FC Bayern: Nagelsmann kündigt trotz Nianzou-Torpremiere einen Innenverteidiger-Transfer an

Tanguy Nianzou überzeugt beim FC Bayern München gegen den 1. FC Union Berlin (4:0) mit seinem Premierentor. Der 19 Jahre alte liefert als Innenverteidiger eine starke Leistung ab und wird von Joshua Kimmich sowie Trainer Julian Nagelsmann für seinen couragierten Einsatz gelobt. In der kommenden Saison wird er sich dennoch mit neuer Konkurrenz auseinandersetzen müssen, wie der Trainer ankündigte.

Joshua Kimmich klatscht mit Tanguy Nianzou ab - FC Bayern München vs. 1. FC Union Berlin

Fotocredit: Getty Images

Zwar verlässt Niklas Süle im Sommer den FC Bayern ablösefrei in Richtung Borussia Dortmund, damit rückt Tanguy Nianzou im Innenverteidiger-Ranking der Münchner aber nicht zwangsläufig auf.
"Bei ihm geht es einfach nur drum, diese ein, zwei leichtsinnigen Dinger abzustellen. Wenn er das hinkriegt, kann er eine sehr gute Rolle spielen. Trotzdem werden wir uns auf dem Transfermarkt umschauen, weil wir Niki verlieren. Wir werden da schon was machen", kündigte Trainer Julian Nagelsmann einen Transfer für die Abwehr an.
Zuletzt war der ablösefreie Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach) als möglicher Kandidat genannt worden. Auch Antonio Rüdiger (FC Chelsea) würde ins Schema passen, steht offenbar aber vor einem Wechsel zu Juventus Turin - dessen Teamkollege Andreas Christensen steht dagegen angeblich schon beim FC Barcelona im Wort.
Matthijs de Ligt (Juventus) ist wohl zu kostspielig, dafür werden noch Manuel Akanji (Borussia Dortmund) und Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) mit Bayern in Verbindung gebracht.

Kimmich lobt Nianzou und Upamecano

Es gibt also noch einiges zu sondieren für die Vereinsführung um den Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn. Mit Nianzou haben die Bayern allerdings ein Juwel in der Hinterhand, das hier und da schon aufblitzt.
So wie gegen Union Berlin, als der Franzose nicht nur das zwischenzeitliche 2:0 köpfte (25.), sondern auch an der Seite von Dayot Upamecano mit tadelloser Abwehrarbeit überzeugte. Während Upamecano ein paar Mal im Aufbau patzte, wirkte Nianzou sogar sicherer.
"Er hat leider noch nicht so viele Spiele gemacht", meinte Joshua Kimmich und lobte: "Ich fand das gut von den beiden. Mit Upa und Tanguy hat es sich relativ sicher angefühlt. Die beiden waren im Auffressmodus."

Nianzou: Aufwärtstrend nach Fehlstart

Eine Ansicht, die auch Nagelsmann bestätigte: "Was beide heute gut gemacht haben: Die Verteidigungshaltung ist ihre große Stärke, hart am Mann zu verteidigen. Tanguy hat dazu noch zwei, drei sehr gute Bälle ins Mittelfeld gespielt, hat ein Tor gemacht, da freue ich mich sehr drüber."
Nianzou sei zudem "unglaublich kopfballstark - vielleicht unser Stärkster im Kopfballspiel, auch offensiv", fügte der Bayern-Trainer an. Er sei deshalb "sehr zufrieden".
Es geht also aufwärts beim Franzosen, der bei Bayern 2020/21 einen denkbar unglücklichen Start hingelegt hatte. Verletzungsbedingt verpasste Nianzou in seiner ersten Bayern-Saison mit mehreren Oberschenkelverletzungen nämlich gleich 34 Pflichtspiele, kam so nur in sechs Bundesliga-Spielen über gerade mal 113 Minuten zum Einsatz.

Nagelsmann wagt die Gratwanderung

Nach dem Fehlstart stehen 2021/22 nun immerhin schon 17 Pflichtspieleinsätze bei Nianzou zu Buche. Meist muss sich der Franzose aber noch hinter Süle, Upamecano, Benjamin Pavard und Lucas Hernández anstellen.
Man habe bei jungen Spielern immer die Hoffnung auf eine fehlerfreie Leistung - das könne man aber nicht erwarten, "wenn du ihnen nur wenig Spielzeit gibst", fügte Nagelsmann am Samstagabend verständnisvoll an.
Bei jungen Spielern sei das "immer eine Gratwanderung. Die Spiele, die er gemacht hat, war alle gut. Er hat Talent, ist erst 19. Am Ende liegt es ganz allein an ihm und seiner Entwicklung, wie viel Spielzeit er bekommt. Diese Entwicklung muss ich immer im Training sehen, dass er die ein, zwei leichtsinnigen Fehler abstellt."

Nagelsmann rühmt Winner-Mentalität

Es ginge bei Nianzou "auf der Position viel um Verlässlichkeit, dass man als Trainer das Gefühl hat, man kann ihn immer bringen".
Dass Kimmich positiv vom eingeschalteten "Auffressmodus" sprach, sei indes "ein gutes Zeichen", so Nagelsmann. "Josh hat schon oft gesagt, dass er gerne mit Tanguy spielt, weil er einfach eine unglaubliche Aggressivität hat", fügte der Bayern-Trainer an: "Und ich habe auch schon öfter gesagt: Diese Winner-Mentalität, die er hat, ist schon außergewöhnlich."
Man sehe bei dem jungen Franzosen, "dass er einen sehr guten Charakter hat, alles reinwirft".
Bei Bayern müsse sich der ehemalige PSG-Spieler allerdings auch 2022/23 erst gegenüber der Konkurrenz beweisen. "Aber Tanguy hat absolut die Chance, mehr Spielzeit zu kriegen als er es dieses Jahr kriegt", so Nagelsmann.
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Kuriose Szene: Unfallmeldung unterbricht Nagelsmann

Quelle: Eurosport

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