FC Bayern München: Mitglied und Katar-Gegner Michael Ott schießt gegen Bosse nach Jahreshauptversammlung

Die Verantwortlichen des FC Bayern München stehen nach der turbulenten Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend heftig in der Kritik. Gerade der Umgang mit kritischen Themen stieß bei den Fans des Rekordmeisters auf Empörung, es entwickelten sich tumultartige Szenen im Audi Dome. Nun hat Bayern-Mitglied und Katar-Gegner Michael Ott die Vereinsbosse im Gespräch mit "Sport1" scharf attackiert.

Die Entscheidung um das Katar-Sponsoring fällt erst nach der WM

Fotocredit: Getty Images

"Für mich war die JHV ein Muster-Beispiel, um zu zeigen, wie sich der Fußball weiter von seinen Fans entfremden kann", schimpfte Ott. Seinen Spontanantrag auf der Jahreshauptversammlung, die umstrittene Partnerschaft mit der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways zu beenden, hatten die Verantwortlichen nicht zugelassen. Der Verein lehnte dies aus Satzungsgründen ab.
Das Versprechen von Bayern-Präsident Herbert Hainer, das Thema am Ende der Versammlung zu diskutieren, wurde nicht eingehalten. Stattdessen schloss der 67-Jährige die Rednerliste. "Das hat mich dann schon überrascht", ärgerte sich der Antragsteller gegenüber "Sky". Die Beendigung der Sitzung wurde von den Fans mit lauten Buhrufen quittiert.
Dass Ott nach seinem Spontanantrag keine Möglichkeit mehr hatte, mit den Vereinsvertretern in eine Diskussion zu treten, kritisierte er scharf. "Hainer hat auf der Versammlung gesagt, man würde sich jedem Diskurs stellen", erklärte Ott und zeigte sich "fassungslos" über das Verhalten der Klubführung. "Das war alles extrem unsouverän, auch gegenüber anderen Mitgliedern mit Wortbeiträgen", schimpfte er.
Präsident Hainer bekräftigte nun gegenüber der "tz", dass der FC Bayern einer Debatte immer offen gegenüberstünde: "Prinzipiell hält unser Verein einen Diskurs aus, er gehört zum Vereinsleben. Kritik ist immer möglich", behauptete er. Gleichzeitig warf er insbesondere Ott vor, in seiner Stellungnahme nicht den richtigen Ton getroffen zu haben.

Ott bezeichnet Auftritt als "Offenbarungseid"

"Wir setzen uns gerne mit unseren Mitgliedern an einen Tisch - dabei muss ein konstruktiver und faktenbasierter Austausch das Ziel beider Seiten sein", forderte der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Adidas.
Dennoch schloss Hainer um kurz nach Mitternacht die Versammlung, ohne auf verschiedene offene Themen wie die Katar-Partnerschaft einzugehen. Auch ein Mitglied, das wohl den Rassismusskandal am FC Bayern Campus thematisieren wollte, erhielt keine Redezeit mehr. Dass der Fan nach Beendigung der Sitzung seine Rede auf einem Stuhl stehend dennoch hielt, passte zu den turbulenten Szenen.
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Wegen Katar: Bayern-Boss Hainer erntet Buhrufe von Mitgliedern

Quelle: SID

"Die Beziehung zwischen dem FC Bayern und vielen seiner Fans bröckelt immer weiter", meinte Ott und resümierte: "Das Auftreten der Bosse war ein ziemlicher Offenbarungseid."

Hoffnung auf Umdenken

Tatsächlich scheint das Verhältnis zwischen Klubführung und Fans tief erschüttert. Am Ende der Versammlung schallten laute "Hainer raus"-Rufe durch den Münchner Audi Dome. Ehrenpräsident Uli Hoeneß war schockiert über die Kluft, die sich zwischen Fans und Bossen offenbarte: "Das war die schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe", sagte der 69-Jährige.
Trotz der Gräben hofft Ott, dass die turbulente Veranstaltung und die deutlichen Reaktionen der Anhänger ein Umdenken bei den Klubbossen ausgelöst haben könnten: "Die Versammlung wird sicherlich einen längeren Nachhall finden. Ein klares Zeichen wurde auch ohne Abstimmung über Katar gesetzt", sagte Ott gegenüber "Sport1".
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Quelle: Perform

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