FC Bayern - Jährlich grüßt das Murmeltier: Warum die Transfermarkt-Situation an 2020 erinnert
Der FC Bayern ist kurz vor Ende der Transferphase noch auf der Suche nach Verstärkungen. Dabei gibt es Parallelen zum Vorjahr, als die Münchner ebenfalls kurz vor Schluss händeringend um neue Spieler buhlten, sich am Ende aber weitestgehend mit Not-Verpflichtungen begnügen mussten. Hat der deutsche Rekordmeister dieser Tage abermals mit Torschlusspanik zu kämpfen?
Hasan Salihamidzic vom FC Bayern
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Callum Hudson-Odoi, Hasan Salihamidzics Dauer-Wunschspieler sollte es kurz vor Ende der Transferphase werden, letztlich kam der Deal aber einmal mehr nicht zustande. Stattdessen wechselte mit Douglas Costa ein alter Bekannter zum FC Bayern. Der Brasilianer kam auf Leihbasis von Juventus Turin.
Er sollte nicht der einzige bleiben, der am so genannten "Deadline Day", der 2020 ausnahmsweise Anfang Oktober vonstattenging, den Weg nach München fand. Eric Maxim-Choupo-Moting (PSG) und Bouna Sarr (Olympique Marseille) wurden ebenfalls noch auf den letzten Drücker verpflichtet, einen Tag zuvor war bereits der Transfer von Espanyol-Profi Marc Roca in trockene Tücher gebracht worden. Vier Neuzugänge binnen zwei Tagen, ein nicht unbedingt allzu namhaftes Quartett gegen den damaligen personellen Aderlass für den seinerzeit amtierenden Champions-League-Sieger.
Einige Fans und Experten stellten Sportvorstand Salihamidzic ein nicht allzu positives Transferzeugnis aus. Er habe zu lange gewartet und sich schließlich, als die Zeit mehr und mehr drängte, zu Panik-Käufen beziehungsweise -Leihen entschieden.
Dass es sich bei besagten Akteuren (mit Ausnahme von Choupo-Moting, der einen durchaus soliden Lewandowski-Backup gibt) um Dauer-Reservisten und eben nicht um die erhofften Verstärkungen handeln sollte, bestätigte die Kritiker. Costa spielt mittlerweile wieder in seiner Heimat, Sarr gilt als Verkaufskandidat und Roca, aktuell an einer Sprunggelenksverletzung laborierend, aber mittlerweile wieder im Aufbautraining, wurde seinen Vorschusslorbeeren (noch) nicht gerecht.
FC Bayern: Erinnerungen an 2020 werden wach
Anders als im Corona-Anfangsjahr 2020, schließt das Fenster diesmal wieder wie üblich am 31. August – dennoch werden Erinnerungen wach, führt man sich die aktuelle Situation des FCB zu Gemüte: Der Kader könnte aufgrund von Verletzungen noch neue Spieler vertragen, Namen kursieren, potenzielle Forderungen von anderen Klubs stehen im Raum. Passiert ist bislang aber noch nichts.
Gebetsmühlenartig versichert Salihamidzic, dass der Verein den Markt im Blick habe und dass man derzeit auslote, ob noch etwas möglich sei. "Es sind noch einige Tage. Wir schauen den Transfermarkt ganz genau an, wir schauen, was passiert, und wir schauen, was unsere Möglichkeiten erlauben – und was nicht", sagte er beispielsweise am Montag im Rahmen der Vertragsverlängerung von Joshua Kimmich.
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Halten noch Ausschau nach Verstärkungen: Salihamidzic und Nagelsmann (r.)
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Geht es nach Julian Nagelsmann, dürfte sein neuer Arbeitgeber gerne noch einmal tätig werden. Im Anschluss an den 12:0-Erstrunden-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Bremer SV erklärte der Ex-Leipziger mit Blick auf die Ausfälle von Roca, Lucas Hernández und Benjamin Pavard bei "Sport1": "Ich wäre zufriedener, wenn wir keine Verletzten hätten." Sofern er auf seinen kompletten Kader zurückgreifen könne, sei "alles gut".
Julian Nagelsmann: "Wenn wir Verletzte haben, wird es dünn"
Da ein solcher Fall über eine gesamte Saison hinweg aber eher Utopie statt Realität ist, weiß der 34-Jährige freilich. "Am Ende ist es ein Abwägen zwischen dem Anspruch, den man als Klub, als Trainer, als Mannschaft hat und den verletzten Spielern", sagte Nagelsmann und führte aus: "Wenn alle gesund sind, haben wir alles im Griff. Wenn wir Verletzte haben, dann wird es dünn."
Eine drohende Dünnheit, der es vorzubeugen gilt. Besonders drei Akteure wurden zuletzt konkret mit den Bayern in Verbindung gebracht. Amine Adli, Offensiv-Talent vom FC Toulouse, Leipzig-Kapitän Marcel Sabitzer sowie Jonas Hofmann von Borussia Mönchengladbach. Während man in Adlis Fall gegen Liga-Konkurrent Bayer Leverkusen den Kürzeren zog, gestaltet sich das Vorhaben bei Sabitzer und Hofmann ebenfalls recht schwierig.
Zunächst einmal sollten idealerweise noch einige Millionen aufs eigene Konto fließen, ehe in neue Spieler investiert wird. Bislang wurden die Bayern ihre Verkaufskandidaten Corentin Tolisso, Mickael Cuisance und Sarr aber nicht los, ein kurzfristiger Deal ist derzeit nicht in Sicht.
Sabitzer und Hofmann zu teuer?
Auch wegen des finanziellen Aspektes soll noch kein Angebot der Bayern bei RB Leipzig eingegangen sein. Obwohl der Österreicher diversen Medienberichten zufolge eine Einigung mit dem Bundesliga-Primus erzielt habe, sagte Leipzig-Führungskraft Florian Scholz kürzlich auf Anfrage des "Sportbuzzers": "Der FC Bayern München hat keinen Kontakt bezüglich eines Transfers zu uns aufgenommen."
Bei Schienenspieler Hofmann, der im Falle eines personellen Aderlasses auch als Rechtverteidiger einspringen könnte, sieht es ganz ähnlich aus. Die Bayern sollen laut "Sport1" beim Gladbacher vorstellig geworden sein, das Preisschild, mit dem Fohlen-Boss Max Eberl den 29-Jährigen versehen haben soll, liegt mit angeblich rund 22 Millionen Euro aber weit über den verfügbaren Mitteln der Münchner.
Die Bayern bewegen sich, ähnlich wie im Oktober vergangenen Jahres, auf dünnem Eis. Die ersten 13 bis 14 Spieler verfügen über ausreichend Qualität, dahinter ist jedoch eine enorme Kluft auszumachen. Sollten sich die Verantwortlichen kurz vor Schluss also für neues Personal entscheiden, wären Verstärkungen, die sofort weiterhelfen können, aus Bayern-Sicht wünschenswert. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die nötigen Lehren aus dem Vorjahres-Aktionismus gezogen wurden.
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Eingebauter Magnet im Fuß: Nagelsmann schwärmt von Bayern-Juwel
Quelle: Perform
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