Nach dem sportlichen Offenbarungseid von Borussia Dortmund in der zweiten Halbzeit gab es nichts zu beschönigen.
"Wir haben das Spiel hergeschenkt. Das war gar nichts in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte, erst danach waren wir wieder drin. Die Tore haben wir zu einfach bekommen. Mit drei Gegentoren auswärts ist es sehr, sehr schwer", sagte BVB-Torwart Marwin Hitz bei "Sky", nachdem der DFB-Pokalsieger mit einer katastrophalen Leistung in den zweiten 45 Minuten eine 1:0-Pausenführung verspielte und bei Außenseiter Hertha BSC am Ende 2:3 verlor.
Nun scheint endgültig klar, dass der BVB dem Herbstmeister FC Bayern München auch am Ende dieser Saison den Vortritt lassen muss.
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Vor allem Torjäger Erling Haaland schob Frust. Außer der Vorlage zum 1:0 gelang dem Norweger nicht viel, seine Körpersprache strahlte viel Negatives aus, nach dem 1:2 winkte er einfach ab. Nach Abpfiff verschwand der 21-Jährige sofort in der Kabine.

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Rose kritisiert Haltung der BVB-Spieler

"Das war nicht der Haaland, den wir seit zwei Jahren sehen", sagte Experte Lothar Matthäus bei "Sky": "Heute hat er mir gar nicht gefallen."
Trainer Marco Rose kritisierte: "Ich glaube nicht, dass wir über Einstellung reden, sondern über Haltung. Berlin hat uns über leidenschaftlichen Kampf den Sieg verdient und wir gehen mit leeren Händen", meinte der BVB-Coach in Richtung seiner Spieler: "Wir müssen drüber reden, wir müssen ehrlich miteinander sein. Wir müssen Dinge möglicherweise anpassen, wir müssen Dinge verändern."
Hauptkritikpunkt: Es fehle seinen Spielern an Bedingungslosigkeit. "Wir sind Borussia Dortmund, wollen hier in Berlin gewinnen. Das muss jeder erkennen können, und zwar in jeder Spielminute", sagte Rose und meinte weiter: "Charaktere verändert man über Verhaltensweisen. Das geht im Training los. Ich will auch die Charaktere der Jungs nicht ändern. Weil es gute Jungs sind. Aber um maximal erfolgreich zu sein, braucht es ein bisschen mehr."

Hertha nutzt BVB-Schwächen

Neun Punkte sind die Bayern, die am Freitag den VfL Wolfsburg mit 4:0 abgeschossen hatten, zur Saison-Halbzeit enteilt. Ein Klassenunterschied tut sich zwischen den Branchen-Größen auf. Die Verhältnisse in der Tabelle seien damit "einfach auch erst mal klar", steckte Rose bereits auf.
Mehr als die Vizemeisterschaft und die erneute Qualifikation für die Champions League ist wohl für die Schwarz-Gelben nicht mehr drin. Die Vorstellung der Borussia an der Spree war umso unverständlicher, weil Julian Brandt (31.) die Gäste in Führung geschossen hatte.
Ishak Belfodil (51.) und Marco Richter (57./69.) nutzten eklatante Schwächen des BVB, der ohne Torwart Gregor Kobel und Abwehrchef Mats Hummels (beide erkältet) antreten musste. Steffen Tigges (83.) gelang nur noch das Anschlusstor.

Reus vergibt Chancen

Hertha zeigte vier Tage nach dem 0:4-Debakel in Mainz eine deutliche Leistungssteigerung und feierte am Ende eines komplizierten Halbjahres einen wichtigen Sieg für die Moral. Zudem verschaffte sich Hertha mit dem sechsten Saisonsieg Luft im Tabellenkeller.
Hertha hielt in den ersten Minuten nicht nur defensiv dagegen, sondern suchte auch ohne die Schlüsselspieler Suat Serdar und Stevan Jovetic aktiv den Weg nach vorn. Der Außenseiter kam so zur ersten großen Chance des Spiels. Jurgen Ekkelenkamp (6.) scheiterte aus knapp zehn Metern am gut reagierenden Kobel-Vertreter Hitz.
Die Begegnung nahm Fahrt auf, denn Dortmund antwortete mit Offensivdrang. Vor allem über die rechte Seite boten sich dem BVB Räume. Thomas Meunier nutzte sie. Gleich zweimal fand der Belgier mit feinen Zuspielen Marco Reus im Strafraum, beide Male vergab der BVB-Kapitän leichtfertig (11./13.).

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Dortmund lässt sich überrumpeln

Die Fahrlässigkeit rächte sich fast umgehend. Ekkelenkamp (15.) trat aus fünf Metern freistehend über den Ball. Nur eine Minute später lag dieser im Dortmunder Tor, Myziane Maolida hatte getroffen. Da Dortmunds Axel Witsel vom im Abseits stehenden Belfodil behindert wurde, erkannte Schiedsrichter Marco Fritz den Treffer nach Ansicht der Videobilder ab.
Nach dem turbulenten Auftakt mit Chancenwucher auf beiden Seiten flachte das Spiel ab. Die Dortmunder Führung fiel aus dem Nichts. Nach einem missglückten Klärungsversuch von Maximilian Mittelstädt landete der Ball bei Brandt, der fein abschloss.
Nach dem Seitenwechsel ließ sich Dortmund überrumpeln. Belfodil und Richter wurden bei ihren Toren nicht entscheidend gestört. BVB-Star Haaland quittierte die Gegentreffer mit genervtem Blick. Dortmund blieb im Spiel, den Gästen boten sich weitere Möglichkeiten. Die Berliner nutzten ihre besser.
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(mit SID)

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