Joshua Kimmich ist dafür bekannt, dass er sich seine eigenen Spielszenen zu Hause noch mal anschaut und analysiert. Doch auch diese Beschäftigung wird ihm in seiner Dauer-Quarantäne kein großer Zeitvertreib sein, denn sein letztes Spiel liegt nun schon drei Wochen zurück und ist längst mehrfach ausgewertet.
Am 6. November lief der Profi von Bayern München beim 2:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg zuletzt auf, danach musste er sich als ungeimpfte Kontaktperson zweier an Corona erkrankter Menschen in Quarantäne begeben. Dort wird der Nationalspieler wohl zwei weitere Wochen verweilen müssen, nachdem ein eigener Test am Mittwoch das fast schon tragische Resultat ergab: positiv.
Ausgerechnet Kimmich. Der Fußballprofi, der die hitzig geführte Impf-Debatte mit seiner zweifelnden bis ablehnenden Haltung ungewollt befeuert hatte. Doch Schadenfreude ist fehl am Platz - findet nicht nur Karl Lauterbach. Die Ansteckung sei "schade", twitterte der SPD-Gesundheitsexperte, aber eben auch kein Zufall: "Der Fall zeigt, wie schwer es ist, ungeimpft heute Covid zu vermeiden." In dieser Gruppe sei das Risiko angesichts von Inzidenzen weit über 1000 "unbeherrschbar".
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Das musste auch Kimmichs offensichtlich ebenfalls nicht geimpfter Teamkollege Eric Maxim Choupo-Moting erfahren, der auch an Corona erkrankte. Serge Gnabry und Jamal Musiala gaben sich immerhin einen Ruck und ließen sich impfen bzw. boostern. Das hatte laut Bundestrainer Hansi Flick auch Kimmich vor - doch das Virus war schneller.

Flick zuversichtlich bei Kimmich und der Impfung

"Ich denke, dass es bei Jo in die Richtung geht, dass er sich impfen lässt", hatte Flick am Mittwochnachmittag gesagt. Diese Gedankenspiele dürften sich vorerst erledigt haben. Dennoch ist es interessant zu erfahren, wie Kimmich jetzt über die Impfung denkt. Der 26-Jährige gilt als reflektierter und intelligenter Profi, auch deshalb hatte seine Impf-Skepsis im großen Lager der Befürworter für Unverständnis gesorgt.
Die Diskussion scheint Kimmich nicht kalt zu lassen. "Ihn beschäftigt das sehr", bestätigte Flick, der seinen Mittelfeld-Chef zu unrecht "an den Pranger" gestellt sieht. Die Debatte um Kimmich lenke nur davon ab, dass in Deutschland "vieles besser laufen müsste".
Kimmich muss nun mit der Erkrankung leben, vielleicht auch mit der Schadenfreude. Für manche dürfte es eine gerechte "Strafe" sein, dass Kimmich seit Wochen zum Zuschauen verdammt ist. So wohl auch beim Bundesliga-Gipfeltreffen am 4. Dezember zwischen Borussia Dortmund und den Bayern.

Kimmich: Zwangspause als Initalzündung?

Kimmich hat in seiner Karriere schon mal eine längere Zwangspause eingelegt. Wegen hartnäckiger Probleme am Schambein, die er aus falschem Ehrgeiz lange ignoriert hatte, verordnete ihm sein damaliger Klub RB Leipzig eine mehrmonatige Auszeit. Als die Probleme dann behoben waren, startete der Mittelfeldspieler so richtig durch.
"Ich dachte immer, nicht zu trainieren bedeutet Stillstand in meiner Entwicklung", hatte Kimmich einmal dazu gesagt: "In dem Fall war es genau umgekehrt, ich musste stillstehen, um weiter zu kommen."
Vielleicht geschieht dieser Prozess nun erneut, auf einer anderen Ebene.
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(SID)

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