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Florian Kohfeldt und der VfL Wolfsburg landen gegen Fürth Befreiungsschlag - erster Dreier nach Sieglos-Spielen
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Publiziert 06/02/2022 um 19:20 GMT+1 Uhr
Der VfL Wolfsburg hat nach neun Ligaspielen in Folge ohne Sieg einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet. Vor heimischer Kulisse siegte die Mannschaft von Florian Kohfeldt, der zuletzt in die Kritik geraten war, gegen Greuther Fürth 4:1 (1:1). Aster Vranckx mit einem Doppelpack, Maxi Arnold und Maximilian Philipp trafen für die Wölfe, aufeiten der Gäste war Branimir Hrgota erfolgreich.
VfL Wolfsburg - Greuther Fürth
Fotocredit: Getty Images
VfL-Coach Florian Kohfeldt veränderte seine Startelf im Vergleich zur 0:2-Niederlage in Leipzig auf drei Positionen – die beiden Winterneuzugänge Jonas Wind und Max Kruse sollten die Wolfsburger Offensive mit gerade einmal 17 erzielten Treffern in der laufenden Spielzeit neu beleben. Renato Steffen ersetzte den angeschlagenen Jerome Roussillon. Das neue Angriffsduo durfte für den nach Burnley abgewanderten Wout Weghorst und Luca Waldschmidt von Beginn an stürmen.
Fürths Trainer Stefan Leitl tauschte seine Anfangself vom 2:1-Heimsieg gegen Mainz 05 nur einmal – Simon Asta begann anstelle des positiv auf Corona getesteten Marco Meyerhöfer.
Die Wölfe starteten mit einem ganz anderen Selbstverständnis als noch in den letzten Wochen in das von Sportvorstand Jörg Schmadtke betitelte "Endspiel". Der VfL wirkte im eigenen Ballbesitz deutlich ballsicherer - das neue Sturmduo Wind und Kruse bescherte dem Wolfsburger Angriffsspiel neue kreative Impulse und leitete die Führung der Gastgeber ein: Kruse setzte im Strafraum den mitgelaufenen Steffen in Szene, dessen Hereingabe vom linken Fünfereck etwas glücklich zu Aster Vranckx durchrutschte. Das belgische Mittelfeld-Talent musste den Ball nur noch über die Linie drücken (7.).
Nach rund einer halben Stunde kamen die Gäste aus Fürth nach und nach zu mehr Spielanteilen. VfL-Schlussmann Koen Casteels musste in Minute 28 zum ersten Mal eingreifen, als Jamie Leweling nach einer Asta-Flanke mit Umwegen aus spitzem Winkel zum Abschluss kam (28.). Kurz vor der Pause bekamen die Fürther nach einem Foul von Sebastian Bornauw an Leweling und Überprüfung durch den VAR einen Elfmeter zugesprochen, den Branimir Hrgota cool ins linke Eck verwandelte (44.).
Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff machte Vranckx seinen Doppelpack perfekt und brachte die Wölfe nach einem kapitalen Fehler von Fürth-Schlussmann Sascha Burchert mit seinem Volleytreffer wieder in Führung (49.). Die Kleeblätter entwickelten im zweiten Durchgang kaum noch Torgefahr und mussten zusehen, wie die Kohfeldt-Schützlinge innerhalb von fünf Minuten das Spiel entschieden.
Erst fälschte Leweling einen Freistoß von Maximilian Arnold unglücklich ins eigene Tor ab (70.), ehe der eingewechselte Maximilian Phillipp nach einem missglückten Klärungsversuch der Fürther Hintermannschaft den 4:1-Endstand besorgte (75.).
Die Stimmen:
Florian Kohfeldt (Trainer VfL Wolfsburg): "Spielerisch war nicht alles top, aber vom Kopf her war es außergewöhnlich. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass es für uns ganz wichtig war, diesen ersten Schritt zu gehen. Wir sollten aber auf keinen Fall denken, dass jetzt alles besser ist. Wir haben noch viel zu arbeiten. Unser Defensivverhalten war nicht immer optimal und wir müssen klarer spielen.
Aster Vranckx (VfL Wolfsburg, Doppeltorschütze): "Das fühlt sich sehr gut an, wir haben es verdient. Wir hatten viele Chancen, und ich bin sehr glücklich. Wir müssen jetzt so weitermachen."
Stefan Leitl (Trainer SpVgg Greuther Fürth): "Heute hat uns etwas die Energie und Haltung gefehlt. Wir haben uns in den vergangenen Wochen in alle Schüsse geworfen, heute haben wir uns zweimal weggedreht. Ich weiß nicht, warum es so war. Der Unterschied zwischen heute und den vergangenen Wochen war sehr groß, was die physische Bereitschaft angeht."
Paul Seguin (SpVgg Greuther Fürth): "Wir sind alle ein bisschen bedrückt. Wir waren keine drei Tore schlechter. So deutlich war es nicht."
Der Tweet zum Spiel: Vrancxk trumpft groß auf
Das fiel auf: Die Wolfsburger Selbstverständlichkeit ist zurück
Während sich bei den Spielern des VfL vor der Winterpause nach einer über weite Strecken verkorksten Hinrunde und blamablen Leistungen große Unsicherheit breit machte, scheinen die prominenten Winterneuzugänge bei den Wolfsburgern Aufbruchsstimmung entfacht zu haben. Die Niedersachsen legten ein ganz anderes Selbstverständnis an Tag und strahlten im eigenen Ballbesitz deutlich mehr Souveränität aus. Das neue Sturmduo Wind und Kruse fügte sich gut in das Wolfsburger Angriffsspiel ein. Die VfL-Verantwortlichen haben scheinbar die richtigen Schlüsse aus der Hinrunde gezogen.
Die Statistik: 200
Für die Wölfe war es der 200. Heimsieg in ihrer Bundesliga-Historie. Damit zogen sie in der ewigen Tabelle mit Hannover 96 nach Punkten gleich (1174 Punkte) und dürfen sich als erfolgreichsten Klub Niedersachsens bezeichnen.
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