesem Erfolg hatte einmal mehr Robert Lewandowski, der einen Dreierpack schnürte und damit nach drei Spieltagen bereits fünf Tore auf dem Konto hat. Das meiste Lob erhielt der Pole aber nicht für einen seiner Treffer, sondern für eine andere Szene.
Stark präsentierte sich erneut Jamal Musiala. Der 18-Jährige stand erstmals in dieser Bundesliga-Saison in der Startelf und knüpfte nahtlos an seine bisherigen Leistungen an. Dies scheint auch Leroy Sané anzuspornen. Der Offensivstar, der offenkundig noch nach seiner Top-Form sucht, zeigte sich gegen den Hauptstadt-Klub deutlich verbessert.
Bei den Berlinern dürften die Sorgen nach diesem Spiel dagegen nochmals größer geworden sein. Zwar ist eine Niederlage beim Rekordmeister an sich verkraftbar, die Art und Weise jedoch ist bedenklich.
Drei Dinge, die uns beim 5:0-Erfolg des FC Bayern auffielen.

1. Lewandowskis wichtigste Szene war kein Tor

Mit seinen Treffern zum 2:0, 4:0 und 5:0 war Robert Lewandowski am Samstagabend in München der erfolgreichste Akteur auf dem Platz. Es war bereits das 15. Mal, dass der Pole in einem Bundesliga-Spiel drei oder mehr Tore erzielte. Dennoch erhielt er das meiste Lob für eine Aktion, die in den Statistikbüchern nicht auftaucht: Bei der Szene zum 1:0 durch Thomas Müller in der sechsten Minute ließ Lewandowski die flache Hereingabe von Alphonso Davies für seinen heranstürmenden deutschen Kollegen durch und ermöglichte ihm so den freien Schuss. Mit einem Flachschuss aus halbrechter Position markierte Müller den frühen Führungstreffer für die Bayern.
Dass der 33-Jährige den Ball passieren ließ, obwohl er selbst auf Höhe des Elfmeterpunkts eine gute Torchance gehabt hätte, nötigte Müller nach dem Spiel großen Respekt ab. "Ich habe ihn in der Halbzeit schon gelobt. Ich habe nachgefragt, ob er noch nicht fit ist oder ob er jetzt das nächste Level erreicht hat, weil er auf einmal sogar Bälle im Strafraum für den besser postierten durchlässt. Weil auf dem Papier kriegt man dafür ja gar nichts. Und dann haben wir uns drauf geeinigt, dass er jetzt auf dem nächsten Level ist", so Müller bei "Sky".
Lob gab es auch von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der über das 1:0 bei "Sky" sagte: "Das war eigentlich Lewandowskis beste Aktion im Spiel."
Der Stürmer selbst meinte nach dem Spiel: "Ich habe gehört und gesehen, dass Thomas hinter mir läuft. Wenn ich den Ball durchlasse, hat Thomas eine klare Situation, um aufs Tor zu schießen. So wie wir das gespielt haben, war es perfekt, weil die Gegner ein bisschen auf mich reagieren mussten."
Perfekt wurde im Anschluss dann ja auch sein Abend, denn obwohl er diese erste eigene Chance zugunsten Müllers verstreichen ließ, konnte auch er seinen Torhunger stillen. Und das gleich dreimal. In der 34. Minute köpfte er im Nachsetzen das 2:0, nachdem sein erster Versuch noch an die Latte gegangen war. In der 70. Minute verwertete der amtierende Weltfußballer eine starke Vorlage von Leroy Sané und vierzehn Minuten später erzielte er erneut per Kopf den Endstand. Es war im dritten Saisonspiel in der Liga sein fünftes Tor.
Dieser Drang zum Toreschießen beeindruckte auch seinen Trainer Julian Nagelsmann: "Er hat so viel erreicht in den letzten Jahren und trotzdem weiter einen solchen Hunger. Was ihn besonders macht, ist seine Variabilität im Abschluss. Wenn man seine Power in der Luft sieht – er will unbedingt Tore schießen."
Und wenn Lewandowski am Ende drei Mal trifft, lässt er zu Spielbeginn auch gerne mal einen Ball durch.

2. Musiala vs. Sané: Konkurrenz belebt das Geschäft

Auch wenn Lewandowski mit seinen drei Treffern der Mann des Abends war, so schaffte es auch Jamal Musiala erneut, auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem er in den ersten beiden Ligaspielen jeweils eingewechselt worden war, durfte der 18-Jährige diesmal von Beginn an ran. Weshalb Leroy Sané zum Anpfiff auf der Bank Platz nehmen musste.
Und Musiala machte genau dort weiter, wo er bei seinen vergangenen Auftritten aufgehört hatte. Der fünfmalige Nationalspieler war von der ersten Minute an in die Angriffe der Bayern eingebunden und ständiger Aktivposten in der Offensive. Beim 1:0 nahm er Boyata mit einem cleveren Laufweg aus dem Spiel.
Kurz vor der Pause brillierte er mit einem Beinschuss, nachdem er sich zunächst verdribbelt hatte, doch mit dem Tunnel hielt er den Angriff des Rekordmeisters am Laufen. Dieser wäre beinahe im 3:0 gemündet, doch Boyata klärte Gnabrys gefährlichen Pass auf Müller (40.).
Vier Minuten nach Wiederanpfiff krönte Musiala seinen starken Auftritt mit einem Traumtor. Von Müller im Strafraum bedient, wackelte der Youngster erst Boyata aus, legte sich dann den Ball perfekt auf den rechten Fuß und jagte die Kugel aus gut 14 Metern unhaltbar ins lange Eck (49.). Elf Minuten später verließ Musiala unter Standing Ovations den Rasen der Allianz Arena.
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Jamal Musiala schießt gegen Hertha BSC zum 3:0 ein

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Nagelsmann schwärmte nach dem nächsten starken Auftritt: "Er hat offensiv unglaubliche Qualitäten. Vor allem sein Dribbling als Mittelstürmer macht ihn unheimlich gut. Es ist fast die größte Aufgabe von mir als Trainer, ihm das nicht zu rauben. Diese Unbekümmertheit muss er behalten, auch wenn er mal nicht mehr 18 Jahre alt ist. Er ist unfassbar bescheiden, kann gut damit umgehen und hat noch viel Potenzial."
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Nagelsmann lobt Durchstarter Musiala für dessen Demut

Quelle: Perform

Für Musiala kam Sané, der die hohen Erwartungen in dieser Saison bisher kaum erfüllen konnte. Am vergangenen Samstag war er beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln bei seiner Auswechslung gar ausgepfiffen worden. Sechs Tage später war die Rückkehr aufs Feld deutlich freundlicher. Unter wohlwollendem Applaus der Bayern-Fans begann der 25-Jährige seinen Arbeitstag.
Und nicht einmal neun Minuten später war Sané der gefeierte Mann: Auf der linken Seite tanzte er zunächst zwei Herthaner aus und legte für Lewandowski auf, der zum 4:0 einschoss.
Wie Musiala zuvor spielte auch Sané sehr aktiv und dürfte damit an diesem Samstag einige Pluspunkte gesammelt haben. Es scheint, als hätte er die Zeichen der Zeit erkannt und gemerkt, dass ihm häufiger die Bank drohen könnte, sollte er Musialas starken Leistungen nicht langsam Paroli bieten können.

3. Hertha ergibt sich früh

Ganz andere Sorgen dürfte man nach diesem Abend bei Hertha BSC haben. Die Berliner agierten viel zu mutlos und gingen verdient im Regen von München 0:5 baden. "Die Enttäuschung ist sehr groß. Mit 0:5 beim FC Bayern zu verlieren ist hart, dass muss ich ganz ehrlich sagen. Die Bayern sind auch noch nicht so eingespielt und hier so zu verlieren, ist bitter. Das haben wir uns definitiv anders vorgestellt"; sagte Sportdirektor Arne Friedrich im Anschluss bei "Sky".
Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können. Denn in der zweiten Minute hatte Davie Selke die große Chance, die Gäste überraschend in Führung zu bringen. Nach einem kapitalen Fehlpass im Mittelfeld von Leon Goretzka, dessen Rückpass zur Steilvorlage für den Hertha-Stürmer wurde, lief Selke verfolgt von Dayot Upamecano auf Manuel Neuer zu. Der 26-Jährige hatte das 1:0 für Berlin auf dem Fuß, doch obwohl er noch einige Meter hätte gehen können, schloss der 26-Jährige etwas überhastet schon vor der Strafraumgrenze ab. Neuer hatte mit dem Schuss keine Mühe und konnte die Szene sicher entschärfen.
Anstatt die Initialzündung für eine Überraschung zu werden, wurde die Szene zum Sinnbild des Berliner Auftretens in München: Zu ängstlich und mutlos.
Denn auch wenn sie zumindest in der Zweikampf-Statistik nur knapp unterlegen waren (97:96 für Bayern), so war der Gesamteindruck erschreckend schwach. Trainer Pál Dárdai fand nach dem Spiel bei "Sky" klare Worte: "In der Halbzeit habe ich die Jungs gefragt, was sie hier abziehen. Wir haben nichts angeboten, weder zweikampfmäßig noch spielerisch. Wir haben dann probiert, die Mannschaft aufzubauen, aber dann folgt direkt ein individueller Fehler zum 0:3. Wir haben gar keine Chance gehabt."
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Bayerns Bouna Sarr (l.) im Duell mit Maximilian Mittelstädt. Nicht nur in dieser Szene hatten die Berliner am Samstag das Nachsehen

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So findet sich Hertha BSC nach drei Ligaspielen mit null Punkten und 2:10 Toren am Tabellenende wieder. Niklas Stark meinte auf die Frage, ob die Berliner noch die Auswirkungen der Coronafälle und des enggetakteten Saisonfinals spüren: "Wir haben nun drei Spieltage absolviert, die Frage stellt sich allerdings dennoch. Wir hatten zwei Champions-League-Teilnehmer in den ersten drei Spielen. Das soll allerdings auch keine Ausrede sein. Wir müssen die Dinge so einordnen, wie sie sind. Wir müssen in der Länderspielpause die richtigen Schlüsse ziehen und uns so fokussieren, dass wir die nächsten Spiele gewinnen. Wir sollten da auf jeden Fall Punkte holen."
In den ersten beiden Partien nach der Länderspielpause trifft Berlin auf die beiden Aufsteiger VfL Bochum und Greuther Fürth.
Da sind Punkte und eigentlich auch Siege Pflicht.
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Nagelsmann gerät ins Schwärmen: Lewandowski ist "Top of the Top"

Quelle: Perform

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